bifa hat ein Vorhaben für die G8- Staaten bearbeitet, in dem die Entwicklungen in Deutschland innerhalb der neun Handlungsfelder ( Actions ) des Kobe 3R Action Plan dargestellt werden. Mit der 3R-Initiative beabsichtigen die G8-Staaten seit 2004 eine bessere Verankerung der Nachhaltigkeit im Umgang mit Rohstoffen durch die stärkere Förderung der drei Prinzipien Reduce, Reuse, Recycle , abgekürzt 3R , in den nationalen Abfallwirtschaftspolitiken. Im Rahmen der Beauftragung untersuchte bifa, welche Punkte aus dem Kobe 3R Action Plan bereits hinreichend durch bestehende Entwicklungen bzw. ergriffene Maßnahmen abgedeckt sind, bei welchen Aktionen noch Lücken bestehen und wie diese Lücken gefüllt werden können. Legt man die drei Zielsetzungen des Kobe 3R Action Plan und die ihnen zugeordneten Handlungsfelder als Prüfraster über die deutsche Abfallwirtschaftspolitik, lässt sich ein sehr hoher Erfüllungsgrad feststellen. Ein erheblicher Teil der vorgeschlagenen Handlungsoptionen war in Deutschland bereits vor 2008 durch konkrete Maßnahmen umgesetzt worden. Für einen anderen Teil wiederum lässt sich der Ursprung, z. B. in Form eines ersten Gesetzentwurfs, auf die Zeit vor 2008 zurückdatieren, die Umsetzung durch die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt aber fand 2008-2011 statt. Einige Regelungen setzen Richtlinien oder Verordnungen der EU, die ihrerseits zum Teil auf Bestrebungen Deutschlands hin zustande kamen, in nationales Recht um. Mit dem in einer fortgeschrittenen Version vorliegenden Entwurf eines novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes vollzieht Deutschland einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer Abfallwirtschaft, deren Markenzeichen insbesondere eine hohe Ressourceneffizienz ist. Dennoch verbleiben Optimierungspotenziale, zu deren Ausschöpfung bifa Vorschläge für das Bundesumweltministerium erarbeitet hat. Im Zuge des Projekts analysierte bifa u. a. die Importe und Exporte notifizierungspflichtiger Abfälle. Der Saldo hat sich den bifa-Analysen zufolge seit 1998 umgekehrt: Wurden 1998 noch etwa doppelt so viel notifizierungspflichtige Abfälle exportiert wie importiert, hat sich der Import seitdem vervierfacht und die Exporte sind sogar leicht gesunken. Ein wichtiger Grund ist die Verfügbarkeit von Behandlungs- und Verwertungskapazitäten von hoher Leistungsfähigkeit in Deutschland. Die Schadstoffentfrachtung von Abfällen aus Ländern mit einer wenig entwickelten Entsorgungsinfrastruktur führt jedoch innerhalb der deutschen Öffentlichkeit immer wieder zu Kontroversen. Methoden: Analyse und Moderation sozialer Prozesse.
Die Entwicklung auf dem Gebiet der Abfallwirtschaft ist u.a. durch die Verlagerung der Abfallmengen von der Beseitigung hin zu einer Verwertung sowie durch intensiven Wettbewerb der Entsorger im kommunalen und privatwirtschaftlichen Bereich gekennzeichnet. Somit stehen Wirtschaftlichkeitsaspekte der Entsorgungssysteme im Vordergrund. Jedoch nur gesamtwirtschaftliche Betrachtungen koennen Interdependenzen zwischen wirtschaftlichen Aktivitaeten mit daraus resultierenden Abfaellen, der Knappheit der Ressourcen und der sozialen Wohlfahrt aufzeigen. Zur Durchsetzung einer nachhaltigen Abfallpolitik ist der Einsatz von Instrumenten der Umweltoekonomie erforderlich. Ergaenzend zu bisherigen ordnungspolitischen Regelungen, z.B. Verpackungsverordnung und Altautoverordnung, muss die Anwendbarkeit von Instrumenten mit staerkerer Marktorientierung, wie Abgaben oder Zertifikate, untersucht werden.
<p> <p>Die Abfallpolitik der Bundesregierung, die sich eine Vermeidung und Verwertung von Abfällen zum Ziel hat, war mit Blick auf die Verwertung erfolgreich. Die Abfallmenge, die abgelagert (deponiert) werden muss, sank zwischen den Jahren 2000 und 2023 von 28,7 auf 15,66 Prozent. Am erfolgreichsten war diese Politik bei Siedlungsabfällen. Von ihnen mussten im Jahr 2023 nur 0,6 Prozent deponiert werden.</p> </p><p>Die Abfallpolitik der Bundesregierung, die sich eine Vermeidung und Verwertung von Abfällen zum Ziel hat, war mit Blick auf die Verwertung erfolgreich. Die Abfallmenge, die abgelagert (deponiert) werden muss, sank zwischen den Jahren 2000 und 2023 von 28,7 auf 15,66 Prozent. Am erfolgreichsten war diese Politik bei Siedlungsabfällen. Von ihnen mussten im Jahr 2023 nur 0,6 Prozent deponiert werden.</p><p> Ablagerungsquoten <p>Die Ablagerung (Deponierung) von Abfällen ging im Zeitraum von 2000 bis 2023 von 28,7 auf 15,66 % des Abfallaufkommens zurück. In dieser Angabe ist die Ablagerung von „Abfällen aus Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen“ enthalten (bis 2008: „Bergematerial aus dem Bergbau“). Diese Abfallgruppe wird fast vollständig deponiert und macht daher den größten Teil der insgesamt deponierten Mengen aus. Bezieht man diese Abfälle nicht in die Berechnung der Ablagerungsquote ein, so wurden 2000 noch 19,1 % des Abfallaufkommens deponiert. 2023 waren es nur noch 9 % (siehe Abb. „Ablagerungsquoten der Hauptabfallströme“).</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/2_abb_ablagerungsquoten_2025-10-06.png"> </a> <strong> Ablagerungsquoten der Hauptabfallströme </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_abb_ablagerungsquoten_2025-10-06.pdf">Diagramm als PDF (135,23 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_abb_ablagerungsquoten_2025-10-06.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (31,47 kB)</a></li> </ul> </p><p> Ablagerung von Siedlungsabfällen auf Deponien <p>Seit Juni 2005 müssen die nicht verwertbaren Reste von Siedlungsabfällen vor der Ablagerung auf Deponien vorbehandelt werden, da sie in der Regel die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen für die Ablagerung (Deponierung) nicht einhalten. Zu den nicht verwertbaren Resten zählen zum Beispiel der Inhalt der Restmülltonne oder Sortierreste aus Abfall-Sortierungsanlagen. Die Vorbehandlung erfolgt thermisch in Müllverbrennungsanlagen mit Energie- und Materialrückgewinnung (zum Beispiel Metalle) oder mechanisch-biologisch mit Erzeugung von Ersatzbrennstoffen. Dadurch reduzierte sich die Ablagerung von Siedlungsabfällen auf die nicht behandlungsbedürftigen Abfälle wie zum Beispiel Boden und Steine. So sank zwischen 2000 und 2023 die Ablagerungsquote der Siedlungsabfälle von 27,1 % auf einen Rest von nur 0,6 %.</p> </p><p> Geänderte statistische Erfassung <p>Bei der Interpretation der Angaben zu den einzelnen Hauptabfallströmen ist zu beachten, dass im dargestellten Zeitraum mehrere Umstellungen in der Erhebung und Zurechnung der erfassten Mengen zu Abfallarten erfolgten. Erfasst werden seit 1996 in erster Linie die bei den Betreibern von Abfallentsorgungsanlagen jeweils eingesetzten Abfallmengen.</p> <p>Durch folgende Faktoren ergeben sich Einschränkungen bezüglich der Vergleichbarkeit der Daten in der hier betrachteten Periode:</p> <ul> <li>Ab 2002: Im Jahr 2002 wurde der Europäische Abfallkatalog (EAK) durch das Europäische Abfallverzeichnis (EAV) abgelöst, was Verschiebungen innerhalb der Siedlungsabfälle sowie zwischen nicht gefährlichen und gefährlichen Abfällen zur Folge hatte.</li> <li>Ab dem Jahr 2004 enthalten die Bau- und Abbruchabfälle keine eingesetzten Mengen an Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch bei Bau- und Rekultivierungsmaßnahmen der öffentlichen Hand.</li> </ul> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Die im Klimaschutzabkommen von Paris formulierten Ziele stellen Deutschland und Europa vor große Herausforderungen. Die Abfallwirtschaft Deutschlands, aber vor allem die der EU-Staaten muss so gestaltet werden, dass sie ihr hohes Potential zur Treibhausgasminderung vollständig umsetzen und zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C beitragen kann. Die Studie soll deshalb für Deutschland das aktuell noch vorhandene Potential der Abfallwirtschaft zur Treibhausgasminderung aufzeigen und verdeutlichen wie die Abfallpolitik der letzten Jahre den Klimaschutz in und durch die Abfallwirtschaft vorangebracht hat und noch ausbauen kann. Dazu soll an die Ergebnisse vorangegangener Studien zum Klimaschutzpotential der Abfallwirtschaft angeknüpft werden. Der Forschungsumfang soll nicht nur Siedlungsabfälle, sondern auch Gewerbeabfall und Abfälle ausgewählter Industrien einschließen, denn gerade die Potentiale in diesen Bereichen sind bisher nicht in die Betrachtungen eingeflossen. In der EU gibt es einschneidende Veränderungen. Zum einen will die Kommission mit dem 2016 vorgelegten Kreislaufwirtschaftspaket die Abfallwirtschaftssysteme in den EU-Staaten deutlich weiterentwickeln und u.a. die Deponierung von Siedlungsabfällen begrenzen. Zum anderen wird Großbritannien die Union verlassen. Wodurch sich nicht nur die Datenbasis, sondern auch die Gewichtung innerhalb der EU verschieben wird. Die Studie soll deshalb Aufschluss darüber geben, wie eine wirkungsvolle Umgestaltung der Abfallwirtschaft auf europäischer Ebene auch das Potential zur Treibhausgasminderung in der Abfallwirtschaft voll und synergetisch ausschöpfen kann. Die Ergebnisse sollen als Argumentationshilfe in der Diskussion mit der Kommission und anderen EU Staaten dienen sowie für Handlungsempfehlungen bei der Ausgestaltung der Kreislaufwirtschaft genutzt werden und ein aktuelles und umfassendes Bild der EU abgeben.
Klimaschutz ist eine der größten Herausforderungen heutiger Umweltpolitik. Verschiedene wirtschaftlich und sozial relevante Bereiche haben Anteil am globalen Klimawandel, hierzu zählt auch die Abfallwirtschaft. Vor diesem Hintergrund veranstaltete das Umweltbundesamt am 6.-7. November 2006 einen eineinhalbtägigen Workshop zum Thema Das Klimaschutzpotenzial der Abfallwirtschaft . Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei auf der Energiegewinnung und -nutzung im Rahmen der Abfallbehandlung. Der Workshop entwickelte praktisch verwertbare Handlungsempfehlungen für die Abfallpolitik. Ecologic erstellte das Hintergrundpapier der Veranstaltung und dokumentierte die Ergebnisse.
1. Ziel des Teilprojektes ist die sozialwissenschaftliche Begleitung der Entwicklung einer Endlagerungsstrategie für nukleare Abfälle unter Beteiligung der zahlreichen relevanten Stakeholder. Neben der Identifikation der Schlüsselakteure und Interessen, ihrer Wertesysteme, Ansichten und Erwartungen werden Wege für konstruktive Dialoge und Ansätze zur Problemlösung entwickelt und diskutiert. Einen Schwerpunkt bildet die Analyse von Akzeptanzprozessen und Konfliktregelungsmechanismen. Eine international vergleichende Analyse von Endlagerungs-Governance im Mehrebenen-System unter besonderer Berücksichtigung von Politikinstrumenten und Institutionen wird dazu 'lessons for policy' liefern. Abschließend werden die Determinanten für Erfolg und Misserfolg der analysierten Instrumente im internationalen Kontext verglichen und bewertet. Erfahrungen mit 'best practice' Charakter fließen in die Formulierung von Politikempfehlungen ein. 2. Arbeitsplanung: Das Teilprojekt besteht aus fünf Modulen: 1) Akteurs-Analysen; 2) Akzeptanz und Konflikte; 3) Governance im Mehr-Ebenen-System; 4) Endlagerungskonzepte und Optionen im internationalen Vergleich; 5) Politikinstrumente und Institutionen. Mit den Methoden der Policy-Analyse werden Politikentscheidungen und -prozesse transparent gemacht sowie Handlungsoptionen skizziert. Weitere Methoden sind: Dokumentenanalyse, Fall-Studien, Interviews, vergleichende Analysen sowie SWOT Analysen.
Ziel des Vorhabens ist es aufzuzeigen, wie die soziotechnischen Herausforderungen bei der Endlagerung analytisch sinnvoll erfasst, beschrieben und bewertet werden können und wie sich die Wechselwirkungen zwischen Technik und Sozialem gestalten. Dazu wird ein differenziertes, systematisiertes Verständnis soziotechnischer Zusammenhänge und Herausforderungen entwickelt und fortgeschrieben. Darauf aufbauend werden als wichtiges Orientierungswissen wissenschaftliche Konzepte für die Analyse der soziotechnischen Herausforderungen erarbeitet. Im Ergebnis werden außerdem Handlungsempfehlungen für die Politik zum Umgang mit soziotechnischen Herausforderungen in Governance- und Management-Strukturen entwickelt. Durch verschiedene Disseminations- und Schulungsmaßnahmen trägt das Projekt auch zum Kompetenzerhalt, zur Nachwuchsförderung und zur Pflege internationaler Kooperationen bei. Das ITAS befasst sich weiter mit der Frage, wie über die sehr langen Zeiträume, über die ein Zwischenlager betrieben sowie ein Tiefenlager gebaut, gefüllt und geschlossen wird, Entscheidungsfähigkeit erhalten bleiben kann. Diese so genannte 'Long-term Governance' umfasst sowohl die Frage des technischen Kompetenzerhalts als auch die Frage, wie sich die zuständigen Institutionen an wandelnde Rahmenbedingungen anpassen können, damit auch in mehreren Jahrhunderten bei Entscheidungen noch das Gemeinwohl im Vordergrund steht. Dabei werden die Rollen und das Zusammenwirken von Behörden, politischen Entscheidungsträgern, der Industrie und der interessierten Öffentlichkeit untersucht.
Ziel des Vorhabens ist es, aufzeigen, wie die sozio-technischen Herausforderungen bei der Endlagerung analytisch sinnvoll erfasst, beschrieben und bewertet werden können und wie sich die Wechselwirkungen zwischen Technik und Sozialem gestalten. Dazu wird ein differenziertes, systematisiertes Verständnis soziotechnischer Zusammenhänge und Herausforderungen entwickelt und fortgeschrieben. Darauf aufbauend werden als wichtiges Orientierungswissen wissenschaftliche Konzepte für die Analyse der soziotechnischen Herausforderungen erarbeitet. Im Ergebnis werden außerdem Handlungsempfehlungen für die Politik zum Umgang mit soziotechnischen Herausforderungen in Governance- und Management-Strukturen entwickelt. Durch verschiedene Disseminations- und Schulungsmaßnahmen trägt das Projekt auch zum Kompetenzerhalt, zur Nachwuchsförderung und zur Pflege internationaler Kooperationen bei. Der Forschungsschwerpunkt des Öko-Instituts in diesem Verbundvorhaben betrifft die Reversibilität in Entscheidungsprozessen. Es wird untersucht, welcher Logik Langzeitprozesse folgen, die Neubewertungen von Wissensbeständen, Sicherung von Qualität und Sicherheit sowie gesellschaftspolitische Begleitprozesse ermöglichen. Herausgearbeitet wird auch, welche Regeln und Kriterien dafür heute schon in Anwendung zu bringen sind und wie sie kommuniziert werden.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 38 |
| Europa | 1 |
| Land | 1 |
| Weitere | 1 |
| Wissenschaft | 10 |
| Zivilgesellschaft | 7 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 32 |
| Text | 5 |
| unbekannt | 2 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 8 |
| Offen | 32 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 31 |
| Englisch | 16 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 1 |
| Bild | 3 |
| Dokument | 5 |
| Keine | 28 |
| Webseite | 10 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 19 |
| Lebewesen und Lebensräume | 26 |
| Luft | 11 |
| Mensch und Umwelt | 40 |
| Wasser | 9 |
| Weitere | 40 |