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Wasser- und Stoffdynamik in Agrar-Oekosystemen

An der TU Braunschweig wurde der Sonderforschungsbereich 179 'Wasser- und Stoffdymanik in Agrar-Oekosystemen' eingerichtet. Das zentrale Ziel dieses von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefoerderten, langfristigen Forschungsvorhabens ist die Untersuchung und Prognose der Auswirkungen der landwirtschaftlichen Nutzung sowie der naturraeumlichen Ausstattung auf Energie-, Wasser- und Stofffluesse, Mikroklima und Mikroorganismen. Untersucht wird die zeitliche und raeumliche Differenzierung der Wasser- und Stoffbewegung. Im Vordergrund steht die Problematik der Belastung, der Belastbarkeit sowie der Langfriststabilitaet von Agrar-Oekosystemen. Bearbeitet werden alle wesentlichen Kompartimente, so die bodennahe Atmosphaere, die Vegetation, die Bodenoberflaeche mit den Oberflaechengewaessern, der Boden und das Grundwasser. Im Mittelpunkt steht der Boden als wichtigster Umsatzort fuer Wasser, Naehr- und Schadstoffe. Die landwirtschaftlichen Nutzungssysteme werden hinsichtlich ihrer oekologischen Effekte differenziert und bewertet. Beruecksichtigt werden die Wirkungen von Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau, Strohverwertung, Bodenbearbeitung, Duengung, Agrochemikalien, Beregnung, Gruenlandumbruch, Melioration - um nur einige Beispiele zu nennen. Aus den genannten Zielen und den Arbeitsrichtungen der beteiligten Wissenschaftler leiten sich u.a. die folgenden Fragestellungen ab, die saemtlich hochaktuelle Probleme der Nutzungsmoeglichkeiten und der Gefaehrdung von Agrar-Oekosystemen betreffen: Welche Veraenderungen der bodenphysikalischen Eigenschaften werden von Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Stroheinbringung, organische Duengung, Splash, Oberflaechenabfluss...

Betonkastenversuch - Kaliumduengung

Versuchsfrage: a) Welches ist die aus oekonomischer und oekologischer Sicht langjaehrig optimale K-Duengung auf unterschiedlichem Bodenmaterial? b) Wo liegt langfristig die anzustrebende K-Bodenversorgung bei unterschiedlichem Bodenmaterial? c) Wie hoch liegt das Ertragspotential unterschiedlichen Bodenmaterials bei einheitlichem Standortklima? - Versuch in besonderer Anlage- 64 Betonkaesten (1 m3 Inhalt)- 4 Bodenmaterialien, jeweils 4 K-Duengungsstufen, 4-fache Wiederholung.

LSG Drömling Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge Verschiedenes

Der Drömling, eine beckenartige Niederung im nordöstlichen Teil Sachsen-Anhalts, erstreckt sich zwischen Calvörde im Osten und Oebisfelde im Westen. Insgesamt beträgt die Ost-West-Ausdehnung ungefähr 26 km. In Nord-Süd Richtung markieren die Orte Kunrau und Rätzlingen die Grenze, so daß das LSG eine Breite von zirka 18 km besitzt. Es werden überwiegend die Niederungsbereiche, die in die Talsandinseln eingebettet sind, in das LSG eingeschlossen. Das LSG umfaßt nahezu die gesamte Landschaftseinheit Drömling und ragt mit kleinen Teilen in die Landschaftseinheit Altmarkheiden hinein. Die Landschaft des Drömlings wird wesentlich durch die Moordammkulturen bestimmt. Sie geben den Wieden und Weiden ihren einmaligen und individuellen Charakter. Die Ausprägung der Moordammkulturen ist im LSG entsprechend ihrer Nutzungsgeschichte recht unterschiedlich. Das ”Land der 1 000 Gräben”, wie der Drömling auch genannt wird, ist landschaftlich durch den ebenen Charakter der Niederung geprägt. Vom Rand des Drömlings kann man bei guter Sicht weit in die Landschaft hineinschauen und die beckenartige Struktur erkennen. Im Drömling sind horizontale Strukturen nur in Form der Gehölze erkennbar, häufig als wegbegleitende Pappelreihen. Große Reliefunterschiede sind nicht vorhanden. Anders als die Landschaften des nördlichen und des südlichen Drömlings mit ihren Moordammkulturen ist der mittlere Bereich des Drömlings strukturiert. Hier wechseln Waldflächen unterschiedlicher Größe mit Wiesen, Gräben und Kanälen einander ab. Die Wälder wachsen oftmals auf den Horsten, den Talsandinseln, während die nährstoffreichen Anmoore und Niedermoore als Grünland genutzt werden. Auf höher gelegenen Flächen kommen Äcker vor. Zusätzlich wird die Landschaft durch die Kolonien, Gehöfte auf den Talsandinseln, geprägt, die ihr einen dörflichen Charakter verleihen. Die Verbindung der einzelnen Landschaftsräume wird durch Gräben und Kanäle hergestellt. Auch diese gehören zur landschaftlichen Individualität des Drömlings. Die Gräben sind mit mehr oder weniger schmalen Röhricht- oder Uferstaudenfluren bestanden. Die Böschungskanten sind häufig mit Gehölzen, wie Eiche oder Esche, bepflanzt, und ein Weg führt grabenparallel. Dadurch entstehen eigene Landschaftsräume, die sich linienhaft durch den Drömling ziehen. Die ältesten Zeugnisse der Anwesenheit des Menschen im LSG gehören der Mittelsteinzeit an und stammen aus Köckte. Sie sprechen für eine für Jagd und Fischfang günstige Umgebung in der Ohreniederung. Die Besiedlung des Drömlings durch Ackerbauern und Viehzüchter war nur in den trocken-warmen Perioden der Klimageschichte und somit im Atlantikum und im Subboreal möglich. Deshalb finden sich lediglich Funde aus der Jungsteinzeit (Miesterhorst, Sachau, Köckte) und aus der Bronzezeit (Miesterhorst, Peckfitz). Nach Einsetzen der feuchtkalten Klimaperiode des Subatlantikums um 800 v. Chr. konnte dagegen keine dauerhafte Besiedlung mehr erfolgen, weshalb sich innerhalb des LSG keine Funde der Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit sowie des frühen Mittelalters nachweisen lassen. Doch auch die Fundstellen der Jungstein- und Bronzezeit blieben vereinzelt. Über beide Perioden hinweg wurde nur die Gegend um Miesterhorst besiedelt, eine aus der Niederung ragende Talsandinsel. Für die Bronzezeit sind über Luftbilder erstmals auch Grabhügel nachgewiesen. Eine agrarische Nutzung fand im Drömling erst wieder im hohen Mittelalter statt, wie einzelne Streifengewanne bescheidenen Ausmaßes mit umgebenden Gräben bei Trippigleben und Wenze zu erkennen geben. Eine intensivere Nutzung des Drömlings durch den Menschen unterblieb zunächst aufgrund seiner relativen Unzugänglichkeit über viele Jahrhunderte hinweg nahezu völlig. In früher Zeit war der Drömling ein meist mit Erlen, Birken, Weiden und Hasel bestandenes Sumpfgebiet. In diesem lagen zahlreiche kleinere Anhöhen, die bereits erwähnten Horste. Auf den Horsten stockten in der Regel Eichenmischwaldungen, seltener wurden auch Hutungen oder Pflanzenbau betrieben. Da es meist an festen Wegen fehlte, war eine Nutzung ausgedehnterer Flächen mit großen Aufwendungen verbunden. Die historische Flächennutzung im Drömling bestand im wesentlichen aus ungeregelter Weidewirtschaft bzw. der winterlichen Brenn- und Nutzholzgewinnung an den wenigen begehbaren Stellen. Die preußische Regierung forcierte seit etwa 1770 auf direkte Veranlassung Friedrichs II. die Planung und Durchführung von Meliorationsmaßnahmen. Ziel der Landeserschließung war auch eine Begünstigung der Ansiedlung von Kolonisten im schwach besiedelten Drömlingsgebiet. Während der Regierungszeit von Friedrich II. waren bereits verschiedene Sumpfgebiete entwässert worden (Netze-, Warthe-, Oderbruch, Rhinluch), und sein bekanntes Urbarmachungsedikt von 1765 war die Grundlage für weitere landeskulturelle Maßnahmen. Am 28. April 1770 unterzeichnete Friedrich II. von Preußen eine "Instruktion an die Kammerdeputation für die Altmark und Prignitz zur Etablierung von Kolonisten durch nützliche Rodung und Urbarmachung des Drömlings". 1782 wurde der renommierte Wasserbautechniker und Bauassessor Heinrich August Riedel in den Drömling berufen. Riedel erkannte ziemlich schnell, daß seinerzeit nur die Ohre für einen Abfluß des Drömlingswassers in Frage kam und ließ sie deshalb von Neuhaldensleben an aufwärts vermessen. Ein Jahr später war das Nivellement von Jahrstedt bis Calvörde fertiggestellt und der größte Teil des Drömlings vermessen. Nach der Bewilligung der nötigen Gelder konnten unter der Leitung Riedels endlich die unmittelbaren Grabenarbeiten beginnen. Der für das Gelingen der Drömlingskultivierung wichtige Aushub des Ohrebettes erfolgte ab der Mündung in die Elbe auf einer Länge von etwa 80 km und war im Jahre 1786 beendet. Bis 1802 entstanden auf 198 km Länge insgesamt 38 Abzugskanäle und 17 Gräben, 32 Brücken, jeweils 16 Schleusen und Dämme zur Regulierung des Wasserstandes sowie fünf Gehöfte als Dienstwohnungen für die Beamten der örtlichen Meliorationsbehörden. Durch die Gesamtheit der wasserregulierenden und erschließenden Maßnahmen war so seit dem Ende des 18. Jahrhunderts eine geregelte Weide- und Grünlandwirtschaft im Drömling möglich. Die wasserbaulichen Maßnahmen entsprachen den damaligen Wirtschaftsverhältnissen und bewirkten ausreichende Erträge. Verbunden mit den wasserbaulichen Maßnahmen und der nachfolgenden Zunahme der Bevölkerungsdichte war ein rapider Rückgang der Waldfläche im Drömling. Besonders seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts erkannte man, daß die Umwandlung von Waldbeständen in Acker- und Weideflächen den Dörfern durch die mögliche Aufstockung ihrer Viehbestände und den Verkauf von überschüssigen Feldfrüchten einen erheblich größeren Nutzen brachte als der bis dahin übliche Niederwaldbetrieb. Im Oktober 1847 übernahm der Braunschweiger Theodor Hermann Rimpau (1822 bis 1888) das frühere Rittergut und damalige Vorwerk derer von Alvensleben in Kunrau und setzte so das unter Friedrich II. begonnene Projekt der Kultivierung des Drömlings in einer zweiten Meliorierungsphase weiter erfolgreich fort. Durch Rimpau erfolgten grundlegende Verbesserungen der bereits in früheren Zeiten angewandten Technik der Moordammkultur. Bis in die 1970er Jahre waren im Drömling nach Rimpauschem Muster auf zirka 3 500 ha landwirtschaftlicher Fläche sogenannte Moordämme vorhanden, die jeweils eine Größe zwischen 0,10 bis 3,25 ha - im Mittel 0,96 ha - besaßen. Die Dammgräben hatten eine Gesamtlänge von zirka 1 500 km. An den Gräben befanden sich auf etwa 340 ha überwiegend standortgerechte Gehölze. Teil des Grabensystems war ein ständig erweitertes dichtes Netz von Wehren und Stauen. Der Landschaftscharakter des Drömlings erhielt dadurch sein bis in die heutige Zeit fortbestehendes Gepräge. Die Nutzungsgeschichte der jüngeren Zeit wird im wesentlichen durch Ackerbau und Viehzucht geprägt, die Ansätze sonstiger Nutzungsformen bleiben insgesamt recht dürftig. Der Bau des Mittellandkanals (Weser-Elbe-Kanal) im Süden des Drömlings in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts brachte der Region aus verkehrstechnischer und wirtschaftlicher Sicht vorerst keine unmittelbaren Vorteile. Die künstliche Teilung des Gebietes in Nord- und Süddrömling hatte jedoch zur Folge, daß die Vorflutverhältnisse der Binnengräben im Bereich Allerkanal und Mittelgraben neu geregelt werden mußten. Die beiden großen Drömlingsvorfluter Ohre und Aller wurden deshalb 1937 über Entlastungskanäle und Einlaßbauwerke mit dem Mittellandkanal verbunden, der so überschüssiges Drömlingswasser aufnehmen, in Trockenzeiten aber auch wieder abgeben kann. Erst mit diesen Maßnahmen war die Hochwassergefahr im Drömling endgültig gebannt. Die Wasserverhältnisse für die Landwirtschaft verbesserten sich dadurch entscheidend. Als Folge der intensiv betriebenen Entwässerung der Moorbereiche kam es allerdings zur Reduzierung der Torfschicht und dadurch zur weiteren Senkung der Oberfläche der Moore. Moorsackungen und die dadurch bedingte Verringerung der Wirkungsgrade der angelegten Vorfluter durch sich allmählich verkleinernde Grabenquerschnitte sowie Veränderungen der Standortanforderungen seitens der Landwirte führten deshalb dazu, daß jede zweite bis dritte Generation das System der Entwässerung verändern, meistens vertiefen mußte. Heute bestehen im Drömling noch 2 437 ha Moordammkulturen, von denen etwa 80 Prozent landwirtschaftlich genutzt werden. Die letzte Entwässerungsetappe im Drömling steht im Zusammenhang mit der Großraumwirtschaft der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR. Die Bestrebungen gingen bis in jüngste Zeit dahin, den Ackeranteil an der Flächennutzung zu erhöhen. Von 1935 bis 1990 wurden im Drömling 690 ha Grünland in Ackerland umgewandelt. Während die Arbeiten im südlichen und zentralen Drömling in den 1970er Jahren im wesentlichen abgeschlossen wurden, fing man im Norddrömling erst 1981 mit einem auf mehrere Jahre angelegten komplexen Meliorationsprogramm an. Die Wasserregulierung und die Größe der Einzelschläge wurden in dieser fünften und nachhaltigsten Drömlingsmelioration (”Sofortprogramm”) der industriellen Produktionsweise der Großbetriebe angepaßt. Insbesondere in den 80er Jahren wurden durch Anwendung verschiedener Technologien historische Moordammkulturen beseitigt (durch die Kuseyer Methode 1564 ha, Methode Pflügen und Planieren 50 ha und Tiefpflugsanddeckkultur 70 ha). Nach der im wesentlichen angewandten sogenannten Kuseyer Methode wurden im Abstand von 60 bis 100 m und einer Tiefe von 2,00 bis 2,60 m Teichgräben angelegt, deren Gesamtlänge 125 km betrug. Viele der kleinen Dammgräben wurde im Zuge der Errichtung der Breitgräben verfüllt, eingesetzte Graskarpfen sollten die Gräben krautfrei halten. Die vorliegende Flächenbilanz für 1984 macht die Veränderungen der Flächennutzung im Drömling der letzten mehr als 200 Jahre noch einmal deutlich. In diesem Jahr wurden im sachsen-anhaltischen Drömling bei einer Ausgangsfläche von etwa 26 000 ha zirka 40 % als Grünland, 37 % als Acker, 7 % als Wald und etwa 16 % als Kanäle, Gräben und Wege genutzt. Die Entstehung, Entwicklung und weitere Existenz des Drömlings werden sowohl vom komplizierten tektonischen Bau des Untergrundes als auch von den geologischen Prozessen geprägt, besonders während der jüngsten geologischen Zeit, dem Quartär. Der Südteil des Drömlings zwischen Breitenrode und Rätzlingen befindet sich im nordwestlichen Bereich der herzynisch streichenden Hebungsstruktur der Flechtingen-Roßlauer Scholle. Diese nach Südwesten geneigte Pultscholle ist durch die etwa parallel zur Ohre von Südosten nach Nordwesten verlaufende Tiefenstörungszone, den ”Abbruch von Haldensleben”, begrenzt. Der Nordteil des Drömlings liegt auf der sich im Nordosten anschließenden und entlang der Störungszone treppenartig nach Nordosten abgesunkenen Scholle von Calvörde. Der Westteil des Drömlings, als Jahrstedter Drömling bekannt, befindet sich innerhalb der breiten, von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Störungszone Ristedt-Jahrstedt, die die Scholle von Calvörde quert und die Flechtingen-Roßlauer Scholle im Westen begrenzt. Die am Anfang der Tafeldeckgebirgsphase (im Oberen Perm, vor ca. 250 Millionen Jahren) abgelagerten Zechsteinschichten enthielten primär zirka 1 000 m mächtige Stein- und Kalisalze, die für das nachfolgende Strukturbild in der Region verantwortlich sind. Da die Salze auf Druck und tektonische Impulse plastisch reagieren, wanderten sie mit der zunehmenden Mächtigkeit des postsalinaren Deckgebirges aus Gebieten hoher Druckbeanspruchung zu den Schwächezonen im Gebirge ab. Im Drömling sammelten sie sich mit hoher Mächtigkeit entlang des Haldenslebener Abbruches. Nördlich Breitenrode bildeten sie sogar einen ovalen Salzstock, der an den Abbruch angelehnt ist. Innerhalb der Ristedt-Jahrstedter Störungszone sind die Salze in dem Salzstock von Jahrstedt angestaut. Nennenswert ist ebenfalls ein Salzstock zwischen Dannefeld und Peckfitz im Nordosten des Drömlings. Tektonische Bewegungen in der Trias, im Oberjura und in der Kreide dienten nicht nur als Impulse für die Salzwanderung, sie waren auch für die weitere Zerblockung des Deckgebirges in der Region verantwortlich. Der präkänozoische (prätertiäre) Untergrund des Drömlings erinnert heute an ein Puzzle aus mehreren, gegenseitig verschobenen Blöcken. Aufgrund der anhaltenden regionalen Hebungstendenz wurden die Deckgebirgsschichten soweit abgetragen, daß im Kerngebiet des Drömlings die Zechsteinsalze nur unter einer dünnen Decke des unteren Buntsandsteins mit darüberliegenden 100-150 m mächtigen lockeren känozoischen Bildungen nah der Oberfläche anstehen. Seit dem am Ende der Triaszeit erfolgten Durchbruch der Salzstöcke sind diese der Auslaugung ausgeliefert. Entlang der unzähligen Störungen wurde das Salz ebenfalls abgeführt. Infolgedessen senkte sich das zirka 10 km breite Kerngebiet zwischen Breitenrode, Miesterhorst und Rätzlingen langsam ab. Die Auslaugung wird durch eine weitere Zuwanderung des Salzes aus der Umgebung kompensiert. Der Prozess setzt sich bis heute kontinuierlich fort. Durch den mehrmaligen Klimawechsel und die damit verbundenen Erosions- und Akkumulationsprozesse im Quartär erfolgte die endgültige Ausformung des Drömlings. Das Elstereis schuf im Subrosionsbereich der Salzstöcke Breitenrode und Jahrstedt sowie entlang einer Störung bei Mannhausen Exarationsrinnen, deren Basis sich heute unter -20 m NN befindet. Die Rinnen wurden mit glazifluviatilen und glazilimnischen Ablagerungen gefüllt und von Geschiebemergel überdeckt. Die Nivellierungsprozesse während der nachfolgenden Holsteinwarmzeit haben die Elster-Geschiebemergel bis auf wenige Reste erodiert. Im Drenthestadium der Saalekaltzeit ist die Niederung erneut mit 20-80 m mächtigen glazifluviatilen bis glazilimnischen Sedimenten und einer abschließenden Grundmoräne aufgefüllt worden. Bei dem Zerfall des Drentheeises erfolgte die Entwässerung der Calvörder Randlage nach Westen zuerst durch das Spetze-Tal. Die Wasser von der Plankener Randlage suchten sich einen anderen Weg nach Süden zum ”Großen Bruch”. Später wurde ein Zungenbecken im Hinterland der beiden Randlagen frei, und die Schmelzwasser konnten über den Drömling nach Westen abfließen. Das Ohre-Urstromtal wurde erst nach dem Durchbruch zwischen Satuelle und Bülstringen angelegt und wurde während des Warthestadiums als Teil des Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtals weiter ausgeformt. Der maximale Vorstoß des Wartheeises ist heute durch die Letzlinger Randlage markiert. Zwischen Jübar, Brome und Klötze entwässerte diese zum Ohre-Urstromtal durch die obere Ohre (von Norden nach Süden) sowie durch die weiteren, sich östlich anschließenden Wasserbahnen (von Nordosten nach Südwesten). Die Drömlingniederung wurde dadurch im Norden und Nordosten erosiv erweitert, der Drömlingsrand vom Sander umsäumt. Die Drenthegrundmoräne ist in der Niederung bis auf 5-30 m mächtige Reste erodiert worden, örtlich, wie zum Beispiel nördlich Breitenrode und bei Mannhausen, fehlt sie sogar völlig. Als Sedimentkompensation lagerten die Schmelzwasser in der Zeit nach dem Zerfall des Drenthe- bis zum Abzug des Wartheeises eine 20-60 m mächtige Sanddecke ab, in der meist entlang der Störungszonen einzelne Senken mit eemwarmzeitlicher limnischer Füllung vorhanden sind. Am Ende des Warthestadiums gelang der Elbe der Durchbruch zwischen Magdeburg und Rogätz nach Norden, es kam zur Entstehung eines neuen Erosionsniveaus im Osten. Als Folge bildete sich eine Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der Weser und der Elbe. Im Drömling verläuft sie zwischen der Aller, die die Niederung zur Weser entwässert, und der Ohre, die jetzt im Bereich des ehemaligen Ohre-Urstromtales nach Osten zur Elbe fließt. Der Kernbereich des Drömlings blieb in der Weichselkaltzeit durch weiter anhaltende Subrosionsprozesse als Depression erhalten und fing die Wasser beider, dort durch kleine Rinnsale kommunizierenden Flüsse auf (Bifurkation). Es folgte die Aufschotterung der maximal 10 m mächtigen fluviatilen Niederungssande, die die Drömlingniederung bis auf 55-58 m über NN auffüllten. Die unter dem Torf weit verbreiteten spätglazialen Kalkmudden belegen, daß schon ab dem Ausgang der Weichselkaltzeit weite Bereiche des Drömlings unter Wasser standen. Vereinzelt vorhandene Sandhorste stehen entweder mit unterschiedlicher Absenkung des Untergrundes in Verbindung oder wurden von der Erosion der Flußrinnen am Ende der Weichselkaltzeit verschont. Der Drömling ist ein fast 30 km breites Becken, welches im Westen und Südosten mit dem Talzug nur durch etwa 2 km breite Talengen verbunden ist. Im Norden tritt die Ohre in den Drömling ein, und im Süden ist es die Aller, die Wasser in das Gebiet bringt. Aufgrund des geringen Gefälles verzweigte sich das Wasser der Ohre und der Aller in kleine Rinnsale und strömte durch das gesamte Gebiet. Dadurch wurden Schlick, Feinsand und Torf abgelagert, so daß großflächig Versumpfungsmoore entstehen konnten. Der Flachmoortorf füllte alle ursprünglichen Senken und tieferliegenden Flächen allmählich bis zur heutigen, fast ebenen Fläche auf. Auf diese Weise entstand ein 1-2 m mächtiges Niederungsmoor, das bis auf einige Sandhorste die gesamte Niederung des Drömlings bedeckt. Der Drömling liegt in der Bodengroßlandschaft des östlichen Aller-Urstromtals. Hier wurden Entstehung, Morphologie und Eigenschaften der Böden fast auschließlich durch das in wechselnder Tiefe zirkulierende Grundwasser bestimmt. Im Drömling können drei geomorphologische Bodenbildungsbereiche unterschieden werden: die Niederterassen, die Drömlingsniederung im engeren Sinne und die Auen von Aller und Ohre. Die ältere (höhergelegene) Niederterrassenoberfläche liegt zwischen 61 und 59 m über NN. Sie umsäumt die Drömlingsniederung und bildet Inseln, sogenannte Horste, im Moorgebiet. Die Begrenzung zur Drömlingsniederung ist durch einen Geländeabfall mit 1 bis 2m Höhendifferenz ausgeprägt, der in historischen Karten noch als Böschung dargestellt wurde. Die auftretenden Böden weisen in der Regel eine Diskrepanz zwischen den im Profil sichtbaren hydromorphen Merkmalen und dem aktuellen, tiefer liegenden Grundwasserstand auf. Nach dem Flächenanteil dominieren Gley-Braunerden bis Podsol-Gley-Braunerden und reliktische, teils eisenreiche Gleye. In den grundwassernäheren Senken und Rinnen haben sich Humusgleye, seltener Moorböden erhalten. Die Drömlingsniederung nimmt zirka 50% des gesamten LSG ein. Sie beginnt etwa mit der 57,5 m Höhenlinie, die dem ehemaligen mittleren Wasserstand vor der Trockenlegung des Drömlings entspricht. Die Oberfläche der Niederung liegt bei 56,5 m über NN. Sie ist aufgrund der Moorsackung schwach wellig und wird durch Entwässerungsgräben und aufgeschüttete Dämme unterbrochen. Hier sind mineralische und organische Naßböden (Gleye, humusreiche Gleye, Anmoorgleye bis Moorgleye und Moorböden) entwickelt. Die Moorböden sind meist flach- bis mittelgründig. Nach der Entstehung sind die Moore Versumpfungsmoore mit Anteilen von Überflutungsmooren. Generell sind sie soweit entwässert, daß sich ein Erdniedermoor (entwässerter, degradierter Torfboden) ausgebildet hat. Zur Inkulturnahme sind die Torfböden unterschiedlich stark übersandet worden. Aufgrund der geringmächtigen Torfschicht und der Moorzehrung durch Entwässerung und Bewirtschaftung kommen im Randbereich des Moores in einem breiten Streifen Moorgleye, Anmoorgleye und Humusgleye vor. Ihre Entstehung ist hier auf den Humusabbau in sehr flachgründigen Moorbereichen bzw. auf die Vermischung der geringmächtigen Torfdecke mit Untergrundmaterial zurückzuführen. Der mittlere Grundwasserflurabstand liegt bei 2 bis 5 dm in den zentralen Bereichen und bei 7 bis 15 dm in den Randbereichen. Die Entwässerung und Nutzung der Moorfläche erfolgt bereits seit dem 18. Jahrhundert. Die Auen von Aller und Ohre münden von Süden und Norden in den Drömling. Im Sedimentationsbereich dieser teils breiten Rinnen wurden flächendeckend bis inselhaft sandige, lehmige und tonige Auensedimente über Niederungssanden abgelagert. In den zentralen Niederungsbereichen sind diese Sedimente ebenfalls geringmächtig vermoort. Entsprechend der Durchlässigkeit der Auensedimente und dem mittleren Grundwasserstand haben sich Gley-Vegas, Pseudogley-Vegas (Amphigleye) und Gleye sowie mit dem Eintritt der Auen in die Drömlingsniederung Humus-, Anmoor- und Moorgleye ausgebildet. Das wichtigste Fließgewässer des Drömlings ist die Ohre. Ihr fließen eine Vielzahl von Gräben und Kanälen zu, von denen Sichauer Beek, Friedrichskanal, Wilhelmskanal, Mittelgraben, Allerkanal, Secantsgraben, Landgraben und Flötgraben die bedeutendsten sind. Tangiert wird die Ohre im Bereich des Drömlings vom Mittellandkanal. Dieser steht über das Grundwasser in hydraulischer Beziehung zum unterirdischen Einzugsgebiet der Ohre. Das Gebiet des Drömlings befindet sich im Bereich der Klimabezirke ”Westliche Altmark” und ”Magdeburger Börde”. Letzterer Bezirk wird nur vom Südosten des Gebietes eingenommen. Von Westen nach Osten treten deutliche klimatische Unterschiede auf, da der Klimabezirk der Altmark auch als ”Übergangsklima der Lüneburger Heide” bezeichnet wird und von abnehmendem subatlantischen Einfluß gekennzeichnet ist. Das Klima des Drömlings kann als mäßig kontinental bezeichnet werden. Das Jahresmittel der Lufttemperaturen beträgt zirka 8,9 °C. Die mittleren Jahressummen der Niederschlagshöhen liegen bei 500 bis 600 mm. Charakteristisch für das Lokalklima des Drömlings sind die extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, die in der schlechten Wärmeleit- und -speicherfähigkeit des Moorbodens begründet sind. So ist es an warmen Sommertagen im Drömling deutlich schwüler, in den Nächten deutlich kälter als auf den umgebenden Randlagen. Einzelne Spätfröste treten in dem ausgedehnten Talkessel noch bis Anfang Juni auf, und die Nebelhäufigkeit ist ganzjährig relativ hoch. Der Drömling, insbesondere sein nordöstlicher Teil, das Übergangsgebiet zwischen den Endmoränenzügen des Klötzer Waldes und der großflächigen Niederungslandschaft, zeichnet sich durch das Auftreten von atlantischen Florenelementen aus, die hier ihre östliche Verbreitungsgrenze erreichen. Als solche sind folgende Arten hervorzuheben: Pillenfarn, Flutende Tauchsimse, Untergetauchter Scheiberich, Efeublättriger Hahnenfuß, Rankender Lerchensporn, Saat-Wucherblume und Quirlblättrige Knorpelmiere. Unter den Einfluß relativ hoher Niederschlagsmengeen (Südlicher Höhenrücken, Stauniederschläge) in Verbindung mit nährstoffarmen Sanden und schwach saurer Wasserbeschaffenheit entstehen für einige atlantische Florenelemente optimale Existenzbedingungen. Die ökologischen Besonderheiten anthropogen geschaffener Siedlungsstätten ermöglichen diesen Arten in der Erstbesiedlungsphase einen starken Entwicklungsdruck. So kommt es, daß man nach mechanischer Räumung der Grabensohle ausgedehnte Dominanzbestände antreffen kann. Andererseits dringen vom Elbetal her kontinental verbreitete Arten in den Drömling vor, wofür Glänzende Wiesenraute und Sumpf-Kreuzkraut repräsentative Beispiele sind. An den Ufern der Gräben ist in den Röhrichten das Vorkommen des Strauß-Gilbweiderichs erwähnenswert. Die Vorkommen sind infolge der Nährstoffanreicherung rückläufig. Als weitere bemerkenswerte Arten der submersen Grabenvegetation im nordöstlichen Drömling sind noch Sumpfquendel, Zwiebel-Binse, Alpen-Laichkraut und Nadel-Simse hervorzuheben. Zu weiteren erwähnenswerten Pflanzenarten im Drömling zählen Gemeiner Wasserschlauch, Moor-Greiskraut, Sumpf-Platterbse, Zungen-Hahnenfuß, Röhrige Pferdesaat, Lungen-Enzian, Rundblättriger Sonnentau, Alpen-Laichkraut, Froschbiß, Gemeine Wiesenraute, Aufrechtes Fingerkraut und Einbeere sowie Großes Zweiblatt mit sehr häufigem Vorkommen. Der Wiesen-Alant kommt nur noch sehr sporadisch vor, und der Lauch-Gamander wurde im Dannefelder Raum letztmalig vor 20 Jahren beobachtet. Mit einer Wiederbesiedelung des sachsen-anhaltischen Drömlings durch diese Art ist zu rechnen, da im angrenzenden niedersächsischen Raum Populationen großflächig siedeln. Die stark strukturierte Niederungslandschaft des Drömlings bietet über 40 Säugetierarten Lebensraum. Beispielhaft für die Bedeutung des Drömlings als Habitat bestandsgefährdeter Tierarten ist das Vorkommen des Fischotters. Seit 1994 lebt auch der Biber wieder hier. Das LSG bietet einer arten- und individuenreichen Vogelwelt Lebensraum. Bezeichnend dafür ist das Brutvorkommen von vier Großvogelarten. Die Kraniche, von denen während des Zuges über Tausend im Gebiet rastend angetroffen werden, brüten hier mit fünf bis zehn Paaren. Der Weißstorch erreicht mit rund 40 Brutpaaren im Bereich des Drömlings heute die höchste Brutdichte westlich der Elbe. Etwa 30 % der Weißstorchhorste befinden sich in der freien Landschaft. Die Bestandssituation dieser Art kann seit Jahrzehnten als stabil angesehen werden. Der ruhige Wälder bevorzugende Schwarzstorch ist mit einem Brutpaar regelmäßiger Brutvogel. Weiterhin befinden sich im LSG zwei Kolonien des Graureihers. Das ausgedehnte Grünland, welches kennzeichnend für das Niederungsgebiet ist, bildet den Lebensraum für den Großen Brachvogel. Mit gleichbleibend etwa 30 Brutpaaren weist der Drömling eines der stabilsten Brachvogelvorkommen im Land Sachsen-Anhalt auf. Weiterhin kommen Kiebitz und Bekassine als Brutvögel vor, letztere mit über 100 Brutpaaren. Die Uferschnepfe, bis Mitte der 70er Jahre noch regelmäßiger Brutvogel im Röwitzer Drömling, wurde 1986 letztmalig im Nordteil des Naturschutzgebietes „Südlicher Drömling“ erfolgreich brütend angetroffen. Mit elf Amphibien- und vier Reptilienarten besitzt der Drömling eine relativ reiche Herpetofauna. Besonders die individuenreichen Populationen der Rote-Liste-Arten Laubfrosch, Moorfrosch und Ringelnatter erreichen dabei landesweite Bedeutung. Die Insektenfauna des Naturraumes Drömling ist sowohl durch die an Wasser und Feuchtgebiete gebundenen hygrophilen Arten als auch durch die an die Trockenheit auf den Horsten ("Sandinseln") gebundenen xerophilen Arten gekennzeichnet. In den an Totholz reichen Wäldern wurde eine Vielzahl teilweise sehr seltener holzbewohnender Bockkäfer nachgewiesen. Zu den Entwicklungszielen gehört in erster Linie die Sicherung der geologisch-geomorphologischen Gegebenheiten. Dabei ist der Wasserhaushalt durch maximale Nutzung des Gebietsspeichers zu verbessern. Im Zusammenhang mit der Verbesserung des Wasserhaushalts und der Gewässergüte sind der Schutz beziehungsweise die Erhaltung der Moorböden zu sehen. Mit der Absenkung der Wasserstände, insbesondere in den Sommermonaten, geht eine zunehmende Mineralisierung der Niedermoore einher. Insofern wird eine Erhöhung der Wasserstände, das heißt das Halten des Wassers im Gebiet, gleichfalls dem Schutz des Moorkörpers dienlich sein. Ein weiteres wesentliches Ziel ist die Sicherung und Förderung der gebietsspezifischen Mannigfaltigkeit der Pflanzen- und Tierwelt. Dazu sind Maßnahmen zur Renaturierung und Rekonstruktion der Biotope, insbesondere der Feuchtbiotope, durchzuführen. Die Extensivierung der Grünlandnutzung auf großen Flächen ist eines der prioritären Ziele der Entwicklung im LSG. Auf mehr als 4 800 ha Grünland soll eine extensive Nutzung stattfinden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung der natürlichen Erlenbruch- und Erlen-Eschen-Wälder. Perspektivisch sollen auf 862 ha diese natürlichen Wälder erhalten oder entwickelt werden. Der Sicherung und Entwicklung des historisch entstandenen Landschaftsbildes, insbesondere der Moordammkulturen, und der daran gebundenen landschaftlichen Erholungseignung kommt ebenso Bedeutung zu. Die Entwicklungsziele sind in dem Pflege- und Entwicklungsplan Drömling für das Land Sachsen-Anhalt mit einzelnen Entwicklungskonzeptionen untersetzt. Es gibt folgende Konzeptionen und Planungen zur Entwicklung des Drömlings: - Konzeption zur Wiedervernässung, - Konzeption zum Schutz der Böden, - Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung der Biotope, - Maßnahmen zum Schutz der Gewässer, - Konzeption zum Schutz und zur Entwicklung des Landschaftsbildes sowie der Entwicklung der naturbezogenen Erholungsnutzung, - räumliche Pflege- und Entwicklungskonzeption sowie -anforderungen an die Nutzer. Die Planungsziele werden schrittweise mit der Durchführung eines Naturschutzgroßprojektes von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung bis zum Jahr 2003 realisiert. Der Drömling bietet seinen Besuchern vor allem in den Ortschaften am Rande des ehemaligen Moorgebietes einige charakteristische Sehenswürdigkeiten. Besonders interessant sind in Calvörde unter anderem das Marktensemble, die mittelalterliche Niederungsburg aus dem 10. Jahrhundert und die Holländerwindmühle; südlich Kunrau der Gedenkstein zur Erinnerung an den Gutsbesitzer Theodor Hermann Rimpau sowie das von ihm zwischen 1859 bis 1861 im italienischen Renaissancestil erbaute Schloß mit Aussichtsturm und Park im Ort Kunrau. Das Schloß dient heute dem Fremdenverkehrsverein und der Verwaltungsgemeinschaft Jeetze-Ohre-Drömling als Sitz. Im regionstypischen Fachwerkstil oder aus roten Ziegelsteinen erbaute alte Gehöfte aus der Zeit der Drömlingskultivierung sind noch in vielen Horsten und Kolonien zu sehen. Häufig befinden sich an den Häuserfronten der ein- bis zweigeschossigen Fachwerkbauten in den Kolonien und Ortschaften historische Balkeninschriften (u.a. Kathendorf, Niendorf, Weddendorf). Markant sind auch die überdachten Toreinfahrten zu den Innenhöfen der Bauernhäuser. Eine Besonderheit des Gebietes stellen die an windexponierten Standorten der hohen Drömlingsrandlagen errichteten Windmühlen dar. Bis heute erhalten sind die Holländermühlen in Calvörde und Niendorf und die Bockwindmühlen in Etingen, Weddendorf und Niendorf. Aus kultur- und nutzungsgeschichtlicher Sicht von Interesse sind die Grabensysteme und Kanäle zur Moorkultivierung. Zu nennen sind hier unter anderem der Friedrichs- und der Wilhelmskanal. Im Zuge der Entwässerungsmaßnahmen sind seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zahlreiche technische Bauwerke wie Wehre, Stauanlagen, Schleusen und Brücken entstanden. Bedeutende Anlagen sind das Verteilerwehr bei Buchhorst sowie die bis heute erhaltenen, mit Kettenanlagen ausgestatteten Holzwehre im Friedrichskanal aus dem Jahr 1875 und im Wilhelmskanal aus dem Jahr 1876. Sehenswert ist auch die Ohre-Brücke bei Taterberg als Erinnerungsplatz für die erste Drömlingsmelioration vor 200 Jahren. Wanderungen durch die Moordammkulturen des Norddrömlings sind ein besonderes Erlebnis. Ein ausgeschildeter Wanderweg führt an reizvollen Moordammkulturen vorbei und zeigt neben der Landschaft auch den Rimpaustein, der an den ”Vater” dieser Landschaft erinnert. Des weiteren vermitteln Naturlehrpfade Informationen über die Landschaft. Ein Lehrpfad geht von Kunrau aus und erschließt den nördlichen Drömling. Der zweite Naturlehrpfad ist an das Informationszentrum des Drömlings in Kämkerhorst angebunden und zeigt Ausschnitte aus der Landschaft im mittleren Teil des LSG mit bewaldeten Horsten und Feuchtgrünländern. Das Informationszentrum gibt dem Besucher Auskunft über Sehenswürdigkeiten, Erholungsmöglichkeiten und über die Naturschutzziele der Landschaft. Siedlungsgeschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Drömling durch den Mönch Widukind aus dem Kloster Corvey an der Weser im Jahre 938 als locus Thrimmining ("Schwankende Örtlichkeit"). Aus dieser Zeit ist überliefert, daß ein nicht näher benannter Wende einen ungarischen Heerhaufen aus Richtung Süden über die Bode (superlitus badae) bis in das Drömlingsgebiet geführt haben soll, der dort schließlich durch die Unkenntnis der Örtlichkeit und durch die gegnerischen Waffen seinen Untergang fand. Der Drömling gehörte wie die gesamte Altmark ursprünglich zum Frankenreich und wurde 870 dem ostfränkischen Staat zugeschlagen, aus dem später das deutsche Reich hervorging. Im 9. Jahrhundert wurde die Altmark an die sächsischen Bistümer Verden und Halberstadt angegliedert, deren Diözesegrenze durch den Drömling verlief. Im weiteren war das einstige Waldsumpfgebiet des Drömlings infolge seiner Unpassierbarkeit über viele Jahrhunderte das Grenzgebiet zwischen den Herrschaftsbereichen der Markgrafen von Brandenburg, der Stifte zu Magdeburg und zu Halberstadt und der Herzöge von Braunschweig. Die jahrhundertelange Grenzwirkung des Gebietes durch politische und naturräumliche Gegebenheiten drückt sich noch heute in den mundartlichen Unterschieden zwischen Nord- und Süddrömlingern aus. Die Entwicklung der heute gebräuchlichen Regionsbezeichnung erfuhr insbesondere im Mittelalter immer wieder Veränderungen. Nachgewiesen sind die Namensformen locus Thrimmining (938), silvam Trumelingam (1193), Dromeling (1420), Tremeling (1485) und Dremeling (1506). Die jetzige Schreibweise Drömling wird etwa seit dem Jahre 1520 ständig verwendet. Zu den vermutlich ältesten Drömlingsdörfern gehören Etingen und Rätzlingen. Die urkundliche Ersterwähnung Etingens geht bis ins Jahr 961 zurück. Anno 1472 wird das Dorf Kunrau erstmalig erwähnt. Die damals wüste Siedlung wurde als Gimrou durch Kurfürst Albrecht Achilles von Brandenburg an das Geschlecht von Alvensleben belehnt. In einer weiteren Urkunde bewilligte Kurfürst Joachim und Markgraf Albrecht von Brandenburg im Jahr 1506 die Verpfändung eines Teiles des Schlosses Gardelegen sowie der Wüstung Kunnerou (Kunrau) und anderer Orte, u.a. Nigenferchow (Neuferchau) und Germen (Germenau), an Dietrich von Alvensleben. Erst 1559 wurde Kunrau von zwölf Bauern besiedelt, die das Land von Valentin von Alvensleben belehnten. Der Drömling wurde im Mittelalter von zwei wichtigen überregionalen Handels- und Heerstraßen tangiert, zum einen der Straße von Leipzig über Magdeburg nach Lüneburg und Hamburg sowie zum anderen der Verbindung von Stendal über Gardelegen nach Braunschweig. Seinerzeit war der Drömling nur in trockenen Sommern bzw. langen Frostperioden und an sehr wenigen Stellen passierbar. Überliefert ist lediglich ein Knüppeldamm unbekannten Alters, der Oebisfelde über Bergfriede mit Miesterhorst und Mieste verband. Später nahm der Damm den Handelsweg von Stendal über Gardelegen nach Braunschweig auf. Sein Verlauf entspricht weitgehend dem der heutigen Bundesstraße B 188. Die Besiedlungsgeschichte der jüngeren Zeit wurde wesentlich von den in verschiedenen Etappen verlaufenen Bestrebungen zur Urbarmachung des Drömlings geprägt. Neben den besiedelten und bereits recht früh kultivierten Horsten entstanden während und nach der durch Preußen vorangetriebenen ersten großen Melioration gegen Ende des 18. Jahrhunderts einige sogenannte Kolonien im Moorgebiet selbst. ”Kolonie" ist eine noch heute ortsübliche Bezeichnung für neuangelegte Siedlerstellen. Letztlich wurde der Drömling radial unter den Anliegergemeinden aufgeteilt, die nun den ehemals "freien Drömling" für sich beanspruchten. Auch Randgemeinden bekamen außerhalb ihrer Gemarkungsgrenzen Anteile zugesprochen, so u.a. Gehrendorf, Grauingen, Lockstedt, Peckfitz und Sichau. Der weitere Landesausbau wurde durch diese Verfahrensweise eher gehemmt als gefördert, da die sich anschließende Erschließung der Flächen einseitig von den umliegenden Ortschaften aus erfolgte. Neue dörfliche Ansiedlungen entstanden infolgedessen nicht. Die Einwohnerzahl stieg in allen Drömlingskolonien von 490 im Gründungsjahr des Deutschen Reiches auf 576 im Jahr 1885 an. Auf dem durch die Trockenlegung des Bruches gewonnenen Neuland erfolgte in den letzten 200 Jahren jedoch keine konsequente Aufsiedlung, es diente lediglich als "Ergänzungsfläche" für den vorhandenen landwirtschaftlichen Produktionsprozeß bzw. durch die Kolonien als "Vorposten" für eine bereits bestehende Siedlungsstruktur im Umland. Insgesamt blieben deshalb die Bevölkerungszunahme und Siedlungsentwicklung in der südwestlichen Altmark bis heute hinter der Gesamtentwicklung in Deutschland zurück. Moordammkulturen Ab 1862 wurde im Drömling unter der Leitung von Theodor Hermann Rumpau im großen Stil begonnen, Moordämme anzulegen. Für den Abfluß des Wassers wurden Vorflutgräben angelegt und an diese eine Anzahl paralleler Dammgräben angeschlossen, in denen sich das Wasser sammelte. Die ausgehobene Moorerde wurde zur Aufhöhung auf die Dammfläche planiert, der dem tieferen mineralischen Untergrund entnommene Sand wurde anschließend etwa 10 cm hoch aufgebracht. Vermischungen zwischen Moor und Sand wurden weitgehend vermieden, da sonst anmooriger Sand mit schlechteren Standorteigenschaften entstanden wäre. Daher richtete sich auch der Pflughorizont nach der Stärke der Sanddecke. Insbesondere die zahlreichen Rimpauischen Kulturen im nördlichen Drömling lassen sich durch ca. 25 m breite Dämme charakterisieren, in die Schmal- und Mittelgräben eingebettet sind, die jeweils von Moordammgräben begrenzt sind. Diese Gräben weisen heute unterschiedliche Verladungsstadien auf. Differenzierte Flächengröße und baumbestandene Wege lassen ein ästhetisch hochwertiges Landschaftsbild entstehen. Die Kleingliedrigkeit der Landschaft wird durch die Moordammgräben bestimmt, die mit Erlen- und Weidengehölzen, mit Röhrichten oder Uferstaudenfluren bewachsen sind. Demgegenüber steht die großräumige Gliederung der Landschaft, die durch die baumbestandenen Wege, meist Pappelreihen, bedingt ist. Waldflächen sind in diesem Bereich selten. Der südliche Drömling ist dagegen mehr von der Kunrauer Methode der Moordammbewirtschaftung gekennzeichnet. Hier dominieren große offene Wiesen- und auch Ackerflächen, die von Teichgräben, mehr als 5 m breiten Gräben, durchzogen sind. Der Charakter der Landschaft ist hier wesentlich offener und weniger mit Strukturen untersetzt. Die Kleingliedrigkeit der Landschaft ist nicht gegeben, auch fehlen an Wegen häufig Bäume. Gefährdung und Schutz der Moore Ein großes Problem besteht im LSG durch die fortschreitende Moormineralisierung. Durch die Meliorationsmaßnahmen der letzten 200 Jahre und insbesondere durch die Tätigkeiten der letzten Jahrzehnte, die mit Grundwasserabsenkung und Zufuhr von Nährstoffen (Düngung) verbunden waren, nahm die Mineralisierung des Moores zu. Mit der Vererdung und der Vermullung der Niedermoore, die mit einer Moorsackung einhergehen, sind eine Verschlechterung des Gefüges und vor allem eine starke CO2- und Stickstofffreisetzung verbunden, die nachteilige Folgen für den Naturhaushalt hat. Durch vergleichende Untersuchungen konnte festgestellt werden, daß der Moorschwund in den letzten 55 Jahren im Mittel etwa 20-25 cm betragen hat. Die durchschnittlichen Moormächtigkeiten schwanken heute zwischen 2 und 4 dm. Schreiten der Torfabbau und die Umwandlung der Niedermoore in Anmoore weiterhin so fort, kann man davon ausgehen, daß spätestens in 50-80 Jahren der größte Teil des Drömlings in eine Sandniederung mit wenigen Moorinseln umgewandelt ist. Der Schutz der gefährdeten Biotope und der in ihnen lebenden Pflanzen- und Tierarten hängt demzufolge von der Erhaltung des Niedermoores ab. (1) Wiesenbrüter- und Storchenschutz Die internationale private Stiftung „The Stork Foundation - Störche für unsere Kinder“ hat den Grunderwerb auf vier Teilbereiche nördlich der Stadt Oebisfelde, in den Gemarkungen Buchhorst, Wassensdorf und Breitenrode, konzentriert. Etwa 450 ha sollen hier im Rahmen der Flurbereinigung durch das zuständige Amt für Landwirtschaft so zusammengelegt werden, dass biotopverbessernde Maßnahmen durch Anheben des Grundwasserflurabstandes folgen können. Ein Teil des Grünlandes wird derzeit wieder extensiv mit konventionellen Mähbalken tierartenschutzgerecht geschnitten. Allein im engeren Projektgebiet der Stiftungwurden bisher acht Bodensenken ausgeschoben, meist mit einer flachen Insel im Zentrum. Eine 1999 durchgeführte Effizienzkontrollezeigte, dass die Arten des extensiven Feuchtgrünlandes im Naturpark „Drömling“ zugenommen haben. Eine Neuansiedlung von Wachtelkönig und Wiesenweihe erfolgte. Der Anstieg des Weißstorchbestandes von 33 Horstpaarenim Jahr 1990 auf 42 Horstpaare im Jahr 2002 belegt die positive Tendenz des Weißstorch-Schutzprogramms „Drömling/Sachsen-Anhalt“. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X (1) Abschnitt "Wiesenbrüter- und Storchenschutz" aktualisiert in: Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

LSG Harbke-Allertal Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge Verschiedenes

Das LSG liegt am westlichen Rand des Ohrekreises und im nordwestlichen Bördekreis. Große Teile gehören zur Landschaftseinheit Ohre-Aller-Hügelland, der Rest zur Landschaftseinheit Börde-Hügelland. Von Everingen im Norden bis Sommersdorf im Süden erstreckt sich das LSG auf 24 km Länge in Nord-Süd-Richtung. Die Ausdehnung in Ost-West-Richtung beträgt 4-7 km. Die westliche und nördliche Begrenzung des LSG ist mit der Landesgrenze zu Niedersachsen weitgehend identisch. Im Nordosten grenzt es an das LSG „Flechtinger Höhenzug“. Durch die tektonische ”Allertalstörung” entstand der in Süd-Nord-Richtung verlaufender Grabenbruch des Allertals, der den bewaldeten Höhenzug des Lappwaldes im Westen von der sowohl ackerbaulich als auch forstlich geprägten Weferlinger Triasplatte im Osten trennt. Das stark bewegte Hügelland wurde im Bereich seiner höchsten Erhebungen bei Harbke in früheren Zeiten auch als ”Magdeburger Schweiz” bezeichnet. Das LSG wird von der Bundesautobahn A2 zwischen Morsleben und Marienborn in west-östlicher Richtung durchzogen. Südlich dieser Verkehrstrasse liegt das Teilgebiet Harbke mit den großflächigen Buchenwäldern des Harbker Forstes. Hier liegen auch mit dem Rodenberg und dem Heidberg die mit 207 m über NN beziehungsweise 211 m über NN höchsten Erhebungen des LSG. Im Süden tritt die Aller, von Osten kommend, in das Gebiet ein und verläuft in dem reizvoll gewundenen, schmalen Allertal nach Norden. Erst bei Weferlingen weitet sich das Tal zu einer gering reliefierten Ebene. Die Wälder des Lappwaldes werden als Nadel- und Laub-Nadelmischforsten genutzt. Es bestehen größere Laubwälder im Bischofswald bei Weferlingen, im Streitholz bei Schwanefeld und im Harbker Forst. Östlich der Aller sind Hagholz, Rehm und Bartenslebener Forst größere naturnahe Laubmischwälder. Größere ackerbaulich genutzte Flächen bestehen zwischen Sommersdorf und Marienborn, östlich Bartensleben und Walbeck sowie nördlich Weferlingen. Die Niederung der Aller wurde traditionell als Grünland genutzt. Nach Meliorationen entstanden auch hier größere Ackerflächen. An den Osthängen des Allertals erstrecken sich auf flachgründigen Kalksteinverwitterungsböden extensiv beweidete, magere Hutungen, die sich teilweise in Sukzession zu Trockengebüschen befinden. Das Gebiet wird von zahlreichen kleinen Fließgewässern durchzogen. Die im Bereich der Waldflächen verlaufenden Gewässer, wie Wirbkebach, Mühlenbach und Riole, sind naturnah erhalten. Im Bereich der landwirtschaftlichen Flächen sind die Aller und ihre Zuflüsse mehr oder minder stark begradigt und verbaut. Bei Weferlingen wird die Landschaft durch großflächigen Gesteinsabbau beeinträchtigt. Am Ortsrand von Morsleben stellen die Gebäude des atomaren Endlagers optische Störfaktoren dar. Südlich Morsleben ist die breite Trasse der Bundesautobahn A2 eine die Landschaft zerschneidende Linie mit optischer und akustischer Störwirkung. Während der Jungsteinzeit lag der Schwerpunkt der Besiedlung zwischen Sommersdorf und Bartensleben, doch auch von Siestedt sind Fundstellen bekannt. Dabei wies die Hochfläche zwischen Marienborn und Harbke bevorzugt Grabanlagen, das heißt Grabhügel und Großsteingräber, auf. Während der Bronzezeit und Eisenzeit verlagerten sich die Siedlungsaktivitäten stärker auf die Gegend um Beendorf und Hödingen. Die Siedlungsnachweise der römischen Kaiser- und Völkerwanderungszeit beschränken sich demgegenüber auf die unmittelbare Umgebung der Ortschaften Weferlingen, Morsleben und Sommersdorf. Die Linienbandkeramikkultur als das älteste Volk von Ackerbauern ist im Allertal mit nur einer Fundstelle bei Marienborn belegt. Danach schien die Besiedlung in der frühen Jungsteinzeit abzubrechen. Sie setzte erst in der mittleren Jungsteinzeit wieder mit der Tiefstichkeramikkultur ein. Dieser folgten dann die Kugelamphoren- und die Schönfelder Kultur. Die Bevölkerung der Tiefstichkeramikkultur errichtete den Toten mächtige Grabhügel mit steinernen Grabkammern, wobei sich bei Harbke noch vier, bei Marienborn fünf Großsteingräber erhalten haben. Eine Siedlung dieser Kultur bestand in Beendorf. Der 0,8-1,0 m tief liegende jungsteinzeitlichen Siedlungshorizont bildete noch während der späten Bronzezeit die gewachsene Oberfläche, als sich an dieser Stelle Siedler niederließen, die ihre Toten in Steinkisten beisetzten. Das Gräberfeld blieb bis in die frühe Eisenzeit hinein bestehen. Auch ein Grab der Glockenbecherkultur ist von dort bekannt. Grabhügel der Bronze- und Früheisenzeit haben sich bei Harbke erhalten. Sie besitzen einen Durchmesser von 11 m und eine Höhe von 2 m und werden von Steinkränzen umschlossen. Die Grabhügelfelder bei Marienborn befinden sich über den steil abfallenden Talhängen der Aller und stellen mit mehr als 100 Grabhügeln einen der größten Bestattungsplätze dieser Art in Mitteldeutschland dar. Aus Hödingen stammt ein Hortfund der Bronzezeit, der ein Hängebecken und damit ein Meisterwerk nordischer Gießerkunst aufweist. Der Hort umfaßt neben Schmuckstücken auch Gußrückstände und ist damit als Gießerdepot zu interpretieren. Dies läßt eine Werkstatt in der Umgebung vermuten und, verbunden mit einem zweiten Bronzehortfund bei Weferlingen, auf die Bedeutung des Allertales während der Bronzezeit schließen. Während der Früheisenzeit siedelte im Allertal die Hausurnenkultur. Die Nutzungsgeschichte wird aufgrund des hohen Waldanteils im LSG seit langem von der Forstwirtschaft und anderen Nutzungen dieser Wälder geprägt. Bereits im Mittelalter entstanden auf den fruchtbareren Böden Rodungen zur Anlage von Ackerflächen. Noch im 18. Jahrhundert wurden in einer letzten Rodungsphase Wälder bei Weferlingen, bei Bartensleben und im Allertal in Äcker umgewandelt. Andere ehemalige Ackerflächen wurden wieder aufgeforstet. So bezeugen Wölbäcker im Hagholz bei Weferlingen die ehemalige Ackernutzung. Die grundwassernahen Böden des Allertals befanden sich traditionell in Grünlandnutzung. Die Melioration ermöglichte die Umwandlung von Grünland in Ackerflächen. Noch im Jahre 1990 wurden im Raum Schwanefeld und Morsleben größere Grünländer umgebrochen. Die flachgründigen Rendzinen auf Kalkstein am Osthang des Allertals konnten ackerbaulich nicht genutzt werden. Vielerorts entstanden durch extensive Schafhutung artenreiche Halbtrockenrasen, die heute von besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung sind. In diesem Jahrhundert wurde die Landschaft vor allem durch Abbau von Hartgesteinen, Sand, Eisenerz und Kalisalz geprägt. Bei Weferlingen entstanden im Rahmen des Kalkstein- und Quarzsandabbaus große Tagebaue. Bei Walbeck wurden in der Alleraue kleine Tonvorkommen ausgebeutet. Südlich Sommerschenburg wurde bis in das Jahr 1954 Eisenerz gewonnen. Ein Restloch dieses Abbaues wurde in späteren Jahren als Badeanstalt genutzt. Westlich Harbke entstanden außerhalb des LSG riesige Braunkohlentagebaue. Bei Morsleben wurden die im Bereich der Allertalstörung nach oben getriebenen Zechsteinsalze zum Abbau von Kalisalzen genutzt. In den letzten Jahrzehnten fand die Umwandlung der alten Salzstöcke in ein Endlager für radioaktiv schwach und mittel belastete Abfälle statt. Es ist derzeit das einzige Endlager auf dem Gebiet der Bundesrepublik. Die Wälder um Harbke waren in früheren Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel der Bürger von Magdeburg und Helmstedt. Bedingt durch die grenznahe Lage konnte das Gebiet nach dem II. Weltkrieg von beiden Seiten nicht mehr erreicht werden. Durch die Lage im ehemaligen Grenzgebiet erfolgte die forstliche Nutzung der Wälder westlich des Allertals nur in geringer Intensität. Es konnten sich ruhige und naturnahe Lebensräume entwickeln. Die 1 bis 2 km breite tektonische Struktur der Allertalzone quert das LSG von Alleringersleben bis südwestlich von Weferlingen. Die Begrenzung der Struktur erfolgt durch herzynisch streichende Tiefenstörungszonen, die das LSG in drei unterschiedliche geologische Einheiten zerlegen. Die Allertal-Struktur wird von der sich nordöstlich anschließenden Weferlingen-Schönebecker Trias-Platte durch eine Störungszone begrenzt, die über Groß Bartensleben, Schwanefeld und Walbeck verläuft und vom steilen Ostufer der Aller markiert ist. Mittels einer anderen Störungszone im Südwesten, die entlang der Linie Morsleben-Beendorf und westlich Walbeck im Relief kaum auffällt, grenzt sich die Allertal-Struktur gegen die Lappwald-Mulde ab. Der geologische Bau des Gebietes wird von Formationen des Tafeldeckgebirges geprägt, die sich ab oberem Perm vor etwa 250 Millionen Jahren bildeten. Die ältesten Gesteine, die Zechstein-Gruppe, treten nirgends zutage. Im Untergrund der Weferlingen--Schönebecker Trias-Platte sind sie als Mergelschiefer und Anhydrite, in der Nähe der Allertal-Struktur mit Resten der Salzeinlagerungen erhalten geblieben. Auch in der Lappwald-Mulde sind die Mächtigkeiten des Zechsteins erheblich reduziert worden. Der Grund dafür ist die Abwanderung der Stein- und Kalisalze zur Allertal-Struktur, wo sie sich bis Ende der Unterkreide vor zirka 110 Millionen Jahren mit großer Mächtigkeit in einem langgestreckten, die gesamte Struktur ausfüllenden Salzstock (Spaltendiapir) angestaut haben. In der Zeit von 1897-1969 wurden die Salze unter Tage in Morsleben und Bartensleben abgebaut. Am Nordostrand der einer extremen Zerrung und Erweiterung ausgesetzten Struktur sind die Gesteine des Muschelkalks und des Keupers einbezogen worden. Heute treten sie als Schollen teilweise hart an das Ostufer der Aller heran. Das sind zum Beispiel langgestreckte, nach Westen sich steil heraushebende Wellenkalkzüge zwischen Weferlingen und Walbeck, bei Schwanefeld sowie zwischen Groß Bartensleben und Alleringersleben. Innerhalb der Allertal-Struktur gibt es sowohl Schollen aus Sandsteinen/Mergelsteinen des Keupers als auch aus Jura-Tonen. Sie sind wahrscheinlich in einem Scheitelgraben, der sich nach der Jura-Zeit durch die Zerrung und/oder Auslaugung über dem durchgebrochenen Salzstock gebildet hat, eingesunken. Als Schollen kommen die Jura-Tone auch entlang der südwestlichen Begrenzung der Allertal-Struktur vor. Auslaugung der Salze im oberen Bereich führte zur Bildung des Gipshutes, der heute von maximal 300 m mächtigen Ablagerungen der Kreide, des Tertiärs und des Quartärs bedeckt ist. Aufgrund der örtlich weiter anhaltenden Bewegungen der Deckschichten können einzelne geologische Einheiten fehlen, andere dafür sehr mächtig werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß zum Beispiel quartäre Bildungen im Bereich der jungen Subrosion stratigraphisch nahezu vollständig mit über 100 m Mächtigkeit vorhanden sind und direkt dem Caprock aufliegen. Bis an die Oberfläche reichen die tertiären Quarzsande, die bei Walbeck für die Glasproduktion abgebaut werden. Der tektonischen Struktur folgend, formte die Aller ein breites Tal aus, das mit weichselkaltzeitlichen und holozänen fluviatilen Sanden und Auenlehmen, manchmal Torfen und Anmooren, gefüllt ist. Die Lagerung der Gesteine im Bereich der Weferlingen-Schönebecker Trias-Platte ist relativ ruhig. Die flach zur Allertal-Struktur geneigten Schichten wurden nur in unmittelbarer Nähe zum Strukturrand in die Randsenkenbildung einbezogen. Teile einer Einmuldung stellen zum Beispiel Muschelkalk-Plateaus nordöstlich Walbeck, die hier zur Splittherstellung abgebaut werden, und bei Alleringersleben dar. Die Täler der kleinen Bäche folgen dem allgemeinen Südwest-Fallen der Schichten. Hier können weitere, nach Nordosten immer ältere Gesteine der Trias-Abfolge beobachtet werden. Nördlich Bartensleben stehen rote Ton- und Schluffsteine (Letten) des Oberen Buntsandsteins (Röt) an, die Einschaltungen von Gips enthalten. Die Gipse sind im Ausstrichbereich meist ausgelaugt. Die Subrosion wird im Gelände durch eine parallel dem Schichtstreichen von Nordwest nach Südost verlaufende Zone von Erdfällen und Geländeeinsenkungen nachgezeichnet. Viele der Erdfälle im Bartenslebener Forst sind mit Wasser und Schlamm ausgefüllt. Südlich des Schäferberges bilden sich in einem kleinen Bach durch austretendes Wasser rezente Kalktuffe. Die Schöllecke, die das LSG im Nordwesten begrenzt, folgt zum Teil den Störungszonen von Südost nach Nordwest und durchfließt mit relativ steilen Hängen die Schichten des unteren Buntsandsteins bei Hörsingen und des mittleren bei Eschenrode. Zwischen Hödingen und Siestedt folgt sie einer durch Auslaugung von Gips und Salz an der Basis des Röts entstandenen Senke. Die Trias-Schichten sind gelegentlich von geringmächtigen oligozänen Tonen, saalekaltzeitlichen Schmelzwassersanden und Geschiebemergeln sowie von weichselkaltzeitlichen Fließerden (insbesondere auf Röttonen) und in flachen Mulden von Löß überlagert. Der Südwesten des LSG gehört zur Lappwald-Mulde, einer primären Randsenke. Sie wird meist durch nordwestlich gerichtete, langgestreckte Höhenzüge aus Keuper (Rhät)-Sandstein/Schieferton und durch flach in die dunklen Jura-Tone eingesenkte Depressionen gegliedert. In vielen kleinen Steinbrüchen westlich Walbeck und südlich Beendorf sind die Rhät-Sandsteine für Bauzwecke abgebaut worden. Der höchste Berg bei Marienborn (Rodenberg, 207 m über NN) besteht aus eisenhaltigen Kalksandsteinen des Jura (Arietenlias), die oolithische Eisensteine enthalten und zwischen Sommerschenburg und Badeleben der Eisengewinnung dienten. Sowohl Quellwasseraustritte als auch tiefe, quer zum Streichen der Festgesteinsschichten eingeschnittene Täler sind im Lappwald meist an tektonische Störungen gebunden. Die Riole enthält zum Beispiel bei Walbeck vermoorte Quelltöpfe und durch Hangdruckwasser bedingte Quellbereiche. Solche Moore und Quellwasser werden in Bad Helmstedt für Heilzwecke genutzt. Die Keuper- und Jura-Schichten des Lappwaldes werden gelegentlich von Löß, wie beispielsweise südlich Beendorf und von Geschiebemergel, südlich Morsleben, überlagert. Das Gebiet zwischen Helmstedt, Harbke, Marienborn und Sommersdorf befindet sich bereits im Bereich des Tertiärbeckens des Oscherslebener Sattels. Hier sind Kuppen aus kohleführendem Eozän, örtlich aus marinem Oligozän, zu beobachten, die oft von Löß und Geschiebemergel umhüllt sind. Die tertiäre Kohle wurde bis vor kurzem noch im Tagebau bei Harbke abgebaut. Das LSG liegt fast vollständig in der Bodenlandschaft Nördliches Bördevorland. Im Norden wird die Etinger Geschiebelehmplatte erfaßt und im äußersten Südwesten bei Harbke reicht das LSG in das Ostbraunschweigische Löß-Hügelland hinein. Das Allertal selbst enthält durchgehend Gley-Tschernitzen und randlich Gley-Kolluvisole aus umgelagertem Löß, durchgehend tiefhumose, dunkle Auenböden mit ersten Wassermerkmalen zwischen 0,4–0,8 m unter Flur. Die bodenkundlichen Verhältnisse außerhalb des Allertals werden durch die sehr wechselhaften geologischen Verhältnisse bestimmt. Im südlichen bis mittleren Teil (etwa südlich Marienborn bis Groß Barthensleben) finden sich in weiter Verbreitung Parabraunerden aus Löß, zum Teil von Geschiebemergel unterlagert. Dort, wo karbonathaltige Gesteine oberflächennah anstehen, finden sich unterschiedliche Pararendzinen aus skeletthaltigem Löß und Sandlöß über Lehmfließerden beziehungsweise Pararendzinen aus skeletthaltigem Löss über schluff-tonigem Gesteinszersatz. Über Sand und Sandsteinen treten überwiegend Braunerden auf, so als Braunerden aus sandig-lehmigem Geschiebedecksand über Schmelzwassersand als Braunerden aus skelettführendem, lehmigen Sand über Keupersandstein bzw. dessen Zersatz. Im Buntsandstein-Verbreitungsgebiet können aus den Braunerden durch tonigen Untergrund und stauende Nässe Pseudogley-Braunerden werden. Im nördlichen Abschnitt auf der Etinger Geschiebelehmplatte dominieren Pseudogley-Braunerden bis Pseudogley-Fahlerden aus lehmigem Geschiebedecksand über Geschiebemergel. Das Gebiet entwässert über die Aller in nördliche Richtung. Der Aller fließen von Osten und Westen verschiedene kleinere Bäche zu, zum Beispiel die Riole, der Salzbach, bei Harbke der Wirbkebach und der Mühlenbach. Natürliche Stillgewässer sind nur in Form von Erdfällen im Gips des Bartenslebener Forstes vertreten. Künstliche Stillgewässer entstanden durch Festgesteinsabbau bei Weferlingen, durch Tonabbau bei Walbeck, durch Eisenerzabbau bei Sommersdorf/Sommerschenburg oder Stau von Bächen, zum Beispiel Schwarzkuhlenteich am Harbker Schloß. Das Grundwasser ist im Festgestein vorwiegend an Kluft- und Karstgrundwasser gebunden und liegt in Tiefen zwischen 90 m (im Kalkgestein) und 10 m vor. Nur in den Bachauen steigt es auf wenige Meter Tiefe oder kleinflächig bis an die Bodenoberfläche an. Die Niederschläge liegen im langjährigen Mittel im Lappwald bei 550 bis 600 mm. In den östlichen Teilen des LSG gehen sie leicht auf 525 bis 550 mm zurück. Die Jahresmitteltemperatur wird mit 8,5°C angegeben, wobei das Julimittel bei 18°C und das Januarmittel bei -1 °C liegt. Die potentiell natürliche Vegetation des LSG wird auf Buntsandstein überwiegend von bodensauren bis mäßig bodensauren Buchenwäldern vom Typ des Flattergras-Buchenwaldes gebildet. Staunasse Standorte auf Keuper tragen einen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald. Reichere Standorte auf Muschelkalk und auf dem Röt des Oberen Buntsandstein sind mit Platterbsen-Buchenwald bestanden, wie er im Naturschutzgebiet „Rehm“ und am Kleppersberg anzutreffen ist. Auf Parabraunerden im Süden des Gebietes ist ein Mullbuchenwald vom Typ des Waldmeister-Buchenwaldes entwickelt. Schmale Bachtälchen tragen einen Winkelseggen-Eschenwald und an ihrem Unterlauf auch Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald und Erlenbruchwald. Im Bereich der lößbeeinflußten Tälchen im Süden des Gebietes ist auch ein reicher Waldziest-Eichen-Hainbuchenwald zu erwarten. Die aktuelle Vegetation entspricht auf Teilflächen, so im Harbker Forst, in den Naturschutzgebieten „Rehm“, „Bartenslebener Forst“ und „Bachtäler des Lappwaldes“ sowie am Kleppersberg noch weitgehend der potentiell natürlichen. Im Rehm ist ein reicher Platterbsen-Buchenwald ausgebildet. In der Baumschicht dominiert die Rot-Buche, vereinzelt treten Trauben- und Stiel-Eiche, Hainbuche und auf trockenen Kuppen Feld-Ahorn und Elsbeere auf. In der Strauchschicht sind Pfaffenhütchen und Seidelbast typische Arten. Die Krautschicht wird von einer reichen Geophytenflora mit Leberblümchen u.a. geprägt. Daneben sind Frühlings-Platterbse, Einblütiges Perlgras, Waldgerste, Wald-Zwenke, Violette Sitter und Erdbeer-Fingerkraut typische Arten. Feuchtere, staunasse Mulden tragen Berg-Ahorn und Esche sowie Ausdauerndes Bingelkraut und Giersch. Im Bartenslebener Forst spiegeln die unterschiedlichen Waldtypen die differenzierte geologische Situation wieder. Auf den mäßig armen Standorten ist ein Flattergras-Buchenwald mit Rot-Buche und Trauben-Eiche ausgebildet. Die Krautschicht wird von Wald-Flattergras, Schattenblümchen und Maiglöckchen geprägt. Ärmere Standorte tragen einen bodensauren Buchenwald mit Draht-Schmiele, Heidelbeere, Heidekraut und Pillen-Segge. Grundwassernahe Standorte tragen einen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald, dessen Krautschicht aus Roter Heckenkirsche, Feld-Ahorn, Hasel und Hartriegel gebildet wird während Wald-Primel, Erdbeer-Fingerkraut, Rasen-Schmiele und Sumpf-Pippau die Krautschicht kennzeichnen. In den durch Auslaugungsvorgänge des Gipses entstandenen Erdfällen sind teilweise Kleingewässer, Flach- und Zwischenmoore entwickelt. Zwischenmoorstadien weisen Igel-Segge, Fieberklee, Scheidiges Wollgras, Rundblättrigen Sonentau und Moosbeere auf. Der Kleppersberg bei Schwanefeld trägt artenreiche Kalkbuchenwälder vom Typ des Platterbsen-Buchenwaldes auf den Muschelkalkstandorten. Der Bärlauch tritt hier in großen Beständen auf. Die Baumschicht wird fast vollständig von der Rot-Buche beherrscht. Frischere Standorte tragen Hainbuche, Berg-Ahorn, Spitz-Ahorn und in der Strauchschicht Pfaffenhütchen, Roten Hartriegel und Hasel. In der Krautschicht treten Gelbes Buschwindröschen und Hohler Lerchensporn auf. Die tonigen Böden des Keupers tragen buchenreiche Eichen-Hainbuchenwälder mit Echter Sternmiere, Wald-Labkraut, Wald-Flattergras und Sauerklee in der Krautschicht. Auf nährstoffärmeren Sanden sind auch am Kleppersberg bodensaure Buchenwälder ausgebildet. Im Harbker Forst finden sich Vorkommen verschiedener Orchideenarten wie Nestwurz, Braunrote und Breitblättrige Sitter, Bleiches und Rotes Waldvöglein und Großes Zweiblatt. Im Lappwald haben sich in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Grenze weitgehend ungestörte Bachtäler erhalten, die mit naturnahen Vegetationstypen bestanden sind. Einige von ihnen sind im Naturschutzgebiet „Bachtäler des Lappwaldes“ geschützt. Auf den Röt-Sandsteinen sind bodensaure Buchenwälder entwickelt. Wo der Sandstein unmittelbar ansteht, ist die Krautschicht von Heidelbeere, Draht-Schmiele und Schattenblümchen geprägt. Staunasse Standorte in den Bachtälern tragen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald. Unmittelbar an den Bachläufen stocken Winkelseggen-Eschenwälder und kleinflächige Erlenbruchwälder. Wo der Bachlauf der Riole in das Allertal eintritt, sind feuchte Standorte in Bachnähe mit Schlankseggen-Ried, Engelwurz-Waldsimsenwiese, Schilf-Röhricht und Grauweidengebüsch bestanden. Individuenreiche Vorkommen des Breitblättrigen Knabenkrautes und kleine Flachmoorgesellschaften mit Fieberklee unterstreichen die Schutzwürdigkeit dieser Bereiche. Die kleinen Bäche, wie die Riole, sind Lebensraum von Bachforelle und Elritze. In den Quellgebieten kommen Bergmolch, Feuersalamander und Springfrosch vor. Die Wälder im Bereich des Lappwaldes sind reich an Totholz und weisen zahlreiche Spechthöhlen auf. Schwarz-, Mittel- und Kleinspecht kommen vor. Die Talränder des Allertals werden von Weideflächen eingenommen, auf denen zum Teil Trockengebüsche mit Weißdorn und Schlehe stocken. Neuntöter, Sperbergrasmücke und Gartengrasmücke sind hier charakteristische Vogelarten. Nach Ende der deutschen Teilung wurde das LSG als Erholungsgebiet wiederentdeckt. Daneben sollten aber auch die zwischenzeitlich entstandenen, ungestörten Lebensräume in Grenznähe geschützt und von Störungen freigehalten werden. Für die Waldflächen ist die Umwandlung der naturfernen Nadelholzforsten in standortgerechte Laubmischwälder anzustreben. Die im Randbereich des Hartgesteinsabbaus bei Weferlingen geschädigten Wälder sind zu sanieren. Daneben ist auch eine Vergrößerung der Waldflächen zur Herstellung größerer zusammenhängender Wälder möglich. Die Bachtälchen und Quellbereiche, insbesondere die Gewässerränder, sind von einer Bewirtschaftung auszunehmen. In der Alleraue sind grundwassernahe Standorte zum Schutz des Bodens und des Grundwassers als Grünland zu bewirtschaften. Die in den letzten Jahren umgebrochenen Flächen sind wieder zu Grünland zu entwickeln. Die feuchtesten Flächen sollten nur extensiv bewirtschaftet werden. Die Fließgewässerschonstreifen sind generell nur extensiv zu bewirtschaften oder von Nutzung freizuhalten. Die Ackerlandschaft sollte durch Anlage von Feldgehölzen und Hecken stärker gegliedert sowie ökologisch und landschaftsästhetisch aufgewertet werden. Ein durchgehender Verbund aus Gehölzstrukturen zwischen dem Kleppersberg und dem Bartenslebener Forst ist zu entwickeln. Aufgelassene Bergbaufolgelandschaften sind zu rekultivieren, mit geeigneten Holzarten aufzuforsten oder der Sukzession zu überlassen. Im Lappwald bietet sich die Anlage eines Wanderweges im Bereich des ehemaligen Grenzstreifens an. Sensible Bereiche wie die Quellen der Waldbäche sind dabei jedoch zu umgehen. Die kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten des Allertals sind durch die ”Straße der Romanik” erschlossen. Harbke-Marienborn Die hügelige Landschaft zwischen Marienborn und Harbke ist zu jeder Jahreszeiten ein reizvolles Ausflugsziel. Über die Bundesautobahn A2 oder auch per Eisenbahn und den Bahnhof Marienborn ist das Gebiet von östlicher oder westlicher Richtung gut zu erreichen. Die ausgedehnten Buchenwälder laden zu langen Wanderungen ein. Anschließend kann in Sommerschenburg das Schloß des Generalfeldmarschalles von Gneisenau besichtigt werden. Botanisch Interessierte werden den Landschaftspark in Harbke mit seinen zahlreichen Baumarten aufsuchen. Bartenslebener Forst Der Bartenslebener Forst bildet mit dem außerhalb des LSG gelegenen Erxlebener Forst ein zusammenhängendes Waldgebiet von mehr als 10 Quadratkilometer Fläche. Er lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Im Naturschutzgebiet „Bartenslebener Forst“ sind die naturnahen Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder von besonderer landschaftlicher Schönheit. Sehenswerte Zeugen der Erdgeschichte sind hier die großen Erdfälle, die durch Auslaugungen des unterliegenden Gips entstanden. Walbeck und Rehm Ein Besuch des LSG darf nicht ohne Besuch der Ruine der ottonischen Stiftskirche zu Walbeck beendet werden. Das Gebäude aus dem 10. Jahrhundert zählt zu den wertvollsten architektonischen Kostbarkeiten im Land. Der Burgberg bietet einen schönen Blick über das Allertal. Unweit von Walbeck liegt auf der östlich angrenzenden Hochfläche das Naturschutzgebiet „Rehm“. Hier kann auf einem Spaziergang ein Einblick in die artenreichen, naturnahen Kalkbuchenwälder gewonnen werden. Das Naturschutzgebiet kann auch mit der Bundesbahn über die Nebenlinie Haldensleben-Weferlingen angefahren werden. Ein Haltepunkt befindet sich unmittelbar am Rande des NSG. Das LSG ist reich an baulichen Zeugen der Kulturgeschichte. Die sachsen-anhaltische ”Straße der Romanik” durchquert das Allertal von Morsleben bis Seggerde. In Walbeck steht auf einem steil über dem Allertal aufragenden Burgberg die Ruine der ehemaligen Stiftskirche der Benediktiner. Graf Lothar II. von Walbeck hatte in seiner Burg das Stift bereits im Jahre 964 einrichten lassen. Wesentliche Teile dieses Baus sind in der Ruine noch erhalten, die zu den wenigen Zeugnissen ottonischer Architektur in Sachsen-Anhalt zählt. Eine besondere Kostbarkeit ist auch die sarkophagförmige Grabplatte von dem Grab des im Jahre 964 gestorbenen Stifters. Sie ist in der Dorfkirche von Walbeck aufbewahrt. In Weferlingen besteht mit dem ”Grauen Hermann” noch der aus dem 13. Jahrhundert stammende Bergfried einer ansonsten zur Ruine gewordenen Burg. Prinz Friedrich von Hessen-Homburg lebte hier im 17. Jahrhundert und hatte die Anlage restaurieren lassen. Am südlichen Schiff der Dorfkapelle zu Weferlingen befindet sich die Grabkapelle des Markgrafen Friedrich Christian von Brandenburg aus dem Jahre 1766. In Seggerde am Nordrand des LSG besteht in der feuchten Allerniederung ein weitläufiger, wenig gepflegter Park. Die ehemaligen Wiesenflächen wurden zum Teil mit Pappeln aufgeforstet. Auch in Groß Bartensleben gibt es einen Landschaftspark, der aus einer barocken Anlage entstanden ist. Die historischen Raumstrukturen sind durch unterlassene Pflege beeinträchtigt. Im zeitigen Frühjahr bietet die Blüte des Winterlings hier einen optischen Reiz. Ganz im Süden des LSG steht in Sommerschenburg eine alte Burganlage, die bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt ist. Im Jahre 1814 wurde sie von König Friedrich Wilhelm III. dem Generalfeldmarschall von Gneisenau für seine Verdienste in den Befreiungskriegen geschenkt. Die Gneisenaus ließen die alten Befestigungen abtragen und ein Wohnschloß erbauen. Vom Turm der Burg bietet sich ein weiter Rundblick auf das im Norden anschließende Allertal, den Höhenzug des Elm zwischen Königslutter und Schöningen im Westen, die Vorberge des Harzes und den Harz im Süden. Neben der Burg wurde ein englischer Park eingerichtet, der in den letzten Jahrzehnten mangels Pflege seinen ursprünglichen Charakter weitgehend verloren hat. Im Jahre 1841 wurde von der preußischen Armee ein Mausoleum für den verstorbenen Generalfeldmarschall errichtet, wo dieser bis heute bestattet liegt. In Harbke wurde die Burg im 18. Jahrhundert von Baumeister Martin Peltier aus Braunschweig erneuert und mit herrlichen Renaissanceportalen versehen. Ebenfalls in dieser Zeit wurde ein Landschaftspark angelegt, der für seinen artenreichen Baumbestand weithin berühmt war. Sogar Goethe soll hier im Jahre 1805 botanisiert haben. Bedingt durch die nahe Grenzlage sowie die Ausbeutung und Verfeuerung der Braunkohle aus den nahen Lagerstätten sind Schloß und Park in den letzten Jahrzehnten einem starken Verfall ausgesetzt gewesen. Gleiches gilt für den Ort Harbke, der mehrere Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert wie zum Beispiel den Gasthof ”Zum Goldenen Pudel” und den ”Grauen Hof”, besitzt. Marienborn geht auf eine Quelle zurück, deren Umkreis als Heiliger Hain schon zu heidnischen Zeiten ein Ort der Verehrung war. Nach der Christianisierung wurde von dem Ort eine Marien-Erscheinung berichtet, die Ende des 12. Jahrhunderts die Errichtung einer Kapelle nach sich zog. Daneben entstand ein Hospital und im 13. Jahrhundert ein Augustinerstift. Von letzterem bestehen heute noch zwei spätgotische Flügel der Klausur. Die Stiftskirche St. Marien, ursprünglich ein gotischer Bau, wurde 1885 nach Plänen von Carl August Stüler umfangreich verändert. Original ist noch die spätromanische Priesterpforte in der Nordwand des Turms. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

Verwendbarkeit von Sekundaerrohstoffen im Landbau

a) Eine gefahrlose Verwendung von Abwasserklaerschlaemmen als Bodenverbesserungsmittel in der Landwirtschaft soll durch chemische Kontrollanalysen gewaehrleistet werden. Dabei werden Gesamtgehalt und z.Z. verfuegbare Mengen an Pflanzennaehrstoffen und verschiedenen Schadstoffen wie Blei und Cadmium ermittelt. Um aus den Analysendaten eines Schlamms gezielte Aussagen machen zu koennen, werden an verschiedenen Standorten Schlamm, Boden und Ernteprodukt ueber einen laengeren Zeitraum untersucht. Dadurch sollen praktische Hinweise fuer Anwendungsmenge und -dauer auf verschiedenen Boeden und zu verschiedenen Kulturen erhalten werden. b) Die Beseitigung von Baggergut aus Fluessen und Stauseen kann teilweise durch die Landwirtschaft erfolgen. Hierbei dient das Material entweder direkt als Pflanzsubstrat oder als Bodenverbesserungsmittel.

Auswirkungen von Kalkungsmassnahmen in verschiedenen Bestaenden des Kollektives 'Dauerbeobachtungsflaechen Waldschaeden'

Mit einer Kalkung soll versucht werden, die belasteten Waldbestaende vor weiterem Saeureeintrag zu schuetzen und in einen stabilen Zustand zu bringen. Neben den Effekten auf den Bodenzustand wird vor allem die Waldernaehrung beobachtet. Weiterhin unterliegen diese Bestaende der staendigen Kontrolle des Kronenzustandes.

Humusvergrabung zur Speicherung von Kohlenstoff in Böden - Potentiale, Prozesse und Langzeiteffekte

Die zusätzliche Speicherung von Bodenkohlenstoff ist als Klimaschutzmaßnahme zur Reduzierungatmosphärischen CO2 anerkannt. Der Fokus von Forschung und Praxis lag bisher auf der reduzierten oderkonservierenden Bodenbearbeitung, obwohl deren Effekte auf die Kohlenstoffvorräte für Böden meist marginal sind. Bislang wurde die Option der Humusvergrabung - das Einbringen von Kohlenstoff in tiefereBodenhorizonte - als Maßnahme zu Erhöhung der Kohlenstoffvorräte nicht berücksichtigt und ist kaumuntersucht. Zusätzlich sind die Prozesse und Mechanismen der langfristigen Stabilisierung und Speicherungvon Kohlenstoff in Unterböden unzureichend verstanden. Bodennutzung hat zu allen Zeiten auch zur Humusvergrabung geführt. Seit dem 12. Jahrhundert war Ackerbau in Form von Wölbäckern weit verbreitet. Durch das wendende Pflügen zur Mitte eines Ackerschlags entstanden Kämme unter denen fossile Ap-Horizonte vergraben wurden. Seit Erfindung des Dampfpflugs war es möglich, immer tiefer zu pflügen. Das Tiefpflügen wurde zur Melioration von Podsolen, Parabraunerden und später auch Mooren eingesetzt. In den 1960er Jahren wurden in Norddeutschland dutzende landwirtschaftliche Versuche zum Tiefpflügen angelegt.

Die pflanzenbaulichen Standorteigenschaften kohlefuehrender Sedimentgemische des tertiaer auf Tagebauhalden

Die Rekultivierung des Haldenkomplexes war fehlgeschlagen. Es soll festgestellt werden, welche der Eigenschaften des Sedimentgemisches zu diesen Schwierigkeiten gefuehrt hat. Dazu muessen sowohl seine physikalischen wie seine chemischen Eigenschaften festgestellt werden. Insbesondere soll dem Gehalt an Kohle und Sulfid im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Standorteigenschaften besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Daneben soll geprueft werden, auf welche Weise sich die aufgebrachten Meliorationsmittel auf die Standorteigenschaften der Halde auswirken.

Untersuchungen zum Schwermetallgehalt der Sedimente des Hamburger Hafens sowie Untersuchungen ueber deren Verwendbarkeit als Bodenverbesserer bzw. zum Anbau von Nutzpflanzen auf Spuelfeldern

Im Hamburger Hafen fallen jaehrlich ca. 1,5 Mio. Kubikmeter feinkoernige Sedimente an, die zur Aufrechterhaltung eines geregelten Schiffsverkehrs laufend mittels Baggereinsatz entfernt werden muessen. Wegen der hohen Metallbelastung dieser Sedimente koennen diese nicht mehr als Bodenverbesserer naehrstoffaermerer landwirtschaftlicher Kulturflaechen verwendet werden, sondern muessen auf Spuelfelder - ausgelegt als Dauerdeponien - verbracht werden. Da die zur Verfuegung stehenden Flaechen aber nur noch kurzfristig zur Aufnahme des Baggergutes ausreichen, sollte untersucht werden, unter welchen Bedingungen eventuell doch ein Anbau von Nutzpflanzen moeglich waere, oder ob man die Spuelfelder sich selbst ueberlassen kann und muss, da auf ihnen eine natuerliche Sukzession verschiedener Pflanzengesellschaften in Richtung auf ein Weidengebuesch bzw. auf einen Auenwald ablaeuft. Diese Waelder koennten dann eventuell als Erholungsgebiet 'genutzt' werden.

Beurteilung des Einsatzes von Recycling-Baustoffen und industriellen Nebenprodukten bei Erdbauwerken mittels Auswertung von Erfahrungen mit ausgeführten Bauprojekten (Region Süd)

In den ZTV E-StB werden die RC-Baustoffe und industriellen Nebenprodukte nur insoweit behandelt, als sie mit natürlichen mineralischen Baustoffen vergleichbar sind. Sofern sie nicht vergleichbar sind, werden gesonderte Untersuchungen erforderlich, die jedoch nicht weiter beschrieben sind. Die Übertragbarkeit der Einbau- und Verdichtungsanforderungen für Boden und Fels ist nicht in jedem Fall gegeben. Da die Palette der vorgenannten Stoffe sehr groß ist, soll im Sinne einer Datensammlung geklärt werden, in welchem Umfang die verschiedenen Stoffe bisher überhaupt bei Erdbauten zur Anwendung gekommen sind, wobei nach den verschiedenen Bauwerkstypen wie Verkehrsdämmen, Hinterfüllungen, Sickeranlagen, Abdichtungen, Bodenverbesserungen, Lärmschutzwällen u. a. zu unterscheiden sein wird (Region Süd). Weiterhin soll geklärt werden, welche Anforderungen in der Praxis an die diversen RC-Baustoffe und industriellen Nebenprodukte bei verschiedenen Bauprojekten gestellt wurden, wie Art und Umfang der Eignungsprüfungen der Baustoffe festgelegt wurden und welche Prüfverfahren bei der Qualitätssicherung in-situ zum Einsatz kamen. Die diesbezüglichen Erfahrungen sind zusammenzutragen und auszuwerten.

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