Die Funktionen von Mooren in Wasser- und Elementkreisläufen, als Kohlenstoffspeicher und in der Bewahrung der Biodiversität sind zunehmend im Fokus wissenschaftlicher und öffentlicher Debatte. Insbesondere im Verlauf des Klimawandels sind renaturierte Hochmoore Klimaextremen ausgesetzt, zum Beispiel Dürren, mit Langzeiteffekten für Boden und Pflanzengemeinschaften, und somit auch für den Kohlenstoffkreislauf. Der Klimawandel erschwert damit zusätzlich die Hochmoorrenaturierung zu bereits vorhandenen Grenzen. Damit verbunden ist ein unzureichender Wissensstand bezüglich potentieller Indikatoren für Degradation und Renaturierungserfolge, z.B. die Dynamiken und Bilanzen von Gasflüssen, Biodiversitätsniveaus oder Wasserbilanzen. Moordegradierung verändert die Wasserspeicherfähigkeit und reduziert die Fähigkeit Wasserschwankungen abzupuffern, was die Renaturierung weiter beeinflusst. Paläoökologische Daten erlauben Schlussfolgerungen über Feuchtebedingungen für Torfwachstum und potentielle Resilienz gegenüber in der Vergangenheit aufgetretenen Schwankungen der Umweltbedingungen. Somit können aus ihnen Grundlageninformationen abgeleitet werden, die helfen Renaturierungsziele zu formulieren, aber auch mögliche Einschränkungen aufzeigen. Der voranschreitenden Klimawandel mit häufigen auftretenden Hitzewellen und Dürren bedeutet insbesondere für die Re-Etablierung von Hochmoorvegetation eine ernste Bedrohung, die auf nährstoffarmes Niederschlagswasser angewiesen ist. Das Projekt verbindet Schlüsselmethoden von verwandten Disziplinen in bisher nicht gekannter Weise: In Unterprojekten behandeln wir i) die paläoökologische Rekonstruktion von Referenzbedingungen und Indikatoren für Degradation, ii) aktuelle Hydrologie, Niveaus von Biodiversität, Mikrobielle Gemeinschaften, iii) CO2 und CH4 Bilanzen mit Hauben- und Eddy-Covariance Technik und vorhandenen Langzeitdaten, iv) neuste Fernerkundungsmethoden inklusive dem Upscaling von Plotniveau bis auf das Landschaftsniveau, unterstützt von künstlicher Intelligenz, v) Negative Auswirkungen und Wechselbeziehungen zwischen Biodiversität, Kohlenstoffbilanzen, Treibhausgasemissionen und Resilienz wenn Zielniveaus nicht erreicht werden können, vi) Wissenstransfer in enger Zusammenarbeit mit Torfindustrie, Naturschutzakteuren, Akteuren der Land- und Wasserwirtschaft und der Administration.Wir untersuchen erstmalig Hochmoorrenaturierungsverläufe basierend auf neusten Bewertungsmethoden der Paläoökologie und Biogeochemie von Torfproben und ordnet diese Daten in einen landschaftsökologischen Kontext ein, um mit leistungsstarken Fernerkundungswerkzeugen das zukünftige Monitoring von degradierten und renaturierten Hochmoorflächen zu ermöglichen. Die enge Verbindung der Arbeitspakete und die Anwendung von in der Renaturierungsökologie wenig betrachteter Daten machen dieses Projekt innovativ und lassen wichtige Ergebnisse erwarten für die Hochmoorrenaturierung unter sich verändernden hydro-klimatischen Bedingungen.
<p><p>Der Schwarzspecht ist die größte europäische Spechtart. Der anpassungsfähige Waldbewohner aus der Unterfamilie der Echten Spechte ist in Eurasien weit verbreitet. In der nemoralen (kühlgemäßigten) Zone tritt er als Standvogel auf, in der borealen (kaltgemäßigten) Zone auch als Strichvogel.</p>Aussehen:<p>Der Schwarzspecht erreicht eine mittlere Körperlänge von 40-46 cm und eine mittlere Spannweite von 67-73 cm. Sein Gefieder ist bis auf den roten Scheitel komplett schwarz. Die Rotfärbung des Scheitels gilt als deutlichstes Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern: Beim Männchen beginnt sie hinter dem Schnabelansatz, beim Weibchen ist sie auf den Hinterkopf begrenzt. Die Füße des Schwarzspechts sind grau gefärbt und zygodactyl, d. h. es weisen jeweils zwei Zehen nach vorne und zwei nach hinten. Der Schnabel ist bei Jungvögeln elfenbeinfarben, die Augen schwarz. Im Erwachsenenalter verfärbt sich der Schnabel grau mit dunkler Spitze und die Iris der Augen wird crèmefarben.</p>Verbreitung:<p>Der Schwarzspecht bewohnt den größten Teil des borealen bis nemoralen Waldgürtels Eurasiens vom Atlantik (Norwegen bis Frankreich) bis zum Pazifik (Kamtschatka über Nordjapan bis Korea). Weiter südlich finden sich inselhafte Populationen von Nordspanien über Süditalien, Kleinasien und den Kaukasus bis in den Nordiran, außerdem in Zentralchina. Auf Island und den Britischen Inseln kommt der Schwarzspecht nicht vor.</p></p><p>Lebensraum:<p>Der Schwarzspecht ist bei der Habitatwahl sehr anpassungsfähig und daher in allen Waldtypen seines Verbreitungsgebiets zu finden, vorausgesetzt ein ausreichend hoher Anteil an Alt- und Totholz ist vorhanden. Die höchsten Populationsdichten erreicht er in Laub-Nadel-Mischwäldern – im nemoralen Europa vor allem in submontanen bis montanen Buchen-Tannen-Wäldern, im borealen Europa in Fichtenwäldern mit einem hohen Anteil an Laubholz-Pionieren, insbesondere an Zitter-Pappeln (= Espen).</p><p>In Rheinland-Pfalz ist der Schwarzspecht landesweit verbreitet mit besonders hohen Dichten im Hunsrück und im Pfälzerwald. Sein bevorzugtes Bruthabitat sind hierzulande altholzreiche Buchenwälder. Doch auch in zahlreichen anderen Waldtypen und selbst in halboffenen Landschaften wie Parks und Streuobstwiesen ist er anzutreffen, sofern sie sich in der Nachbarschaft von Waldhabitaten befinden. Mit 2.200 bis 4.800 Brutpaaren (2017-2022), Tendenz zunehmend, gilt der Schwarzspecht in Rheinland-Pfalz als mittelhäufig und wird als ungefährdet eingestuft.</p>Verhalten:<p>Der Schwarzspecht lebt tagaktiv und außerhalb der Zeit der Paarung und Jungenaufzucht weitgehend einzelgängerisch. Nachts – bei sehr schlechtem Wetter auch tagsüber – schläft er in ausgedienten Bruthöhlen, wobei er sich unterhalb des Einfluglochs festklammert und den Kopf unter das Schultergefieder steckt.</p><p>Schwarzspechte sind geschmeidige Kletterer und wendige, ausdauernde Flieger. Ihr Flugstil ist trotz unregelmäßiger Flugbewegungen nicht bogenförmig, wie bei vielen anderen Spechtarten, sondern geradlinig. Am Boden bewegt sich der Vogel eher schwerfällig hüpfend und legen dort nur kurze Strecken zurück.</p><p>Der Schwarzspecht beherrscht ein breites Repertoire an Lautäußerungen, von denen der Flugruf <em>krrü, krrü, krrü</em> und der Standortruf <em>kliöö</em> die bekanntesten sind. Hinzu kommt sein charakteristischer, aus bis zu 60 Einzelschlägen bestehender Trommelwirbel, der an eine Maschinengewehrsalve erinnert und den er zur territorialen Positionierung sowie zur Kontaktaufnahme und -pflege mit dem Partner einsetzt. Während der Balz- und Brutzeit werden noch weitere Klopf- und Stimmlaute genutzt, insbesondere die Gesangsstrophe <i>kwoii ... kwiikwiikwiikwii..</i>.</p>Nahrung:<p>Der Schwarzspecht ernährt sich vorrangig von holzbewohnenden Gliederfüßern aller Entwicklungsstadien, insbesondere von Ameisen, Käfern und Hautflüglern wie Holzwespen. Die Gänge und Nester dieser Arten im Holz werden mit kräftigen Schlägen freigelegt, was zu länglichen bis rechteckigen, teils tief ins Holz vordringenden Hackspuren führt. Auch große Rindenstücke werden gelöst, um an die darunter lebenden Insekten zu gelangen. Im Winter werden Ameisenhaufen geplündert. Ergänzt wird die Nahrungspalette je nach Jahreszeit um Früchte und Nadelbaumsamen, in selteneren Fällen auch Schnecken und kleine Wirbeltiere wie Molche oder die Nestlinge und Gelege anderer Höhlenbrüter. Die eigenen Nestlinge werden mit einem Nahrungsbrei aus Ameisen und Ameisenlarven gefüttert. Darüber hinaus hackt der Schwarzspecht während der Saftzeit stehende Äste an (sog. „Ringeln“), um Baumsaft zu schlecken, oder er nutzt dazu die Ringelstellen anderer Spechtarten.</p>Fortpflanzung:<p>Schwarzspechte gehen territoriale, monogame Saisonehen ein, die aufgrund der Standorttreue der Vögel über mehrere Jahre halten können. Die Revierbildung beginnt im Spätherbst, die Balz spätestens im März. Mit der Kopulation und dem gemeinsamen Weiterzimmern der vom Männchen begonnenen und vorgezeigten Nisthöhle ist die Paarbildung abgeschlossen. Als Höhlenbäume dienen hierzulande bevorzugt alte Buchen, wobei die Höhle mit exponierter Ausrichtung in 8 bis 20 m Höhe angelegt wird. Bereits vorhandene Höhlen werden erneut genutzt, wozu sie gesäubert und ggf. erweitert werden. Die Eiablage erfolgt spätestens Anfang April. Das Gelege umfasst 3 bis 6 glänzend weiße Eier. Die Jungen schlüpfen nach etwa 12 Tagen und werden im Alter von etwa 28 Tagen flügge.</p></p>