<p>Wohlbefinden und Gesundheit des Menschen sind äußerst verletzlich, nicht zuletzt, weil äußere Faktoren einen starken Einfluss haben. Die klimatischen Verhältnisse einer Region sind dabei wesentlicher Teil der Umweltbedingungen – ändern sie sich, hat dies auch Auswirkungen auf den Menschen. Extreme Witterungsereignisse wie Hitzewellen, Starkregen oder auch Stürme werden mit dem Klimawandel sehr wahrscheinlich zunehmen. Daraus können sich für jeden Menschen je nach Alter, Vorerkrankungen, Lebens-, Arbeits- und Wohnsituation teils erhebliche gesundheitliche Risiken ergeben.</p><p>Zudem trägt der Klimawandel dazu bei, dass sich auch für Tier- und Pflanzenarten die Lebensbedingungen ändern. Manche Arten, die bei uns zunehmend geeignete Bedingungen vorfinden, können zum Beispiel Krankheiten übertragen oder Allergien auslösen.</p><p>Eine Zusammenfassung der wichtigsten gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels bietet die Broschüre <a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/klimawandel_gesundheit.pdf">Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit PDF</a>.</p><p><a href="https://www.hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/projekte/foerderprojekte">Projekte</a>, die das Fachzentrum zu diesem Themenbereich beauftragt hat.</p><p>Lange und warme Sommer werden von den meisten als etwas Schönes empfunden – halten sehr hohe Temperaturen aber über einen langen Zeitraum an, ändert sich das: Große Hitze kann eine extreme körperliche Belastung darstellen!</p><p>Das Maß der Belastung ist zum einen von der meteorologischen Ausprägung einer Hitzewelle abhängig: Wie hoch klettern die Temperaturen in den heißesten Stunden des Tages? Wie lange dauert eine Hitzeperiode an? Ist die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass die Hitze zusätzlich als schwül und dadurch noch stärker belastend empfunden wird? Sinken die Temperaturen nachts so weit, dass ein erholsamer Schlaf möglich ist? Zum anderen beeinflusst die körperliche Verfassung jedes Menschen sehr stark die Anfälligkeit gegenüber Hitzeeinwirkungen. Besonders verletzlich sind ältere und vorerkrankte Menschen, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen, die im Freien arbeiten.</p><p>Diese Verletzlichkeit des Menschen wird deutlich am Beispiel der erhöhten Zahl von Todesfällen, die im Hitzesommer 2003 auch in Hessen zu beklagen war, vor allem in der Altersgruppe der über 65-Jährigen.</p><p>Zusätzlich steigt an klaren, strahlungsintensiven Tagen im Sommer die Ozonbelastung vor allem in Ballungsgebieten deutlich an. Dies kann bei empfindlichen Personen zu Schleimhautreizungen, Reaktionen der Atemwege und einer Beeinträchtigung der physischen Leistungsfähigkeit führen.</p><p>Eine heimische Tierart, die dafür bekannt ist, dass sie Krankheiten auf den Menschen übertragen kann, ist der Gemeine Holzbock (<em>Ixodes ricinus</em>), eine Zeckenart. Beim Biss kann sie mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose infizieren. Vor allem milde Winter und warme, feuchte Sommer unterstützen die Populationsgröße und Aktivität dieser Art, so dass sie von den Auswirkungen des Klimawandels profitieren kann.</p><p>Rötelmäuse wiederum sind bei uns die Hauptüberträger für Hantaviren. Sind die Mäuse infiziert, scheiden sie die Viren über Speichel, Urin und Kot aus. Der Mensch kann sich anstecken, wenn er bei Arbeiten im Wald oder Garten den Erreger mit aufgewirbeltem Staub einatmet. Die Zahl der Rötelmäuse ist stark abhängig vom Nahrungsangebot – produzieren Buchen in einem Jahr viele Früchte („Buchenmast“), kann die Mauspopulation im darauffolgenden Jahr stark wachsen. Da mit dem Klimawandel sogenannte Buchenmastjahre in kürzeren Abständen auftreten, steigt auch das Risiko für den Menschen, sich mit Hantaviren zu infizieren.</p><p>Stetige, langfristige Veränderungen des Klimas können aber auch die Ansiedlung oder Ausbreitung gebietsfremder Tierarten begünstigen, die bei uns bisher nicht oder nur selten vertreten waren und die neuartige Krankheiten übertragen können. Dabei sind für eine Zuwanderung vieler „neuer“ Arten zahlreiche weitere Faktoren wie Globalisierung, intensiver Warentransport oder Tourismus mitverantwortlich.</p><p>Zwei Stechmückenarten, die ursprünglich aus Asien stammen und in ihrer Heimat exotische Krankheiten wie das West-Nil-Virus oder das Chikungunya-Virus übertragen können, sind derzeit dabei, auch in Hessen Fuß zu fassen:</p><p>Die Japanische Buschmücke (<em>Aedes japonicus</em>), die sich in benachbarten Bundesländern und auch an einigen Orten in Hessen bereits angesiedelt hat und</p><p>die Asiatische Tigermücke (<em>Aedes albopictus</em>), die als Krankheitsüberträgerin weitaus bedeutender ist und in Süddeutschland bereits erfolgreich überwintert hat.</p><p>Zecken der Gattung Hyalomma stammen ursprünglich unter anderem aus dem Mittelmeerraum und bevorzugen warme und trockene Sommer. Einzelne Exemplare der Art <em>Hyalomma marginatum </em>sind bereits mit Zugvögeln zu uns gelangt und könnten sich unter Klimawandelbedingungen möglicherweise ausbreiten. Gesundheitlich relevant sind sie, weil sie die bei uns exotische Krankheit Krim-Kongo-Fieber übertragen können.</p><p>Aber nicht nur neue Überträgerarten können von wärmeren Temperaturen profitieren, sondern ebenso vorher bei uns unbekannte Krankheitserreger wie Viren oder Parasiten finden so bessere Lebensbedingungen vor und können sich besser vermehren. Dies führt dazu, dass auch einheimische Arten diese Erreger über eine infizierte Person oder ein infiziertes Tier aufnehmen und dann zu effektiven Überträgern werden können, so zum Beispiel die gemeine Hausstechmücke <em>Culex pipiens </em>für das West-Nil-Virus.</p><p>Ähnlich wie bei Tierarten gibt es auch Pflanzenarten, die von klimatischen Änderungen profitieren und sich in der Folge bei uns verbreiten können. Ein bekanntes Beispiel mit sehr hohem Potenzial, Allergien auszulösen, ist die Beifuß-Ambrosie (<em>Ambrosia artemisiifolia</em>). Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika, hat ihren Weg zu uns aber bereits über den globalen Warenverkehr gefunden. Sie breitet sich in erster Linie entlang von Verkehrswegen aus und profitiert dabei auch von warmen Sommern.</p><p>Der Klimawandel kann aber auch die Eigenschaften von Pflanzen beeinflussen. Höhere Temperaturen und ein steigender Gehalt von Kohlendioxid können dazu führen, dass Pflanzen verstärkt Pollen produzieren oder die allergene Wirkung der Pollen sich verstärkt. Andere Blühzeiträume neuer Arten zusammen mit einer allgemeinen Verlängerung der Vegetationsperiode erhöht die Belastung für Pollenallergiker zusätzlich.</p><p>Die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit sind durch die individuelle Lebenssituation häufig sehr unterschiedlich. Daher liegt es an jeder einzelnen Person, die Belastungen im Alltag wahrzunehmen und sich darauf vorzubereiten und anzupassen. Um beispielsweise Hitzebelastungen zu vermeiden, können Aktivitäten im Freien in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden, Wohn- und Aufenthaltsräume am frühen Morgen, spätabends oder nachts gelüftet und sonst verschattet werden.</p><p>Das Risiko einer Krankheitsübertragung durch Zecken wird deutlich reduziert, wenn beim Aufenthalt in der freien Natur lange Kleidung getragen wird. Stechmücken bleiben dem eigenen Garten eher fern, wenn keine Brutmöglichkeiten vorhanden sind. Daher sollten zum Beispiel Regentonnen abgedeckt und Kleinstgewässer wie Blumenuntersetzer oder Vogeltränken, die einige exotische Arten für die Eiablage bevorzugen, regelmäßig geleert und gesäubert werden. Der Flyer <a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/Flyer_Tigermuecke_190611_Web.pdf">Gemeinsam gegen die Tigermücke PDF</a> gibt weitere Handlungsempfehlungen.</p><p>Hinweise und Links zu weiteren Möglichkeiten der individuellen Anpassung finden Sie auf unserer <a href="https://www.hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/buergerinnen-und-buerger">Anpassungsseite für Bürgerinnen und Bürger</a>.</p><p>Aber auch Städte und Gemeinden können einen Beitrag dazu leisten, die Hitzebelastung für ihre Bürger und Bürgerinnen zu reduzieren. Sie können Hitzeaktionspläne aufstellen, die dafür sorgen, dass beispielsweise Hitzewarnungen alle Risikogruppen erreichen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. <a href="https://familie.hessen.de/gesundheit/hitzeaktionsplan">Handlungsempfehlungen zur Umsetzung</a> gibt das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege.</p><p>Das Umweltbundesamt stellt über die Kampagne <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/anpassung-auf-kommunaler-ebene/schattenspender-die-mitmach-kampagne-des-uba#worum-es-geht">Schattenspender</a> zahlreiche Informationen und Materialien zur Verfügung, die Kommunen, Bürger und Bürgerinnen dabei unterstützen, Vorsorge vor Hitzebelastung zu treffen.</p><p>Forschungsprojekte: <a href="https://www.hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/projekte/foerderprojekte">Gesundheit</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/buergerinnen-und-buerger">Anpassungsseite Bürgerinnen und Bürger</a></p><p><a href="http://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/klimawandel_gesundheit.pdf">Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit <br>PDF</a></p><p>Weitere interessante Links zum Thema:</p><p><a href="https://familie.hessen.de/gesundheit/hitzeaktionsplan">Informationen zu Hitzeaktionsplanung in Hessen</a></p><p><a href="https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizespollen/gefahrenindexpollen.html">Pollenflug-Gefahrenindex des DWD</a></p><p><a href="https://www.dwd.de/DE/leistungen/gesundheitswetter/gesundheitswetter.html">GesundheitsWetter-App des DWD</a></p><p> </p>
<p><p>Das Klima hat neben anderen Standortfaktoren einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbreitung <strong>gebietsfremder Pflanzen und Tieren (Neobiota)</strong>. Auf Grund des Klimawandels können sich besonders wärmeliebende Arten stärker ausbreiten oder gar neu bei uns etablieren. So tragen mildere Winter zum Überwintern frostempfindlicher Arten bei und eine <a href="/klimawandel/phaenologie">verlängerte Vegetationszeit</a> erlaubt das Erreichen der Samenreife. Zudem können Überflutungen durch <a href="/klimawandel/klimatische-aenderungen/starkregen">Starkregen</a> eine schnellere Verbreitung erleichtern. Das Absterben von Bäumen durch <a href="/klimawandel/folgen/wald/trockenstress">Hitzestress</a> verursacht Freiflächen, die schnell von konkurrenzstarken Arten besiedelt werden können. Extreme Dürrephasen lassen Feuchtgebiete austrocknen, die als nährstoffreiche Standorte vielen Neophyten (neuen Pflanzenarten) Konkurrenzvorteile bieten. Der Klimawandel führt darüber hinaus dazu, dass sich manche heimischen Arten schneller vermehren, beispielsweise Insekten, deren Entwicklungszeit durch höhere Temperaturen beschleunigt wird.</p><p>Neobiota sind nicht immer schädlich, doch manche können sich schnell und stark ausbreiten. Teilweise haben sie <strong>negative Auswirkungen</strong> auf ihren neuen Lebensraum oder andere Arten, dann werden sie aus Naturschutzsicht als <strong>invasiv</strong> bezeichnet. So kann durch Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen eine <strong>Verdrängung heimischer Arten </strong>erfolgen. Ist eine Kreuzung mit heimischen Vertretern ihrer Art möglich, besteht die Gefahr des <strong>Verlustes spezieller Anpassungen und Eigenschaften</strong>. Teilweise werden durch sie auch <strong>ökologische Kreisläufe verändert </strong>(beispielsweise durch Stickstoffanreicherung), oder <strong>Krankheitserreger</strong> mitgebracht, für die die heimischen Arten keine Abwehrmechanismen haben (beispielsweise Pilzerkrankungen wie die <a href="https://lfu.rlp.de/natur/anthropogene-wirkungen-auf-arten/salamanderpest">Salamanderpest</a>). Insgesamt verändern neue Arten, insbesondere aber invasive Arten somit die vorherrschenden Lebensräume, wodurch es zu einer Verschiebung von Arealen der heimischen Arten kommen kann. </p><p>Andere neu etablierte oder sich stark vermehrende heimische Arten werden zwar aus Naturschutzsicht nicht als invasiv eingestuft, bringen aber andere Gefahren für die <a href="/klimawandel/folgen/gesundheit">Gesundheit von Menschen</a>, Tieren oder Pflanzen mit sich. So gibt es beispielsweise neue <a href="/klimawandel/folgen/gesundheit/zecken">Zecken</a>- und <a href="/klimawandel/folgen/gesundheit/muecken">Mücken</a>arten, die gefährliche Krankheitserreger übertragen können. Auch die Zunahme von Arten mit allergenen Pollen kann durch den Klimawandel begünstigt werden, da wärmeliebende Arten durch die <a href="/klimawandel/phaenologie">längere Vegetationszeit</a> erst zur Samenreife gelangen und mehr CO2 in der Luft die Pollenproduktion erhöht. So verbreitet sich seit einigen Jahren die <a href="/klimawandel/folgen/gesundheit/ambrosia">Beifuß-Ambrosie</a> insbesondere im Süden von Rheinland-Pfalz, deren Pollen erst spät im Jahr fliegen und besonders allergen sind. </p><p>Die standortheimische und regionaltypische <strong>Biodiversität zu erhalten und zu fördern</strong>, ist ein wesentliches Naturschutzziel. Dafür hat die EU-Kommission mit der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 und der „Unionsliste“ (Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung) eine rechtskräftige Grundlage für alle Mitglieder geschaffen. Die <a href="https://lfu.rlp.de/natur/artenschutz/neobiota-invasive-arten/die-invasiven-gebietsfremden-arten-der-unionsliste">Unionsliste</a> wird regelmäßig erweitert und enthaltene Arten unterliegen strengen Beschränkungen und Verboten. Die Nationale Biodiversitätsstrategie (NBS 2030) hat unter anderem als Ziel, Datengrundlagen und Biodiversitätsmonitoring zu verbessern. In Rheinland-Pfalz können Bürger*innen dieses Ziel unterstützen, indem sie das Vorkommen von <a href="https://artenfinder.rlp.de/">Arten melden</a>.</p></p><p><p>Im folgenden sind beispielhaft gefährdende Neobiota aufgelistet, die sich in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz etabliert haben. Eine <a href="https://lfu.rlp.de/natur/artenschutz/neobiota-invasive-arten/invasive-arten-in-rheinland-pfalz">Liste der invasiven Arten</a> in Rheinland-Pfalz sowie entsprechende <a href="https://lfu.rlp.de/natur/artenschutz/neobiota-invasive-arten/management-invasiver-arten">Managementempfehlungen</a> bietet das LfU RLP.</p></p><p><p>Der <strong><a href="https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/pflanzengesundheit/japankaefer.html">Japankäfer</a></strong> (<em>Popillia japonica</em>) ist besonders für die <strong><a href="/klimawandel/folgen/landwirtschaft">Landwirtschaft</a></strong> schädigend. Er kam vermutlich als blinder Passagier nach Deutschland und wurde erstmals 2023 nördlich der Alpen gefunden. Im August 2025 ist er erstmals in Hessen – in unmittelbarer Nähe zu Rheinland-Pfalz – nachgewiesen worden. Die adulten Japankäfer sind etwa 8–11 mm groß (ca. Kaffeebohnengröße) und ähneln besonders dem heimischen Gartenlaubkäfer. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind zwei zusätzliche weiße Haarbüschel am Hinterleib – diese fehlen beim Gartenlaubkäfer. Der Japankäfer bevorzugt feuchte Böden, die besonders für die <a href="/klimawandel/folgen/landwirtschaft/gruenlandbewirtschaftung">Grünlandbewirtschaftung</a> relevant sind. Dort legt der Käfer seine Eier in den Boden. Die Larven ernähren sich von den Wurzeln der Pflanzen und schädigen diese. Im Winter wandern sie in tiefere Bodenschichten. Wird es im Frühjahr wärmer, kommen sie wieder nach oben und beginnen erneut zu fressen. Die Hauptflugzeit der Käfer liegt zwischen Juni und September. Nachweise des Japankäfers sind <strong>meldepflichtig</strong>. <a href="https://add.rlp.de/themen/landwirtschaft-und-weinbau/pflanzenschutz/pflanzengesundheit/bekaempfung-des-japankaefers">Helfen Sie mit ihn zu stoppen!</a></p></p><p><p>Die<strong><a href="/klimawandel/folgen/gesundheit/muecken">Tigermücke</a> </strong>(<em>Aedes albopictus</em>) kann sehr <strong>gefährliche Krankheitserreger</strong> übertragen – beispielsweise Dengue- und Chikungunya-Viren – und ist daher ein Gesundheitsrisiko. Sie ist besonders gut an ihrer auffälligen schwarz-weißen Färbung zu erkennen. Seit den 90er Jahren hat sich die Art zunächst im Mittelmeerraum ausgebreitet und wird zumeist durch Warentransport (z.B. Autoreifen) oder durch die Reisetätigkeit über die Alpen nach Deutschland weiterverbreitet. Strenge Winter haben die Etablierung und Ausbreitung hierzulande in der Vergangenheit verhindert. Durch die steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels ist es der Art inzwischen aber gelungen, sich im Oberrheingebiet zu etablieren. Populationen gibt es vor allem in Baden-Württemberg, aber auch in Rheinland-Pfalz wurden seit 2017 immer wieder überwinternde Gelege entdeckt – in Ludwigshafen und Germersheim geht man derzeit von fest etablierten Populationen aus. <strong>Helfen Sie mit!</strong> Die Bevölkerung ist aufgerufen, <a href="https://www.kabsev.de/1/1_8/Monitoring%20Buerger.php">auffällige Mücken an die KABS zu melden</a>.</p></p><p><p>Der <strong>Riesenbärenklau</strong> (auch Herkulesstaude, <em>Heracleum giganteum</em>) ist besonders für die <a href="/klimawandel/folgen/wald">Wald- und Forstwirschaft</a> problematisch und hat ebenfalls Einfluss auf unsere <a href="/klimawandel/folgen/gesundheit">Gesundheit</a>, da er schwere Verbrennungen auf unserer Haut verursachen kann. Die Pflanze ist heute in allen Bundesländern auf natürlichen (an Fließgewässern, Lichtungen) und anthropogen geprägten Standorten (Verkehrswege, Ruderalstandorte) zu finden. Sie zeichnet sich durch hohe Reproduktionsraten, starke Samenbildung und ein hohes Regenerationspotenzial aus. Die Herkulesstaude ist ein starker Konkurrent im Kampf um Lebensraum und Nährstoffe gegenüber heimischen Pflanzen. Ausgewachsen hält ihr Blätterdach bis zu 80 % der einfallenden Sonnenstrahlung ab, wodurch es in der Regel zur Verdrängung niederer Pflanzen kommt. Der Riesenbärenklau wird in der „Schwarzen Liste“ geführt und der Handel mit der Art ist in der EU verboten. Für eine erfolgreiche Eindämmung sind fachgerechte Strategien von zentraler Bedeutung. Nach mechanischer Entfernung (Achtung: Verbrennungsgefahr!) kann die Entsorgung über Kompostierungs- oder Verbrennungsanlagen erfolgen. Auf eine chemische Bekämpfung sollte nur bei forst- oder landwirtschaftlich genutzten Flächen zurückgegriffen werden. Als sehr effektiv wurde die Beweidung durch Schafe beschrieben, die durch das gezielte Fressen von Wurzel und Kraut eine vollständige Entfernung der Pflanzen ermöglichen.</p></p>