Kleinseen stellen eine bedeutende Quelle von Methan im globalen Methanhaushalt dar. Diese Seen weisen pro Flächeneinheit höhere Methanflüsse auf als große Seen und haben einen wesentlichen Anteil an den weltweiten Methanemissionen aus Seen. Allerdings sind die Abschätzungen der seeweiten Methanemissionen mit sehr großen Unsicherheiten behaftet. Das liegt daran, dass es nur wenige und unzureichende Messungen und Modellansätze gibt, die die zeitliche und räumliche Variabilität von Methan in Seen erfasst. Die Ziele des Projekts sind die Dynamik und Verteilungsmuster von Methan in und Methanemissionen aus Kleinseen zu untersuchen sowie die Eigenschaften der Seen zu charakterisieren und die Prozesse zu quantifizieren, die die seeweiten Methanemissionen aus Kleinseen bestimmen. Ein spezieller Fokus des Projekts liegt dabei auf der relativen Bedeutung und zeitlichen Variabilität der räumlichen Methangradienten, der Herbst-Vollzirkulation und der verschieden Emissionspfade für die jährlichen, seeweiten Methanemissionen. Am Beispiel von sechs Kleinseen, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen, werden intensive Feldexperimente durchgeführt. Während der Feldexperimente werden unter Berücksichtigung der Hauptemissionspfade die seeinterne Dynamik, räumliche Heterogenität, seeweite Verteilung und zeitliche Variabilität von gelöstem Methan und Methanemissionen zusammen mit den abiotischen Bedingungen in den sechs Kleinseen gemessen und analysiert. Dabei kommen neuste Messtechniken zum Einsatz (Eddy-Kovarianz System, Ein- und Mehrfrequenz Echolote, Methansonden, automatisierte Methanflusskammern und -trichter, tragbarer Treibhausgasanalysator, Sauerstoff- und Kohlendioxid-Optoden), die mit einer intensiven Wasserprobenahme und -analyse (gelöstes Methan, Methan-Isotopenzusammensetzung, Methan-Oxidationsraten und andere Wasserinhaltsstoffe) verknüpft werden. Diese Kombination erlaubt eine genaue und zuverlässige Aufnahme aller im Kontext nötigen abiotischen Parameter und im Speziellen der gelösten Methankonzentration mit einer hohen zeitlichen und räumlichen Auslösung. Die Feldexperimente werden durch numerische Simulationen zur Dynamik von Methan mit einem 3D Methan Modell komplettiert. Ziel dieser Modellrechnungen ist es, den horizontalen Transport, die Dynamik, Verteilung sowie den seeweiten, diffusiven Fluss von gelöstem Methan in die Atmosphäre bei sich ändernden Randbedingungen zu untersuchen. Des Weiteren wird mit numerischen Experimenten bestimmt wie sich ein verändertes Klima und unterschiedliche Windszenarien auf den diffusiven Fluss von gelöstem Methan in die Atmosphäre während Zirkulationsphasen auswirken und deren relativen Anteil an den seeweiten, jährlichen Emissionen verändern.
Unsere Kohlevorräte sind eine unverhoffte Erbschaft, welche die Erben veranlasst, die Grundsätze einer dauerhaften Wirtschaft vorläufig aus den Augen zu verlieren und in den Tag hinein zu leben. Die dauerhafte Wirtschaft muss ausschließlich auf die regelmäßige Benutzung der jährlichen Strahlungsenergie gegründet werden. Wilhelm Ostwald Deutscher Nobelpreisträger, Leipzig 1909 Bernd Felgentreff Mittelstr. 13 a 04205 Leipzig-Miltitz Tel.: 0341 / 94 11 484 Fax : 0341 / 94 10 524 Funktel.: 0178 / 533 76 88 E-Mail: tbs@bernd-felgentreff.de web: www.bernd-felgentreff.de Bürgermeister Ferid Giebler zu den Ergebnissen in Muldestausee Teil 1 „Es liegen etliche natürliche und offensichtlich unerschöpfliche Ressourcen vor unserer Haustür in der Gemeinde Muldestausee. Mit der Mulde und mehreren großen Seen haben wir riesige Wärmespeicher (Seethermie), die nutzbar gemacht werden können. Darüber hinaus ist die Gemeinde mit Ihren 137 km² zu 50 Prozent mit Wald bedeckt und 1/3 der Fläche landwirt- schaftlich genutzte Fläche, welche ein erhebliches Potenzial für biogene Stoffe darstellen, die nutzbar gemacht und nicht über weite Strecken für eine stoffliche Verwertung transportiert werden müssen. …“
Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 379–386 17 Bearbeitet von Clemens Grosser (3. Fassung, Stand: Dezember 2018) Einführung und Datengrundlagen Seit dem Erscheinen der zweiten Fassung der Roten Liste der Egel des Landes Sachsen-Anhalt (Grosser 2004a) haben sich einige Erkenntnisse zur Fauna der Hirudinida ergeben, die eine Aktualisierung der Roten Liste dieses Taxons notwendig erscheinen lassen. Die Artenliste der für Sachsen-Anhalt gemeldeten Egelarten konnte erfreulicherweise erweitert werden. So konnte erstmals der seltene Schwarzbäuchige Viel- fraßegel (Haemopis elegans) für unser Bundesland nachgewiesen werden. Vor allem aber Nachweise aus der Familie Piscicolidae (Fischegel) erweiterten das be- kannte Artenspektrum, wie z. B. von Piscicola respirans Troschel, 1850 (Grosser 2007). Durch den polnischen Hirudinologen Aleksander Bielecki erfuhr diese Familie eine umfassende Revision (Bielecki 1997). Einige der aus Polen beschriebenen Fischegel konnten auch schon für Deutschland und speziell Sachsen-Anhalt sicher nachgewiesen werden. Eine Einschätzung der Ge- fährdung ist aber zum heutigen Zeitpunkt noch nicht möglich, so dass in der vorliegenden Fassung diese Taxa nicht berücksichtigt werden. Überhaupt stellt die Erfassung von Daten zur Egelfauna ein Problem dar, da Egel bei faunistischen Untersuchungen in der Regel keine angemessene Beachtung finden. Somit standen nur wenige historische und aktuelle Quellen für die Analyse der Gefährdung der Egelarten zur Verfügung. Die Aussage, ob eine Art im Gebiet schon immer selten war oder ein Bestandsrückgang zu verzeichnen ist, kann nur im Rahmen einer langfristigen Datensamm- lung getroffen werden. Lediglich bei einzelnen Arten war anhand meist sehr pauschaler Häufigkeitsanga- ben in der älteren Literatur auf einen derzeitigen Be- standsrückgang zu schließen. Im wesentlichen konnte sich der Verfasser nur auf seine eigenen faunistischen Erhebungen beziehen. Einige mündliche und schriftli- che Mitteilungen anderer Naturfreunde, die durch den Verfasser größtenteils verifiziert wurden, ergänzten die Datenquellen. Bemerkungen zu ausgewählten Arten; Gefährdungsursachen und erforderliche Schutzmaßnahmen Von den ca. 50 in Deutschland bislang aufgefundenen Süßwasseregelarten konnten 30 auch in Sachsen-An- halt sicher nachgewiesen werden. Weiterhin wurden auch Glossiphonia paludosa (Carena, 1824) und G. verrucata (Fr. Müller, 1844) gemeldet (Wilhelmy & Scharf 1996), wobei die Funde noch nicht verifiziert werden Egel (Hirudinida) konnten. Wiederholt beruhten in der Vergangenheit vermeintliche Nachweise dieser seltenen Egel auf Fehl- bestimmungen. Deshalb wird momentan auch noch von einer Aufnahme der beiden Arten in die Rote Liste abgesehen. Gesicherte Nachweise beider Arten liegen jedoch aus dem brandenburgischen Havelgebiet vor (Kalbe 1965). Meldungen weiterer Arten sind für die Zukunft nicht auszuschließen. Weiterhin ist mit einem Auftreten von Trocheta pseudodina Nesemann, 1990 in der Weißen Elster zu rechnen, da diese Art im Stadt- gebiet Leipzigs in besagtem Fließgewässer vorkommt, wenngleich nicht häufig. Auch der aus der Wisper beschriebene Gebirgsegel Trocheta taunensis Grosser, 2015 ist für die Harzregion nicht auszuschließen. Gestreifter Schneckenegel – Alboglossiphonia striata (Apathy, 1888) (Glossiphoniidae, Abb. 1) Die Art galt lange Zeit als Farbvarietät von A. hetero clita (Linnaeus, 1758) mit einer besonders ausgepräg- ten transversalen Streifung. Molekularbiologische Untersuchungen von Trontelj (1997) rechtfertigen jedoch den Artstatus. Dieser Egel konnte bisher in drei Auengewässern der Elbe bzw. Mulde nachgewiesen werden. Lediglich das Vorkommen in der Alten Elbe bei Sandkrug ist so individuenreich, dass die Art dort regelmäßig anzutreffen ist. Liniierter Schlundegel – Dina lineata (O. F. Müller, 1774) (Erpobdellidae) Diese Egelart ist im norddeutschen Tiefland verbrei- tet und tritt somit z.B. in Mecklenburg-Vorpommern relativ häufig auf (Jueg 1998). Dagegen ist sie im üb- rigen Deutschland als selten anzusehen. Als einziger historischer Fundort im Gebiet wird die Ziegelwiese in Halle/S. angegeben (Johansson 1929). Der Verfasser konnte sie dort nicht mehr nachweisen. Derzeit sind im Gebiet nur fünf Vorkommen bekannt (Saalealtarm Zaschwitz/Saalekreis, Elbealtarm bei Tangermünde, Mittellandkanal, Schlagenthiner Stremme/Jericho- wer Land, Zufluss zur Beber/Ohrekreis; die beiden letzteren Meldungen briefl. Mitt. M. Jährling/LAU Sachsen-Anhalt). Den Lebensraum bilden stehende und langsam fließende Gewässer mit größeren Was- serstandsschwankungen, die zeitweilig auch aus- trocknen können. Derartige Habitate sind meist von Verlandung bedroht. Einstreifiger Schlundegel – Erpobdella monostriata Lindenfeld et Pietruszynski, 1890 (Erpobdellidae) In den großen Seen Mecklenburg-Vorpommerns und Nordpolens charakteristisch (Jueg 1998), war E. monostriata in Sachsen-Anhalt lediglich im Arendsee häufig anzutreffen. An ihrem südlichsten Fundort, dem Wörlitzer Park, konnte sie trotz mehrmaliger 379 Egel 1 3a2a 43b 2b Abb. 1: Alboglossiphonia striata mit noch nicht restlos geklärter taxonomischer Stellung, galt als Farbvarietät von A. heteroclita, ähnelt mor- phologisch jedoch mehr A. hyalina (Foto: C. Grosser). Abb. 2a, b: Glossiphonia concolor. a - typisch gefärbtes Exemplar. b - auffällig gescheckte Tiere (Fotos: C. Grosser). Abb. 3a, b: Hirudo medicinalis; a - juvenile Tiere zeigen ein sehr hellbraunes Muster. b - adulte Tiere zeigen kräftig orangerote bis rotbraune Streifen (Fotos: C. Grosser). Abb. 4: Placobdella costata ist ein noch seltener Egel, der offenbar in Ausbreitung be- griffen ist. In der Umgebung von Dessau-Wörlitz ist er regelmäßig anzutreffen (Foto: C. Grosser). 380 Egel Nachsuche nur einmal in zwei Exemplaren nach- gewiesen werden. Eine weitere stabile Population scheint dagegen in der Alten Elbe bei Sandkrug zu existieren. Dieser Egel wird erst seit jüngerer Zeit als eigenständig von der folgenden Art abgetrennt. Schlamm-Schlundegel – Erpobdella testacea Savigny, 1822 (Erpobdellidae) Die Art wird in der Literatur (Herter 1968) als häufig und überall verbreitet bezeichnet. Möglicherweise hat dieser Egel in den vergangenen Jahrzehnten besonders in den industrialisierten Gebieten durch zunehmende Gewässerverschmutzung einen Be- standsrückgang erfahren. Dem Verfasser ist diese Art aus dem südlichen Sachsen-Anhalt nicht bekannt. Im Norden des Landes wurde sie dagegen regelmäßig, wenn auch nirgends häufig, angetroffen. Dies könnte auf die meist geringere Belastung der Gewässer im nördlichen Landesteil zurückzuführen sein. Jedoch ist bei einer Ursachenabschätzung auch die unter- schiedliche Morphologie der Gewässer, z.B. hinsicht- lich Fließgeschwindigkeit und Sediment sowie der dadurch bedingten Vegetation, in den verschiedenen Landesteilen zu berücksichtigen. Interessanterweise tritt die Art in Sachsen verbreiteter auf. In Mecklen- burg-Vorpommern ist sie regelmäßig zu finden. Einfarbiger Schneckenegel – Glossiphonia concolor (Apathy, 1888) (Glossiphoniidae, Abb. 2) Dieser Egel scheint ebenfalls seltener aufzutreten als vielfach angenommen und ist im Gebiet nur von wenigen Fundorten mit geringer Individuenzahl bekannt. Umso erfreulicher war es, dass G. concolor sich im Zuge der Verbesserung der Wasserqualität seit Mitte der 1990er Jahre in der Fuhne ausgebrei- tet hatte. Jedoch blieb eine intensive Nachsuche bei Werdershausen, Wieskau und Cösitz im Jahre 2016 ergebnislos. Die Biozönose hatte sich mit dem massiven Auftreten des Neozoon Dikerogammarus villosus (Sowinsky, 1894) abermals drastisch geän- dert. Außer dem Entenegel, Theromyzon tessulatum, konnten keine weiteren Egelarten aber auch keine Kokons nachgewiesen werden. Ein Jahr später traten bei Wieskau wieder Erpobdella octoculata, Helob- della stagnalis und Glossiphonia complanata auf. G. concolor fehlte neben weiteren Arten jedoch immer noch. Gleiches gilt für das Vorkommen in der Saale- Elster-Aue in Planena. Hier konnte die Art 2018 auch nicht mehr nachgewiesen werden, Dikerogammarus war dagegen zahlreich zu finden. Der allochthone Gammaride tritt als aggressiver Prädator auf und ist zur Bedrohung autochthoner Lebensgemeinschaften in Fließgewässern geworden. G. concolor kann als ein hervorragender Indikator für die oft sehr artenreich besiedelten Sumpf- und Augewässer der Ebenen angesehen werden (Nesemann 1997). Die Art ist zu- sammen mit Dina lineata und Erpobdella testacea in Mecklenburg-Vorpommern nicht selten und zeigt, dass sich Faunen benachbarter Bundesländer mit- unter signifikant unterscheiden können. Schwarzbäuchiger Vielfraßegel – Haemopis elegans Moquin-Tandon, 1846 (Haemopidae) H. elegans wurde neu in die Rote Liste aufgenom- men, da er zwischenzeitlich für Sachsen-Anhalt in einem Exemplar im Elbealtarm bei Breitenhagen (Nähe Fähre) nachgewiesen werden konnte. Die Art besiedelt in Europa ein ausgedehntes Areal und ist von Frankreich bis Serbien bekannt, Fundmeldungen liegen aber auch aus Österreich, der Schweiz und Slowenien vor (Grosser 2004b, Grosser & Pešić 2006). In Deutschland wurde die Art mehrfach im Donauge- biet, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Generell ist sie nirgendwo häufig und insgesamt wesentlich seltener als der ubiquitär auf- tretende Gemeine Vielfraßegel Haemopis sanguisuga (Linnaeus, 1758). H. elegans hat eine gewisse Tendenz zu einer terrestrischen Lebensweise und wurde schon weit entfernt von Gewässern gefunden, kommt an diesen aber häufiger vor, besiedelt hier jedoch auch die trockeneren Uferbereiche mit größerer Entfer- nung zur Wasserkante. Möglicherweise ist die Art ein Nahrungsspezialist, worauf nicht nur die schwäche- ren Kiefer hindeuten würden (Grosser 2004b) sondern auch die Tatsache, dass die Art im Gegensatz zu H. sanguisuga noch nicht über einen längeren Zeitraum unter Laborbedingungen mit angebotenen Regen- würmern ernährt werden konnte. Medizinischer Blutegel – Hirudo medicinalis Linnaeus, 1758 (Hirudinidae, Abb. 3a-b) Der Medizinische Blutegel war zu Beginn des Jahr- hunderts durch das Absammeln für medizinische Zwecke in Deutschland vielerorts ausgerottet (Johans- son in Herter 1968). In der Literatur werden Funde aus der Umgebung von Halle (Hecht 1929) und Merseburg (Dathe 1934) gemeldet. Die aktuellen Funde von H. medicinalis in Sachsen-Anhalt konzentrieren sich vor allem auf die Auengebiete von Saale, Mulde und Elbe. Die Vorkommen im Einzugsgebiet der Saale schließen sich an den Verbreitungsschwerpunkt der Art in der sächsischen Weiße Elster-Luppe-Aue an. Größtenteils werden in Sachsen-Anhalt stehende natürliche Ge- wässer besiedelt. Meist konnte H. medicinalis an den einzelnen Fundorten nur in geringer Abundanz nach- gewiesen werden. Mitunter blieb die Art an einzelnen Gewässern über einen längeren Zeitraum verschollen, konnte jedoch nach wenigen Jahren wieder aufge- funden werden. Insofern ist von einer ausgeprägten Populationsdynamik auszugehen und diese bei der Bewertung von Gewässern im Rahmen eines Hirudo- Monitorings mit zu berücksichtigen. 381
Große Seen und Feuchtgebiete sind wichtige Elemente des globalen Wasserkreislaufs, Habitate von Fauna und Flora, und sie liefern wertvolle Ökosystemdienstleistungen. Ein verbessertes quantitatives Verständnis der raumzeitlichen Variationen des Wasservolumens in großen Seen und Feuchtgebieten trägt auch zu einer verbesserten Bewertung der Wasserressourcen im Unterstrom bei. In-situ Beobachtungsdaten der Wasservolumendynamik liegen insbesondere in Entwicklungsländern nur selten vor. Satellitenbeobachtungen, die die Entwicklung von Zeitreihen von Flächen-Volumen-Beziehungen ermöglichen, stellen eine gute Alternative zu in-situ Daten dar. Für drei große Seen und drei große Feuchtgebiete werden wir solche fernerkundungsbasierten Daten in konsistenter Art und Weise generieren. Diese Daten werden dann die Entwicklung verbesserter Algorithmen zur Modellierung von Seen und Feuchtgebieten im globalskaligen hydrologischen Modell WGHM unterstützen, und sie werden zur Modellkalibrierung eingesetzt, zusätzlich oder alternativ zu Durchflussmessdaten. Zu diesem Zweck wird die multikriterielle Kalibrierungsmethodik, die bereits für WGHM entwickelt wurde, so erweitert, dass auch beobachtete Wasservolumina und Wasserflächen von Seen und Feuchtgebieten als Kalibrierungsgrößen verwendet werden können. Durch die Kombination von Satellitendaten zu Oberflächengewässern und global-skaliger Modellierung wird eine verbesserte Charakterisierung der Dynamik großer Seen und Feuchtgebiete weltweit erreicht werden.
Dümmer – Sie ist seit einem Vierteljahrhundert Dreh- und Angelpunkt der Naturschutzarbeit am Dümmer: Seit 1993 arbeiten Fachleute des Landes und der Naturschutzverbände Hand in Hand in der Naturschutzstation Dümmer am Rande des Ochsenmoores, um die Schutzgebiete in der Dümmerniederung sowie die fortschreitende Dümmersanierung fachlich zu betreuen. Heute nahm Umweltminister Olaf Lies das Jubiläum der Einrichtung zum Anlass, im Rahmen seiner Sommerreise Station an Niedersachsens zweitgrößtem Flachsee zu machen. Im Anschluss an eine Bootstour mit den örtlichen Naturschutzverbänden ließ sich Umweltminister Olaf Lies dabei von Stationsmitarbeiter Heinrich Belting und Hans-Heinrich Schuster vom Seenkompetenzzentrum des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Räumlichkeiten und aktuelle Projekte der wichtigen Anlaufstelle für den Naturschutz in der Region vorstellen. Der Landesbetrieb ist der Betreiber der Station und arbeitet bei seinen Projekten mit den zwei örtlichen Naturschutzverbänden, dem Naturschutzring Dümmer e.V. und der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer e.V., den Landkreisen Diepholz, Osnabrück und Vechta sowie der Staatlichen Moorverwaltung eng zusammen. Ein besonderes Schlaglicht legte der Ministerbesuch am Dümmer auf die rund 2.500 Hektar ehemals trockengelegte landwirtschaftliche Niedermoorflächen, die vom Land Niedersachsen und den Landkreisen Diepholz und Vechta im Rahmen des Dümmersanierungs-Konzeptes unter Beteiligung zahlreicher Bundes- und EU-geförderter Projekte angekauft worden sind. „Ziel dieser Maßnahme ist es, diese Flächen wieder zu vernässen und dadurch als Wiesenvogellebensraum wiederherzustellen und weiterzuentwickeln“, erklärt Heinrich Belting. So wird mit regulierbaren Staueinrichtungen heute der Wasserstand künstlich wiederhergestellt, wie er vor der Eindeichung des Dümmers im Jahre 1953 prägend war. „Flach überstaute Wiesen im Winter und Frühjahr sind auf diese Weise wieder idealer Lebensraum für Wiesenvögel geworden“, freut sich Belting. Zum Sommer hin wird der Wasserstand langsam abgesenkt, so dass die Flächen dann als Grünland durch Landwirte genutzt werden können. An über 100 von ihnen sind die Naturschutzflächen derzeit zurückverpachtet. „Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Ausgleich zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen durchaus gelingen kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen: In direktem Dialog mit den Landwirten wird die Grünlandbewirtschaftung so gesteuert, dass die Ziele des Wiesenvogelschutzes erreicht werden, die Flächen aber gleichzeitig weiter als landwirtschaftliche Nutzfläche ein wirtschaftliches Standbein für die Landwirte vor Ort bleiben können“, lobte auch Olaf Lies den am Dümmer eingeschlagenen Weg. Das Dümmerprojekt habe eine Leuchtturmfunktion und sei mittlerweile eines der europaweit erfolgreichsten Schutzprojekte, so der Minister weiter. So haben sich etwa die Wiesenvogelbestände wie die von Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Kiebitz und Rotschenkel seit Gründung der Naturschutzstation am Dümmer teils vervielfacht. Zwölf ehemals verschwundene Wiesenvogelarten seien als Brutvogel zurückgekehrt, darunter sehr seltene und weltweit gefährdete Arten wie Wachtelkönig, Kampfläufer oder Knäkente, so Belting. Ein zweiter Schwerpunkt des Ministerbesuchs am Dümmer war der Zustand des Gewässers selbst. Der Flachsee war in den vergangenen Jahren immer wieder mit gravierenden Folgen einer Überversorgung mit Nährstoffen aufgefallen: Massenentwicklungen von für Mensch und Tier giftigen Blaualgen (Cyanobakterien), Geruchsbelästigung, Fischsterben und Verschlammung. „Wenngleich auch in den letzten fünf Jahren noch zu viele Nährstoffe in den Dümmer gelangten, wurde die ungenügende gewässerökologische Situation durch das Aufwachsen von einheimischen Unterwasserpflanzen verbessert, so dass die touristische Nutzung des Sees als Segelsport- und Freizeitgewässer nur temporär beeinträchtigt war“, erklärte Hans-Heinrich Schuster im Rahmen des gemeinsamen Rundgangs durch das Gebäude. Der Biologe Schuster arbeitet im Seenkompetenzzentrum des NLWKN, das von Sulingen aus die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie an den 27 großen Seen in Niedersachsen betreut. Mit dem Ziel, den gewässerökologischen Zustand am Dümmer zu verbessern, wurde unter Federführung des NLWKN seit 2012 ein Umsetzungskonzept erarbeitet, um die bereits seit dem Jahre 1987 begonnene Dümmersanierung fortzusetzen. So soll etwa durch die Planung und den Bau eines Schilfpolders zukünftig das Wasser der Hunte vor dem Dümmer von Nährstoffen befreit werden. Wichtige Beiträge zur Reduzierung der Nährstoffeinträge sollen zudem die landwirtschaftliche Beratung und Maßnahmenumsetzung im Einzugsgebiet sowie weitere wasserwirtschaftliche Maßnahmen liefern.
Zielstellung: Die drei großen Seen des Westbalkans Ohrid, Prespa und Shkoder werden von den vier Staaten Albanien, Griechenland, Mazedonien und Montenegro geteilt. Sie stellen einen im europäischen Kontext herausragenden Brennpunkt der biologischen Vielfalt sowie die Basis für eine Vielzahl fischereilicher Nutzer und die Versorgung der Anrainer mit Nahrungsmitteln dar. Von den zahlreichen endemischen Elementen der Flora und Fauna sind viele bestandsbedroht, das gilt auch für eine Reihe von Fischarten. Gleichzeitig wird die derzeitige fischereiliche Bewirtschaftung kaum zwischen den Anrainern koordiniert. Ziel des Vorhabens ist eine verbesserte Umsetzung von Gesetzen, Abkommen und Managementplänen für den Erhalt der Biodiversität und die nachhaltige Bewirtschaftung der Seen, wobei dem zwischenstaatlich koordinierten Monitoring der Fischartengemeinschaften mit standardisierten Methoden und der Regulierung der Fischerei besondere Bedeutung zukommt. Material und Methoden: Im Rahmen des Projektes berät das IfB eine grenzübergreifende technische Arbeitsgruppe zur Vorbereitung und Etablierung eines abgestimmten und standardisierten Monitorings der Fischfauna und leitet die nationalen Projektpartner bei der Darstellung und Interpretation der Ergebnisse an. Ergebnisse: Nach der Etablierung eines grenzübergreifenden Standardprotokolls für fischereiliche Beprobungen belegte die erste Anwendung der Multimaschen-Stellnetznorm, dass diese prinzipiell auch zur standardisierten Erfassung der Fischfauna von Seen des Balkans geeignet ist. Die Ergebnisse waren vor allem in Bezug auf den hohen Anteil von Neozoen im Litoral des Prespa-Sees (Sonnenbarsch, Bitterling, Blaubandbärbling) sowie die fortgeschrittene Ausbreitung des allochthonen Flussbarsches im Shkodra-See überraschend. Die Ergebnisse fanden Eingang in die Erstbeschreibung der Wasserkörper im Zusammenhang mit der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Daneben wurden grenzübergreifende Berichte zur Fischfauna der drei Seen erstellt und abgestimmt.
Results from a 85 ka old sediment sequence from Lake Petén Itzá, Gutemala, show extreme cooling of the Neotropics of up to 10 C during Heinrich Events (Hodell et al., 2012) and suggest high climate sensitivity for the older sediment sections of about 200 ka. It is proposed to analyze the consequences of abrupt climate change on the stability of aquatic ecosystems over time and consequently the historical biogeography of the Peninsula Yucatán by using ostracodes as model bioindicators interlinking three major research topics. A (1) quantitative assessment of lake level changes during the past 200 ka is targeted by expanding an existing trainingset of recent ostracodes and refining transfer functions for water depth and conductivity. (2) Fossil ostracode assemblages will be used to reconstruct the ultrastructure of Late Pleistocene climate extremes and their effects on aquatic diversity of Lake Petén Itzá, and (3) to assess biogeography, phylogeography and phylogeny of freshwater ostracodes as model organisms by integrative taxonomy using morphology and molecular tools. In order to initiate research efforts on Lake Petén Itzá sediments extending beyond 85 ka a core sampling party for the Petén Itzá Scientific Drilling Project at LacCore, University of Minnesota, is proposed. This will also further strengthen the collaboration with Central America and prepare for future ICDP-drilling in Lake Junin (Peru) and planned work on Lake Chalco (Mexico Basin).
Der DeLFI-Verfahrensvorschlag beinhaltet zwei Module, die in Abhängigkeit von Gewässereigenschaften angewandt werden - es kommen für einzelne Seen nicht beide Module zum Einsatz. Das Site-Modul ist für norddeutsche Seen > 1.000 ha sowie für alpine Seen vorgesehen. Es ist gewässerspezifisch und basiert auf Modellierungen von Referenzzustand und aktuellem Zustand der Fischgemeinschaft. Diese Modellierung erfolgt für jedes Gewässer individuell. Dazu werden Daten und Angaben der Fischerei, Fachliteratur, gezielte Befischungen und Expertisen genutzt. Das Type-Modul ist typspezifisch, d. h. die zu bewertenden Seen werden Typen zugeordnet. Für jeden Typ existiert eine Vorgabe zum Referenzzustand der Fischgemeinschaft. Diese wird dann mit den Ergebnissen von standardisierten Befischungen mit Multimaschennetzen verglichen. Das Type-Modul ist für Seen des Norddeutschen Tieflands mit Flächen zwischen 50 und 1.000 ha vorgesehen. Die Unterteilung des DeLFI-Verfahrens in die Module wurde durch die unterschiedliche Datengrundlage erforderlich. Das Type-Modul setzt zwar aufwändige Befischungen voraus, hat aber den Vorteil auf national und international vergleichbaren Untersuchungen nach einem Standardverfahren zu basieren. Bei sehr großen Seen jedoch können repräsentative Aussagen nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand getroffen werden. Im alpinen Bereich liegen zudem keine Daten zu standardisierten Stellnetzbefischungen vor. In beiden Modulen des DeLFI-Index werden bewertungsrelevante Fischbestandsparameter (sog. Metrics) zunächst einzeln bewertet. Im Anschluss werden die Einzelbewertungen zu einem EQR-Wert verrechnet (ecological quality ratio). Der EQR-Wert liegt zwischen 0 und 1 und wird einer fünfstufigen ökologischen Zustandsbewertung für den See zugeordnet. Werte nahe 1 führen zu einer sehr guten Zustandsklassifizierung. Mit sinkendem EQR folgen die die Klassen gut; mäßig und unbefriedigend; Werte nahe 0 entsprechen einem schlechten ökologischen Zustand. Die Vorgehensweise entspricht den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie und der entsprechenden Umsetzungshinweise. Nach der Wahl des Moduls werden die Referenzfischgemeinschaft und die aktuelle Fischgemeinschaft modelliert (Fischbestandsmodellierung). Die Metrics entsprechen Vergleichen der aktuellen Situation mit der Referenzsituation: Metric Erklärung Anzahl häufige Arten wie viele Fischarten kommen aktuell im Gewässer vor, die für den Referenzzustand als häufig klassifiziert wurden (Klasse 3) Anzahl regelmäßige Arten ebenso, aber Referenzzustand regelmäßig (Klasse 2) Anzahl seltene Arten ebenso, aber Referenzzustand selten (Klasse 1) Anzahl Reproduktionsgilden wie viele Reproduktionsgilden kommen aktuell im Gewässer vor, die auch für den Referenzzustand festgelegt wurden Anzahl Habitatgilden ebenso, aber Habitatgilden Abundanz häufige Arten wie viele Fischarten sind aktuell im Gewässer häufig (Klasse 3), die auch für den Referenzzustand mit häufig klassifiziert wurden Abundanz Reproduktionsgilden Indexwert, der die Verteilung der artspezifischen Häufigkeitsklassen auf einzelne Reproduktionsgilden kombiniert Abundanz Habitatgilden ebenso, aber Habitatgilden Maximale Masse Blei Mittlere Masse der fünf größten Bleie Reproduktion besetzter Arten Modifikator, der ausschließlich besatzbasierte Populationen als fehlend (Klasse 0) bewertet Vernetzung Vorkommen von Arten bzw. einer Artengruppe: Gründling, Quappe, Stichling, Stint, Zander und „rheophile Cypriniden des Freiwassers“ (Aland, Döbel, Hasel oder Rapfen) Die Ermittlung der Werte ist für die genannten Metrics anhand der Erklärung überwiegend nachvollziehbar, für die Abundanz-Indexwerte Reproduktionsgilden und Habitatgilden wird jedoch auf die Verfahrensdarstellung verwiesen. Den Werten der Metrics werden in drei Klassen Punkte zugewiesen; die Punkte entsprechen einer Zustandsbewertung nach Wasserrahmenrichtlinie: 5 Punkte (sehr gut), 3 Punkte (mäßig) oder 1 Punkt (schlecht). Zwei Metrics werden fünfstufig Punkte zugeordnet. Die nachfolgende Tab. 1 zeigt eine Übersicht der Klassengrenzen und Punktezuweisung. Tab. 1: Klassengrenzen für die Bewertung der Metrics im Site-Modul: Oben dreistufig bewertete Metrics, unten fünfstufige Bewertung. Metric 5 Punkte 3 Punkte 1 Punkt Anzahl häufige Arten alle - ≥ 1 fehlt Anzahl regelm. Arten > 90 % 76-90 % ≤ 75 % Anzahl seltene Arten > 50 % 26-50 % ≤ 25 % Anzahl Habitatgilden alle 1 Gilde (1 Art) fehlt 1 Gilde (>1 Art) oder > 1 Gilde fehlt Anzahl Repro-Gilden alle 1 Gilde (1 Art) fehlt 1 Gilde (>1 Art) oder > 1 Gilde fehlt Abundanz häufige Arten alle häufig 50-99 % häufig < 50 % häufig Abundanz Habitatgilden Index > 4 Index > 2 - 4 Index ≤ 2 Abundanz Repro-Gilden Index > 4 Index > 2 - 4 Index ≤ 2 Metric 5 Punkte 4 Punkte 3 Punkte 2 Punkte 1 Punkt Max. Masse Blei [kg] > 2 1,5-2,0 1,0-1,5 0,5-1,0 < 0,5 Vernetzung Anzahl Arten/ Gruppe > 3 3 2 1 0 Für die Gesamtbewertung des ökologischen Zustands des Sees werden zunächst alle Metric-Einzelbewertungen zu einer Gesamtpunktzahl aufsummiert. Die erreichbare Punktzahl ist abhängig von der Berücksichtigung optionaler Metrics. Dann wird die Gesamtpunktzahl nach folgendem Schema in einen EQR umgerechnet (EQR = ecological quality ratio): EQR = (X-Xmin)/(Xmax-Xmin) Dabei ist X die erreichte, Xmin die minimal erreichbare und Xmax die maximal erreichbare Punktzahl. Xmin entspricht einer Bewertung aller Metrics mit 1 Punkt, Xmax einer Bewertung aller Metrics mit 5 Punkten. Durch die Berechnung als EQR bleiben die Bewertungsergebnisse in einem Bereich zwischen 0 und 1 und sind auch für unterschiedliche Module, Typen oder Metrics vergleichbar. Nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie wird dem errechneten EQR-Wert in einem letzten Schritt eine von fünf von ökologischen Zustandsklassen zugewiesen. Die Grenzwerte zeigt Tab. 2. Tab. 2: Zuordnung der EQR-Werte im Site-Modul zu fünfstufigen ökologischen Zustandsklassen nach WRRL. EQR Site Ökologischer Zustand ≥ 0,85 sehr gut < 0,85 gut < 0,69 mäßig < 0,50 unbefriedigend < 0,25 schlecht Nach der Wahl des Moduls werden die nachfolgend beschriebenen Metrics anhand der Fänge einer standardisierten Stellnetzbefischung ermittelt. Grundlage sind die Fänge aller benthischen Netze. Für drei Metrics werden qualitative Angaben benötigt, die ggf. weitere Datenquellen erfordern: obligatorische Arten, Reproduktion besetzter Arten und Vernetzung. Metric Erklärung Obligatorische Arten Verbreitete Arten die immer vorkommen sollten: Barsch, Blei, Hecht, Kaulbarsch, Rotfeder, Plötze. Je nach Typ auch Güster und Kleine Maräne. Einheitsfang Masse Gesamtfang pro Gesamtfläche der gestellten Netze Anteil Barsch Anteil der Fischart Barsch am Gesamtfang Anteil Blei - Anteil Güster - Anteil Kaulbarsch - Anteil Zander - benthische Arten Anteil der Fischarten mit bodenorientierter Lebensweise: Blei, Giebel, Großmaräne, Güster, Karausche, Karpfen, Kaulbarsch, Plötze, Zander benthivore Arten Anteil der Fischarten mit bodenorientierter Ernährungsweise: Blei, Güster, Karpfen, Kaulbarsch, Großmaräne und Schleie Median Masse Medianwerte der individuellen Stückmassen von Barschen > 6 g, Bleien > 10 g und Plötzen > 14 g Reproduktion besetzter Arten Modifikator, der ausschließlich besatzbasierte Populationen als fehlend einstuft Vernetzung Vorkommen von Arten bzw. einer Artengruppe: Gründling, Quappe, Stichling, Stint, Zander und „rheophile Cypriniden des Freiwassers“ (Aland, Döbel, Hasel oder Rapfen) Den Werten der Metrics werden in fünf Klassen Punkte zugewiesen; entsprechend den Zustandsbewertungen nach Wasserrahmenrichtlinie. Die Bewertungen reichen von 5 Punkten (sehr gut) bis 1 Punkt (schlecht). In Tab. 3 werden die Klassengrenzen für die Zuordnung von Punkten zu den Metrics-Werten dargestellt. Die Auswahl der Metrics und die Klassengrenzen hängen vom Gewässertyp ab, teilweise werden für gleiche Arten zahlenmäßige Anteile statt Masseanteile genutzt (z. B. für den Kaulbarsch in Seen des Typs TIEF). Der Metric Median Masse besteht aus drei Einzelmetrics (Barsch, Blei, Plötze), die jeweils zweiseitig bewertet werden. Die Gesamtbewertung ist die schlechteste Einzelbewertung. Der Metric und die Klassengrenzen sind für die drei Seetypen gleich. Tab. 3: Zuordnung von Metric-Werten zu entsprechenden Punktzahlen. n. a. - nicht anwendbar, %M - Masseanteil, %N: Anteil Anzahl. Werte überwiegend bezogen auf Fänge mit benthischen Multimaschennetzen nach EN-Standard 14757. Metric n. a. 5 Punkte 4 Punkte 3 Punkte 2 Punkte 1 Punkt Seetyp POLY obligatorische Arten alle - eine fehlt - > eine fehlt EF Masse [kg/m²] ≤ 0,031 ≤ 0,05 ≤ 0,10 ≤ 0,20 ≤ 0,30* > 0,30 Anteil Blei %M = 0 ≤ 10 ≤ 35 ≤ 60 ≤ 85* > 85 Anteil Güster %M = 0 ≤ 10 ≤ 20 ≤ 40 ≤ 50* > 50 Anteil Kaulbarsch %M = 0 ≤ 4,5 ≤ 6,0 ≤ 7,5 ≤ 9,0* > 9,0 Anteil Barsch %M ≥ 40 ≥ 15 ≥ 5 ≥ 0 = 0 Anteil Zander %M ≤ 4 ≤ 20 ≤ 36 ≤ 52* > 52 Benthische Arten %M ≤ 60 ≤ 85 ≤ 95 ≤ 100 = 100 Benthivore Arten %M ≤ 20 ≤ 50 ≤ 80 ≤ 95* > 95 Seetyp STRAT obligatorische Arten alle - eine fehlt - > eine fehlt EF Masse [kg/m²] ≤ 0,011 ≤ 0,03 ≤ 0,05 ≤ 0,08 ≤ 0,10* > 0,10 Anteil Blei %N = 0 ≤ 0,6 ≤ 3 ≤ 5 ≤ 7* > 7 Anteil Kaulbarsch %M = 0 ≤ 1,0 ≤ 4,0 ≤ 7,0* ≤ 9,0* > 9,0 Benthische Arten %M ≤ 45 ≤ 60 ≤ 75 ≤ 90* > 90 Benthivore Arten %M ≤ 10 ≤ 20 ≤ 30* ≤ 40 > 40 Seetyp TIEF obligatorische Arten alle - eine fehlt - > eine fehlt EF Masse [kg/m²] ≤ 0,012 ≤ 0,02 ≤ 0,032 ≤ 0,044 ≤ 0,066* > 0,066 Anteil Blei %N = 0 ≤ 0,5 ≤ 2 ≤ 3,5 ≤ 5* > 5 Anteil Kaulbarsch %N = 0 ≤ 10 ≤ 20 ≤ 30 ≤ 40 > 40 Benthische Arten %M ≤ 45 ≤ 60 ≤ 75* ≤ 90 > 90 Benthivore Arten %M ≤ 13 ≤ 23 ≤ 33* ≤ 43 > 43 Alle Typen Median Masse gesamt: schlechteste Einzelbewertung von Barsch, Blei, Plötze Barsch > 6 g [g] 12-14,9 15 - 29,9 9-11,9 30 - 44,9 < 9 45 - 59,9* - ≥ 60 - Blei > 10 g [g] 50-99,9 100 - 249 15 - 49 250 - 399* < 15 ≥ 400 - ? - Plötze > 14 g [g] 40-54,9 55 - 99,9 18 - 39,9 100 - 144,9* < 18 150 - 189,9 - > 190 - Vernetzung Anzahl Arten/ Gruppe ≥ 4 3 2 1 0 Für die Gesamtbewertung des ökologischen Zustands des Sees werden zunächst alle Metric-Einzelbewertungen zu einer Gesamtpunktzahl aufsummiert. Die erreichbare Punktzahl ist abhängig von der Berücksichtigung optionaler Metrics. Dann wird die Gesamtpunktzahl nach folgendem Schema in einen EQR umgerechnet (EQR = ecological quality ratio): EQR = (X-Xmin)/(Xmax-Xmin). Dabei ist X die erreichte, Xmin die minimal erreichbare und Xmax die maximal erreichbare Punktzahl. Xmin entspricht einer Bewertung aller Metrics mit 1 Punkt, Xmax einer Bewertung aller Metrics mit 5 Punkten. Durch die Berechnung als EQR bleiben die Bewertungsergebnisse in einem Bereich zwischen 0 und 1 und sind auch für unterschiedliche Module, Typen oder Metrics vergleichbar. Nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie wird dem errechneten EQR-Wert in einem letzten Schritt eine von fünf von ökologischen Zustandsklassen zugewiesen. Die Grenzwerte zeigt Tab. 4. Tab. 4: Zuordnung der EQR-Werte im Type-Modul zu fünfstufigen ökologischen Zustandsklassen nach WRRL. EQR Site Ökologischer Zustand ≥ 0,85 sehr gut < 0,85 gut < 0,69 mäßig < 0,50 unbefriedigend < 0,25 schlecht
Die Umweltsituation vieler Bäche und Flüsse im südlichen Alpenvorland Deutschlands ist „gut“. Sie fließen in den Ablagerungen der letzten Eiszeit, in unmittelbarer Nachbarschaft der großen Seen der Voralpen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Zuflüsse zum Ammersee, die Attel oder der Unterlauf der Loisach sowie die Bodenseezuflüsse Argen und Schussen. 57 Prozent - und damit der überwiegende Teil der Bäche und Flüsse des südlichen Alpenvorlandes - befinden sich bereits im sogenannten guten ökologischen Zustand und erfüllen damit die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie, was bisher nur an jedem zehnten Fließgewässer in Deutschland gelingt. Allen Gewässern dieses Typs wurde ein chemisch guter Zustand bescheinigt.
Eine genaue Kenntnis des Volumentransports von Flüssen ist von großer Wichtigkeit für vielfältige Aspekte der Klimaforschung, Ozeanographie, Ökonomie, Soziologie und Politik. Vorhandene Datensätze sind für viele Anwendungen unzureichend, weil sie von Messstationen stammen, die weder flächendeckend vorhanden noch in der Lage sind, alle benötigten Informationen in ausreichender Qualität und über lange Zeiträume zu liefern. Vielversprechende Alternativen bietet die Fernerkundung mit Radarverfahren von Satelliten aus: Verschiedene Autoren haben gezeigt, dass die Radar-Altimetrie sowie die interferometrische Auswertung von Synthetic Aperture Radar (SAR) Bildern geeignet sind, um Wasserstände bzw. Wasserstandsänderungen in großen Seen, Flüssen und Überschwemmungsgebieten zu bestimmen. Darüber hinaus wird ab etwa 2007 der deutsche Satellit TerraSAR-X mit einem Along-Track in SAR erstmals die Möglichkeit bieten, Strömungen vom Weltraum aus direkt zu messen. Die Antragsteller haben umfangreiche Erfahrungen auf diesem Gebiet. Ziel dieses Vorhabens ist zu untersuchen, inwieweit Daten von TerraSAR-X und nachfolgenden satellitengestützten InSARs für Flussausstrommessungen genutzt werden können. Hierzu soll ein Prototyp eines Beobachtungs- und Datensynthesesystems entworfen und getestet werden, bei dem durch Kombination von InSAR-Daten mit anderen Daten Volumentransporte in Flüssen bestimmt werden können.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 19 |
| Land | 6 |
| Weitere | 1 |
| Wissenschaft | 10 |
| Zivilgesellschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 17 |
| Text | 6 |
| unbekannt | 2 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 8 |
| Offen | 17 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 23 |
| Englisch | 5 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 1 |
| Dokument | 4 |
| Keine | 12 |
| Webseite | 8 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 22 |
| Lebewesen und Lebensräume | 25 |
| Luft | 13 |
| Mensch und Umwelt | 25 |
| Wasser | 24 |
| Weitere | 25 |