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Studien an Menschen

Studien an Menschen Während des letzten Jahrzehnts wurden insgesamt zwölf Studien an Menschen durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Handynutzung und männlicher Fruchtbarkeit erforschten. Mit vier Ausnahmen ist das Ergebnis der meisten Studien, dass eine häufige Handynutzung mit verminderter Fruchtbarkeit einhergeht. Allen Studien gemeinsam war, dass der Zusammenhang zwischen Telefonnutzung und männlicher Fruchtbarkeit, nicht aber der direkte Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern untersucht wurde. Es ist davon auszugehen, dass die Lebensweise der häufigen Handynutzer, nicht aber die von Handys ausgehenden elektromagnetischen Felder, für die beobachtete verminderte Fruchtbarkeit verantwortlich ist. Während des letzten Jahrzehnts wurden insgesamt zwölf Studien an Menschen durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Handynutzung und männlicher Fruchtbarkeit erforschten. In den meisten Studien wurden Patienten untersucht, die bereits Fruchtbarkeitsprobleme hatten. Verglichen wurden verschiedene Parameter der Fruchtbarkeit zwischen Nutzern und Nichtnutzern von Mobiltelefonen beziehungsweise in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer. Mit vier Ausnahmen [ 1-4 ] ist das Ergebnis der meisten Studien, dass eine häufige Handynutzung mit verminderter Fruchtbarkeit einhergeht. Das äußert sich in einer verminderten Zahl und Beweglichkeit der Spermien [ 5 -10 ] , einem höheren Anteil geschädigter Spermien [ 9-13 ] oder Erektionsstörungen [14] . Eine aktuelle und sehr umfangreiche chinesische Studie [ 8 ] an insgesamt 872 Studenten im Alter von 20 - 22 Jahren aus der normalen Bevölkerung, die in drei Folgejahren untersucht wurden, zeigte einen Zusammenhang zwischen der Gesprächsdauer am Handy sowie der drahtlosen Internetnutzung mit verminderter Spermienzahl und Konzentration. Nach einer statistischen Korrektur für einige Begleitfaktoren (Alter, Gewicht, Alkohol, Rauchen, Kaffee, Cola, Fast Food) war der Zusammenhang mit der Handynutzung nicht mehr signifikant, der Zusammenhang mit drahtloser Internetnutzung blieb bestehen. Dies ist aber kein Nachweis, dass dieser statistische Zusammenhang auch ursächlich ist. In einer aktuellen amerikanischen Studie [2] wurde das Sperma von 384 Patienten einer Infertilitätsklinik, die 18 bis 56 Jahre alt waren, mehrfach untersucht. Abgefragt wurden die Dauer der Handynutzung, die Nutzung eines Headsets und die Trageweise am Körper. Ausgewertet wurden die Spermienzahl und -beweglichkeit sowie die Morphologie der Spermien. Rauchen, Alkoholkonsum und Einnahme von Medikamenten wurden berücksichtigt. Es wurde kein Zusammenhang zwischen Spermienqualität und Handynutzung gefunden. Es wurden nicht die elektromagnetischen Felder, sondern die Handynutzung untersucht Allen Studien gemeinsam war, dass der Zusammenhang zwischen Telefonnutzung und männlicher Fruchtbarkeit, nicht aber der direkte Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern untersucht wurde. Wdowiak et al. [9] weisen darauf hin, dass Vielnutzer häufiger beruflich sehr aktiv sind, eine sitzende Tätigkeit ausüben und mehr Stress ausgesetzt sind. Alle diese Faktoren beeinträchtigen die Fruchtbarkeit. Mögliche weitere Einflussfaktoren, wie Alter, sozialer Status, Stress, Alkohol- und Tabakkonsum, die alle die Spermien beeinträchtigen, wurden mit Ausnahme der neueren Studien [2 , 4 , 8 ] nur teilweise oder gar nicht berücksichtigt. Es ist davon auszugehen, dass die Lebensweise der häufigen Handynutzer, nicht aber die von Handys ausgehenden elektromagnetischen Felder, für die beobachtete verminderte Fruchtbarkeit verantwortlich ist. Literatur (Volltext oft gebührenpflichtig) [1] Rago R, Salacone P, Caponecchia L, Sebastianelli A, Marcucci I, Calogero AE, Condorelli R, Vicari E, Morgia G, Favilla V, Cimino S, Arcoria AF, La Vignera S (2013) The semen quality of the mobile phone users . J Endocrinol Invest. 36(11): 970 - 974 [2] Lewis RC, Mínguez-Alarcón L, Meeker JD et al. (2016) Self-reported mobile phone use and semen parameters among men from a fertility clinic. Reprod Toxicol. 67:42-47 [3] Feijo C, Verza JS, Esteves SC (2011) Lack of evidence that radiofrequency electromagnetic waves (RF-EMW) emitted by cellular phones impact semen parameters of Brazilian men. Hum. Reprod. 26: i139 - i140 [4] Pokhrel G, Yihao S, Wangcheng W, Khatiwada SU, Zhongyang S, Jianqiao Y, Yucong Z, Xiaming L, Dan Z, Jihong L (2019). The impact of sociodemographic characteristics, lifestyle, work exposure and medical history on semen parameters in young Chinese men: A cross-sectional study. Andrologia: e13324 [5] Agarwal A, Deepinder F, Sharma RK, Ranga G, Li J (2008) Effect of cell phone usage on semen analysis in men attending infertility clinic: an observational study . Fertil. Steril. 89(1): 124 - 128 [6] Davoudi M, Brössner C, Kuber W (2002) Der Einfluß elektromagnetischer Wellen auf die Spermienmotilität. J. Urol. Urogynäkol. 9(3): 18 - 22 [7] Fejes I, Zavaczki Z, Szollosi J, Koloszar S, Daru J, Kovacs L, Pal A (2005) Is there a relationship between cell phone use and semen quality? Arch. Androl. 51(5): 385 - 393 [8] Zhang G, Yan H, Chen Q, Liu K, Ling X, Sun L, Zhou N, Wang Z, Zou P, Wang X, Tan L, Cui Z, Zhou Z, Liu J, Ao L, Cao J (2016) Effects of cell phone use on semen parameters: Results from the MARHCS cohort study in Chongqing, China. Environ Int. 91: 116-121 [9] Wdowiak A, Wdowiak L, Wiktor H (2007) Evaluation of the effect of using mobile phones on male fertility . Ann. Agric. Environ. Med. 14(1): 169 – 172 [10] Al-Bayyari N (2017). The effect of cell phone usage on semen quality and fertility among Jordanian males. Middle East Fertility Society Journal 22(3): 178-182 [11] Gutschi T, Mohamad Al-Ali B, Shamloul R, Pummer K, Trummer H (2011) Impact of cell phone use on men's semen parameters . Andrologia 43(5): 312 – 316 [12] Zilberlicht A, Wiener-Megnazi Z, Sheinfeld Y, Grach B, Lahav-Baratz S, Dirnfeld M (2015) Habits of cell phone usage and sperm quality - does it warrant attention? Reprod Biomed Online. 31: 421–426 [13] Schauer I, Mohamad Al-Ali B (2017). Combined effects of varicocele and cell phones on semen and hormonal parameters. Wien Klin Wochenschr. [14] Al-Ali BM, Patzak J, Fischereder K, Pummer K, Shamloul R (2013) Cell phone usage and erectile function . Cent European J Urol. 66(1): 75 – 77 Stand: 19.03.2026

Laborstudien

Laborstudien Der direkte Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf entnommene Spermien von Menschen und Tieren wurde seit 1999 in etwa 20 Laborstudien untersucht. Die meisten Laborstudien weisen in unterschiedlichem Ausmaß methodische Mängel auf. Angesichts der Ergebnisse der Laborstudien ist davon auszugehen, dass eine realistische Belastung mit elektromagnetischen Feldern eines Handys nicht zu einer Schädigung von Spermien und einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führt. Der direkte Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf entnommene Spermien von Menschen und Tieren wurde seit 1999 in etwa 20 Laborstudien untersucht. Die meisten fanden mindestens in einem der untersuchten Parameter eine signifikante Veränderung unter dem Einfluss elektromagnetischer Felder, wobei häufig viele andere Parameter unverändert blieben. Studien weisen methodische Mängel auf Die meisten Laborstudien weisen in unterschiedlichem Ausmaß methodische Mängel auf. Quellen elektromagnetischer Felder: Einige Studien verwendeten kommerzielle Mobiltelefone statt Expositionsanlagen als Quellen elektromagnetischer Felder, was dem heutigen Stand der Technik und damit der guten wissenschaftlichen Praxis nicht entspricht. Spezifische Absorptionsrate : Mehrfach wurde die Spezifische Absorptionsrate ( SAR ) nicht angegeben, welche die vom Gewebe aufgenommene Energie in Watt pro Kilogramm ( W/kg ) beschreibt. Ohne diese Angabe ist eine Bewertung der beobachteten Veränderungen nicht möglich. Kontrollen: Die meisten Studien verwendeten Kontrollen, zum Beispiel außerhalb der Expositionsanlage oder in einem anderen Raum. Um aber den Qualitätskriterien einer guten wissenschaftlichen Praxis zu entsprechen, muss auch eine Scheinexposition in der Expositionsanlage mit ausgeschalteten elektromagnetischen Feldern erfolgen. Sonst besteht die Möglichkeit, dass noch andere Umgebungseinflüsse zwischen den befeldeten Proben und den Kontrollen unterschiedlich waren und die beobachteten Effekte verursachten. Verblindung: Nur wenige Studien wurden verblindet durchgeführt. Verblindet bedeutet, dass die Wissenschaftler, die die Proben auswerteten, nicht wussten, welche befeldet worden waren und welche nicht. Dies ist eine wichtige Maßnahme, um zum Beispiel bei visuellen Auswertungen subjektive Einflüsse zu minimieren. SAR -Werte oberhalb der Grenzwertempfehlung: Mehrere Studien arbeiteten bei SAR -Werten oberhalb der Grenzwertempfehlungen, bis zu 27 W/kg . Hier ist davon auszugehen, dass die beobachteten Effekte thermisch waren, da Spermien besonders temperaturempfindlich sind. Studien, die eine Expositionsanlage verwendeten und den SAR -Wert angaben Neuere Studien, die diese Qualitätskriterien erfüllen, werden im Folgenden näher beschrieben: Falzone et al. [1] fanden bei 2 W/kg (dies entspricht der Empfehlung der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung - ICNIRP für den Teilkörpergrenzwert) keinen Einfluss auf sämtliche Parameter der Spermienbeweglichkeit. Bei 5,7 W/kg war die Zahl beweglicher Spermien unverändert, deren Geschwindigkeit aber geringer. Weder bei 2 noch bei 5,7 W/kg wurden oxidativer Stress, veränderte enzymatische Aktivität oder ein vorzeitiger programmierter Zelltod bei den Spermien beobachtet [2] . In einer weiteren Folgestudie [3] waren die Spermien bereits bei 2 W/kg morphologisch verändert, ihre Vitalität blieb aber unverändert. Dies ist nicht nachvollziehbar, da morphologisch veränderte Spermien meistens weniger lebensfähig sind. Deswegen wurde dieses Ergebnis von anderen Wissenschaftlern angezweifelt [4] . De Iulis et al. [5] beobachteten bei steigenden SAR -Werten im Bereich von 0,4 bis 27,5 W/kg ein Absinken der Beweglichkeit und Lebensfähigkeit von Spermien sowie oxidativen Stress. Der Einfluss war dosisabhängig und begann bei einer Befeldungsdauer von 16 Stunden ab etwa 1 W/kg . Eine chinesische Arbeitsgruppe [ 6 ] beobachtete an einer Zelllinie von Spermatozyten der Maus bei 180 MHz bei SAR -Werten von 1 und 2 W/kg keinen Effekt, bei 4 W/kg kam es nach 12 Stunden zu oxidativem Stress, gefolgt von einer DNA Schädigung. Es traten keine DNA -Strangbrüche auf. Es kam zu Veränderungen im Proteinhaushalt, aber nicht zum verstärkten Zelltod. In zwei Folgestudien wurde gezeigt, wie zelleigene metabolische Prozesse den oxidativen Stress [ 7 ] und die DNA -Schäden [ 8 ] wieder einschränken können. Eine weitere Studie an Spermatozyten der Maus [ 9 ] bei bis zu 1,5 W/kg und 1800 MHz zeigte keine DNA Schäden, aber ebenfalls oxidativen Stress, vermittelt durch Mitochondrien. Dieser konnte von den Spermatozyten wieder neutralisiert werden, ohne dass es zu DNA Schäden kam. Zwei qualitativ hochwertige Studie wurden in Japan durchgeführt [10, 11 ] . In der ersten Studie [10] wurde das Sperma von 50 gesunden Probanden untersucht. Exponiert wurde in einer hochwertigen Expositionsanlage. Es erfolgten verblindet eine Scheinexposition und Expositionen von einer Stunde bei 2 W/kg und 6 W/kg . Der Temperaturanstieg betrug 0,16 °C bzw. 0,24 °C . Es wurden mehrere Parameter der Spermienbeweglichkeit sowie oxidativer Stress untersucht. Die Exposition zeigte keinen Einfluss. Die zweite japanische Studie [11] untersuchte den Verlauf der Befruchtung und die frühe Embryogenese bei Mäusen. Verwendet wurde wieder eine hochwertige Expositionsanlage. Entnommene Eizellen und Spermien wurden bei 1,95 GHz und 2 mW/g für einen Stunde exponiert oder scheinexponiert. Dies ist mehr als beim Tragen eines Handys in der Hosentasche auftritt. Die Exposition erfolgte verblindet. Es wurde kein Einfluss elektromagnetischer Felder auf die künstliche Befruchtung und die nachfolgende Embryogenese gefunden und auch keine Chromosomen-Aberrationen. Thermische Effekte? Die Autoren aller Studien, die Effekte fanden [2-9] , behaupten, dass es sich nicht um thermische Effekte handeln könne, da die Proben gekühlt wurden. Es ist aber anzunehmen, dass bei einer Erwärmung durch elektromagnetische Felder und gleichzeitiger Kühlung die Wärmegradienten anders sind, als wenn keine Erwärmung und Kühlung stattfindet. Da Spermien besonders wärmeempfindlich sind, ist vor allem oberhalb der Grenzwertempfehlungen ein thermischer Effekt zu erwarten. Generell gilt, dass eine Erwärmung der Hoden und Spermien um mehr als 2 °C beziehungsweise über 39 °C schädlich ist, wobei die Schädigung vorübergehend ist. Untersuchungen in realistischen Szenarien – zum Beispiel ein Handy in der Hosentasche – haben gezeigt, dass die SAR -Werte deutlich unter 1 W/kg liegen und die durch elektromagnetische Felder verursachte Erwärmung der Hoden im Bereich von etwa 0,01 °C liegt. Diese Erwärmung wird als gesundheitlich unbedenklich bewertet. Auch angesichts der genannten Ergebnisse aus Laborstudien ist davon auszugehen, dass eine realistische Belastung mit elektromagnetischen Feldern eines Handys nicht zu einer Schädigung von Spermien und einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führt. Gleichzeitig zeigen die Laborstudien, dass vor allem oxidative Schäden, die durch eine Exposition mit mehreren W/kg verursacht werden können, durch die natürlichen zellulären Prozesse wieder repariert werden. Literatur (Volltext oft gebührenpflichtig) [1] Falzone N, Huyser C, Fourie F, Toivo T, Leszczynski D, Franken D (2008) In vitro effect of pulsed 900 MHz GSM radiation on mitochondrial membrane potential and motil-ity of human spermatozoa. Bioelectromagnetics 29(4): 268 - 276 [2] Falzone N, Huyser C, Franken DR, Leszczynski D (2010) Mobile phone radiation does not induce pro-apoptosis effects in human spermatozoa . Rad. 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Toxicol Lett. 218(1): 2 – 9 [7] Liu K, Zhang G, Wang Z, Liu Y, Dong J, Dong X, Liu J, Cao J, Ao L, Zhang S (2014) The protective effect of autophagy on mouse spermatocyte derived cells exposure to 1800 MHz radiofrequency electromagnetic radiation . Toxicol Lett. 228: 216 - 224 [8] Li R, Ma M, Li L, Zhao L, Zhang T, Gao X, Zhang D, Zhu Y, Peng Q, Luo X, Wang M (2018). The Protective Effect of Autophagy on DNA Damage in Mouse Spermatocyte-Derived Cells Exposed to 1800 MHz Radiofrequency Electromagnetic Fields. Cell Physiol Biochem 48(1): 29-41 [9] Houston BJ, Nixon B, King BV, Aitken RJ, De Iuliis GN (2018). Probing the Origins of 1,800 MHz Radio Frequency Electromagnetic Radiation Induced Damage in Mouse Immortalized Germ Cells and Spermatozoa in vitro . Front Public Health 6: 270 [10] Nakatani-Enomoto S, Okutsu M, Suzuki S, Suganuma R, Groiss SJ, Kadowaki S, Enomoto H, Fujimori K, Ugawa Y (2016) Effects of 1950 MHz W -CDMA-like signal on human spermatozoa. Bioelectromagnetics 37(6): 373-381 [11] Suzuki S, Okutsu M, Suganuma R, Komiya H, Nakatani-Enomoto S, Kobayashi S, Ugawa Y, Tateno H, Fujimori K (2017). Influence of radiofrequency-electromagnetic waves from 3rd-generation cellular phones on fertilization and embryo development in mice. Bioelectromagnetics 38(6): 466-473. Stand: 19.03.2026

Langzeitstudie an Ratten zu Ganzkörperexposition mit Mobilfunkfeldern (Ramazzini-Studie)

Langzeitstudie an Ratten zu Ganzkörperexposition mit Mobilfunkfeldern (Ramazzini-Studie) Bei der Ramazzini-Studie handelt es sich, gemessen an der Tierzahl, um die größte jemals durchgeführte Tierstudie zur Frage, ob lebenslange Exposition gegenüber schwachen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobilfunkbasisstationen bei Ratten krebserregend wirkt. Die Ganzkörperexposition der Ratten lag unterhalb und im Bereich der in Deutschland gültigen Grenzwerte für ortsfeste Mobilfunkbasisstationen. Aus BfS -Sicht liefern die publizierten Ergebnisse von Falcioni et al. keine überzeugende Evidenz für eine karzinogene Wirkung einer Ganzkörperexposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder im Bereich und unterhalb der bestehenden Grenzwerte. Im August 2018 wurden im Journal Environmental Research Teilergebnisse einer Langzeitstudie an Ratten, die lebenslang mit schwachen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern exponiert worden waren, veröffentlicht 1 . Eine Nachfolgepublikation von Brooks et al. im Jahr 2024 ergänzte diese Studie um die Auswertung von Mutationsprofilen in den relevanten Tumor- und Normalgeweben 2 . Die vollständigen Ergebnisse der am italienischen Ramazzini Institut durchgeführten Studie sind bisher nicht abschließend veröffentlicht worden. Die Vorveröffentlichung von Teilergebnissen durch Falcioni et al. stand im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden von vorläufigen Ergebnissen der Studie des US-amerikanischen National Toxicology Programs (NTP) im Mai 2016, bei der ein erhöhtes Auftreten von Herztumoren in männlichen Ratten, die sehr hohen Ganzkörperexpositionen hochfrequenter elektromagnetischer Felder ausgesetzt waren, beobachtet worden ist. Die finalen Ergebnisse der NTP-Studie wurden 2018 veröffentlicht, die Diskussion zur sogenannten Ramazzini-Studie wird hier daher mit Bezug auf die Ergebnisse der NTP-Studie 3, 4 geführt. Bei der Ramazzini-Studie handelt es sich, gemessen an der Tierzahl, um die größte jemals durchgeführte Tierstudie zur Frage, ob lebenslange Exposition gegenüber schwachen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobilfunkbasisstationen bei Ratten krebserregend wirkt. Die Ganzkörperexposition der Ratten lag unterhalb und im Bereich der in Deutschland gültigen Grenzwerte für ortsfeste Mobilfunkbasisstationen. Ein wesentliches Ergebnis ist eine statistisch signifikant erhöhte Inzidenz von Schwann-Zell-Tumoren am Herzen bei männlichen exponierten Ratten im Vergleich zu nicht exponierten Kontrolltieren. Die Autoren der Ramazzini-Studie sehen in ihren Ergebnissen eine Bestätigung der Ergebnisse der NTP-Studie und eine Übereinstimmung mit anderen epidemiologischen Studien und fordern deshalb eine Neubewertung der IARC -Einstufung bezüglich des krebserregenden Potentials hochfrequenter elektromagnetischer Felder im Menschen. Aus BfS -Sicht liefern die publizierten Ergebnisse von Falcioni et al. keine überzeugende Evidenz für eine karzinogene Wirkung einer Ganzkörperexposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder im Bereich und unterhalb der bestehenden Grenzwerte. Die von Falcioni et al. beobachtete Inzidenz von Herztumoren in männlichen Ratten lag in allen Expositionsgruppen im Schwankungsbereich der spontanen Hintergrundrate und in der mitgeführten umfangreichen Kontrollgruppe lag die Inzidenz dieser Erkrankung im Vergleich zu Kontrolldaten aus anderen Experimenten ungewöhnlich niedrig. Obwohl Falcioni et al. eine Vielzahl von statistischen Tests durchgeführt haben, ist die im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöhte Inzidenz von Herztumoren in der höchsten Expositionskategorie ohne Berücksichtigung des multiplen Testens als statistisch signifikant bewertet worden. Aus diesen Gründen ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem einzigen statistisch signifikanten Ergebnis der Ramazzini-Studie um ein falsch positives Ergebnis handelt, nicht vernachlässigbar. Die genetischen Analysen von Brooks et al. liefern aufgrund des Fehlens einer vergleichenden Analyse mit nicht-exponierten Geweben ebenfalls keinen belastbaren Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen einem Ausgesetztsein gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und einer Tumorentstehung. Zusammenfassend geht das BfS deshalb weiterhin davon aus, dass nach jetzigem Kenntnisstand unterhalb der bestehenden Grenzwerte keine negativen gesundheitlichen Effekte durch elektromagnetische Felder mit den vom Mobilfunk verwendeten Frequenzen wissenschaftlich belegt sind. Beschreibung der Studie und der Ergebnisse Bewertung durch die Autor*innen Falcioni et al. sehen in ihren Ergebnissen eine Bestätigung der Ergebnisse der NTP-Studie und fordern aufgrund der Ergebnisse der beiden Großstudien eine Neubewertung der IARC -Einstufung bezüglich des karzinogenen Potentials hochfrequenter elektromagnetischer Felder beim Menschen. Sie begründen ihre Einschätzung mit der im Vergleich zur Kontrollgruppe statistisch signifikant erhöhten Inzidenz von Schwannomen des Herzens in der höchsten Expositionsgruppe der männlichen Ratten, die auch in der NTP-Studie beobachtet worden ist, sowie dem vermehrten Auftreten von Schwannzell-Hyperplasien in der höchsten Expositionsgruppe beider Geschlechter. Falcioni et al. sehen in diesen Ergebnissen eine Übereinstimmung mit den Ergebnissen epidemiologischer Studien, die Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Akustikusneurinomen (gutartige Schwannzelltumore des Hörnervs) und Handynutzung liefern. In dem statistisch nicht signifikanten, expositionsabhängigen Anstieg maligner Gliome bei weiblichen Ratten sehen die Autoren eine Übereinstimmung mit den Ergebnissen der NTP-Studie und einigen epidemiologischen Studien, die eine Assoziation zwischen dem Auftreten von Gliomen und intensiver Mobiltelefonnutzung nahelegen. Brooks et al. schlussfolgern, dass die Häufung von Mutationen in den Genen ARID1A / ARID1B in menschlichen Schwannomen konsistent mit der Häufung von Mutationen in ARID1A in den hier analysierten Rattenschwannomen ist. Viele der in Brooks et al. berichteten Mutationen in Rattentumoren, inklusive der auffällig häufigen Mutationen im Gen SETD2 , sind jedoch nicht in einer großen Datenbank menschlicher Krebsmutationen (COSMIC) verzeichnet, was aus Sicht von Brooks et al. auf unterschiedliche funktionale Rollen der betreffenden Genmutationen im Vergleich zu menschlichen Tumoren hinweisen könnte. Bewertung durch das BfS In den Publikationen zu den großangelegten Tierexperimenten des NTP und des Ramazzini-Institutes zur karzinogenen Wirkung von chronischen Ganzkörperexpositionen mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern wurden für bestimmte Tumore des Herzens und des Gehirns Hinweise auf einen solchen Zusammenhang berichtet. Bezüglich der Tumore am Herzen sind die statistisch signifikanten Ergebnisse beider Studien in Tumorart und Geschlechtsspezifität vergleichbar, jedoch unterscheiden sie sich wesentlich hinsichtlich der Expositionsstärke, bei der die Effekte beobachtet worden sind. Sollte der in der NTP-Studie beobachtete Expositions-abhängige Anstieg der Inzidenz von Herz-Schwannomen tatsächlich Expositions-induziert sein, steht die Frage im Raum, ob in der Ramazzini-Studie derselbe Effekt bei vergleichsweise niedrigen SAR -Werten mit geringerer Effektstärke nachgewiesen wurde. Aufgrund der am Ramazzini-Institut deutlich höheren verwendeten Tierzahl pro Expositionsgruppe erscheint diese Möglichkeit auf den ersten Blick denkbar, da die Detektionswahrscheinlichkeit für kleine Effekte mit zunehmender Tierzahl steigt. In der Gesamtschau der Daten kann dieser Schluss unter Einbeziehung von Qualitäts-, Studiendesign- und Plausibilitäts-Kriterien allerdings nicht gezogen werden. Aus Sicht des BfS liefern weder die Ramazzini- noch die NTP-Studie eine verlässliche Evidenz für eine karzinogene Wirkung von langandauernder Ganzkörperexposition mit elektromagnetischen Feldern im Bereich der Grenzwerte (ausführliche Stellungnahme des BfS zur NTP-Studie ). Die Ramazzini-Studie weist im Vergleich zur NTP-Studie eine Reihe von Stärken auf, sie hat jedoch auch eine Reihe von methodischen Schwächen. Beides wird im Folgenden erläutert und anschließend wird die wissenschaftliche Plausibilität der Ergebnisse im Gesamtkontext bewertet. Fazit Insgesamt geht das BfS weiterhin davon aus, dass bei Einhaltung der Grenzwerte keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen durch elektromagnetische Felder mit den vom Mobilfunk verwendeten Frequenzen zu erwarten sind. Literatur 1 Falcioni, L., et al. " Report of final results regarding brain and heart tumors in Sprague-Dawley rats exposed from prenatal life until natural death to mobile phone radiofrequency field representative of a 1.8 GHz GSM base station environmental emission." Environmental research 165 (2018): 496-503. 2 Brooks, Ashley M., et al. "Genetic profiling of rat gliomas and cardiac schwannomas from life-time radiofrequency radiation exposure study using a targeted next-generation sequencing gene panel." PLoS ONE , 2024. 19(1): e0296699. 3 Langzeitstudie an Mäusen und Ratten zu Ganzkörperexposition mit Mobilfunkfeldern (NTP-Studie) 4 NTP Technical report on the toxicology and carcinogenesis studies in Hsd: Sprague Dawley SD rats exposed to whole-body radio frequency radiation at a frequency (900 MHz) and modulations (GSM and CDMA) used by cell phones ; NTP TR 595, November 2018 [zuletzt abgerufen am 30.06.2020] 5 Soffritti, Morando, et al. " Mega‐experiments to identify and assess diffuse carcinogenic risks." Annals of the New York Academy of Sciences 895.1 (1999): 34-55. 6 Laura Contalbrigo, " Effects Of Extremely Low Frequency And Radiofrequency Electromagnetic Fields On Circadian Rhythms Of Some Blood Parameters In Sprague-Dawley Rats", Dissertation, 2008, [zuletzt abgerufen am 30.06.2020] 7 Elmore, S.A., et al., Proceedings of the 2016 National Toxicology Program Satellite Symposium. Toxicologic pathology , 2017. 45(1): p. 11-51. 8 NTP Historical Controls Report. All Routes and Vehicles. Harlan Sprague-Dawley RATS [zuletzt abgerufen am 30.06.2020] 9 Anderson, Larry E., et al. "Two-year chronic bioassay study of rats exposed to a 1.6 GHz radiofrequency signal." Radiation Research 162.2 (2004): 201-210. 10 Gong, Yijian, et al. " Life-time dosimetric assessment for mice and rats exposed in reverberation chambers for the two-year NTP cancer bioassay study on cell phone radiation." IEEE transactions on electromagnetic compatibility 59.6 (2017): 1798-1808. 11 Capstick, Myles H., et al. "A radio frequency radiation exposure system for rodents based on reverberation chambers." IEEE transactions on electromagnetic compatibility 59.4 (2017): 1041-1052. 12 Li, Ruoyan, et al. "A body map of somatic mutagenesis in morphologically normal human tissues." Nature , 2021. 597(7876):398-403. 13 Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder, Bundesamt für Strahlenschutz. Spotlight on “Genetic profiling of rat gliomas and cardiac schwannomas from life-time radiofrequency radiation exposure study using a targeted next-generation sequencing gene panel” by Brooks et al. in PLoS One (2024). Spotlight - Jun/2024 no.2. 14 Kuhne et al. " Thermoregulatory Stress as Potential Mediating Factor in the NTP Cell Phone Tumor Study." Bioelectromagnetics. 2020 Sep;41(6):471-479. 15 Carlberg, Michael, and Lennart Hardell " Evaluation of mobile phone and cordless phone use and glioma risk using the Bradford Hill viewpoints from 1965 on association or causation." BioMed research international 2017 (2017). 16 Karipidis, Ken, et al. "The effect of exposure to radiofrequency fields on cancer risk in the general and working population: A systematic review of human observational studies – Part I: Most researched outcomes." Environment international 191 (2024): 108983. 17 Castaño-Vinyals, G., S. et al. "Wireless phone use in childhood and adolescence and neuroepithelial brain tumours: Results from the international MOBI-Kids study." Environment international 160 (2021): 107069. 18 Feychting, M., et al., Mobile phone use and brain tumour risk – COSMOS, a prospective cohort study. Environment International 185 (2024): 108552. Stand: 03.09.2025

Spotlight on “The relationship between radiofrequency-electromagnetic radiation from cell phones and brain tumor: The brain tumor incidence trends in South Korea” by J. Moon in Environmental Research (2023)

Deutsch: Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonieren und Hirntumoren? In dieser Studie wurde die zeitliche Korrelation zwischen Auftreten von Hirntumoren und Anzahl von Mobilfunkverträgen betrachtet. Da Moon eine signifikante Korrelation beobachtet, schließt er auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Trends. Wir zeigen die methodischen Schwächen der Studie auf und erklären, warum wir die Schlussfolgerung nicht teilen können.

Ermittlung der Relation zwischen Belästigung und Belastung durch Lärm von Luftwärmepumpen und Klimageräten

Kältemaschinen wie Luftwärmepumpen und Klimageräte werden zunehmend zur Beheizung und Kühlung von Wohngebäuden eingesetzt. Schätzungen gehen von einem Gesamtbestand von mehr als 1,5 Millionen Geräten im Privathaushaltsbereich aus. Nur in seltenen Fällen ist eine bau- bzw. immissionsschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Deshalb kann ein höherer Bestand angenommen werden. In Deutschland werden mehr als 250.000 solcher Geräte jährlich neu errichtet, darunter sind häufig auch Geräte mit niedriger Energieeffizienz. Im Freien betriebene Kältemaschinen haben besondere Geräuschcharakteristika. Dazu zählen der Betrieb in direkter Nähe zu schützenswerten Räumen in der Nachbarschaft (Sichtweite), ein bedeutender Anteil tieffrequenter Geräusche, An- und Abschaltvorgänge in den Tagesrandstunden (Ruhezeiten), wesentliche Änderung der Betriebsgeräusche bei Abtauvorgängen nach Vereisung und oft Dauerbetrieb in der Heizperiode. Dies unterscheidet sich im Wesentlichen von typischen Lärmquellen im Wohnumfeld. Vor allem in Wohngebieten sind Betreiber und Nachbarschaft bereits bei niedrigen Geräuschpegeln stark belästigt. Der Zusammenhang zwischen Geräuschimmissionspegel und resultierender Lärmbelästigung durch Kältemaschinen ist nicht bekannt und soll durch dieses Projekt ermittelt werden. Durch Untersuchung einer repräsentativen Anzahl von Probandinnen und Probanden sollen Pegelwerte ermittelt werden, bei denen keine erhebliche Lärmbelästigung durch Luftwärmepumpen im Vergleich zu anderen Lärmquellen erwartet werden kann. Die resultierenden Geräuschpegel sollen als Förderkriterien in das Marktanreizprogramm der Bundesregierung aufgenommen werden. Darüber hinaus können somit Anforderungen für weitere Förderprogramme definiert werden, um Herstellern einen Anreiz zur Entwicklung dauerhaft lärmarmer Geräte zu bieten. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen auf einer öffentlichen Veranstaltung einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Governing the Common Sea (GOVCOM)? Changing modes of governance in the Baltic Sea Region

The pattern of environmental governance is changing as national governments are under stress from new political agents. In addition to the traditional nation state centered policy-making system, including international cooperation, political power is also exercised on the trans-national and local levels of society. A simultaneous movement of political power is also exercised on the trans-national and local levels of government and downward to local communities. Sub national units such as local governments, civic organisations and even loosely constructed networks introduce their own environmental policies. Global sustainability problems are created by the interaction of all societal levels, and a new politics of sustainability involving local, national, regional as well as global efforts must be implemented to solve these problems. National governments have responsed to this situation by introducing programs promoting ecological modernisation as well as new policy instruments that involve communities and other actors. The Baltic Sea Region (BSR) is an area of special concern both from an environmental point-of-view as well as from a governance point-of-view. The sea itself is highly vulnerable to pollution. At the same time the region is an ideal setting for the research because it has introduced several new fora for sustainable decision making, while showing considerable strength in existing administrative and political structures. The main objectives for this project are: Module 1. to deepen understanding of the origins, development and operation of traditional environmental governance in the BSR

Miscanthus 'Giganteus' als Industrierohstoff und für die thermische Nutzung

Die Bereitstellung von Industrierohstoffen und Energie in der Form von Wärme und elektrischen Strom aus Einjahres-, zweijährigen und ausdauernden Pflanzen stellt in allen industrialisierten Ländern und auch in Österreich mittel- und langfristig eine bedeutende Alternative zum Verbrauch fossiler Resourcen dar. Miscanthus Giganteus, eine ausdauernde Pflanze, benötigt eine stark vom Standort abhängige ein- bis zweijährige Etablierungsphase. Die Ernte des Aufwuchses ist erst ab dem zweiten Vegetationsjahr wirtschaftlich. Nach bisherigen Ergebnissen und Erwartungen ist eine ca. 20jährige Nutzungsdauer möglich. Die Feldversuche an fünf bezüglich Klima und Bodenform (Bodentyp und Art) unterschiedlichen Standorten ergaben von 1989 bis 2001 jährlich Trockensubstanzerträge von 17500 bis 24000 kg/ha. Die Ertragsschwankungen zwischen den Jahren sind relativ niedrig, standortbezogen zwischen 2000 und 4000 kg/ha. Zwischen den einzelnen Standorten gibt es bedeutende Ertragsunterschiede. Jährlich hohe Erträge werden an den Standorten ILZ (Steiermark) und in ST. FLORIAN (Oberösterreich) bei durchschnittlichen Jahresniederschlagsmengen zwischen 700 und 900 mm erzielt. Durch die geringeren Niederschläge bedingt ist das Ertragsniveau in MICHELNDORF, MARKGRAFNEUSIEDL, GROSS ENZERSDORF und STEINBRUNN niedriger. Bei Bewässerung in einer Menge von 100 bis 150 mm (Juli bis September) steigt der Biomasseertrag um ca. 2000 bis 5000 kg/ha an. Das Ertragsmaximum wird Ende November - Anfang Dezember erreicht. Bis zum üblichen Erntetermin Ende Februar - Mitte März fällt der Ertrag aufgrund des Blattfalles und Abbrechen der dünnen Stängel und Triebspitzen ab. Der Wassergehalt im Erntegut liegt bei einer Ernte Ende November - Anfang Dezember über 50 Prozent, er fällt je nach mittlerem Stängeldurchmesser und Winter-Witterungsverlauf bis Ende Februar auf 30 bis ca. 42 Prozent ab. Eine Stickstoffdüngermenge über 60 kg N/ha führt nur selten zu steigenden Erträgen. Gülle als Dünger erreicht wegen der meist dichten Blattmulchauflage nur eine geringe Düngerwirkung. Die wesentlichen Qualitätskriterien bei einer thermisch energetischen bzw. stofflichen Nutzung sind konstant. Der Aschegehalt im Erntegut weist ab dem dritten Aufwuchsjahr Werte zwischen 3,2 und 5,0 Prozent auf. Auch der N- Gehalt im Erntegut bleibt ab dem Dritten Aufwuchsjahr beinahe konstant und liegt zwischen 0,3 und 0,42 Prozent. Den größten Anteil der Miscanthusasche bilden Siliciumoxyd (ca. 40 bis 50 5) und K2O (12 bis 20 Prozent). Miscanthuserntegut ist bei entsprechender Technologie ein Rohstoff für die Zellulosegewinnung. Der Gehalt ab dem dritten Aufwuchsjahr liegt bei ca. 47,5 Prozent und ist nur geringfügig niedriger als im Laub- oder Nadelholz.

H2020-EU.3.5. - Societal Challenges - Climate action, Environment, Resource Efficiency and Raw Materials - (H2020-EU.3.5. - Gesellschaftliche Herausforderungen - Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe), Renewable Energy and Connectivity Hub (REACH)

Clusters of Excellence 80 (EXC): The Future Ocean, Sea Floor Warming - Ecophysiological consequences of ocean warming and acidification

We propose to investigate the oxygen consumption of cold-water coral stocks (Lophelia pertusa) in laboratory experiments in relation to varying temperature and pH. With these measurements we will address the issues (i) how benthic organisms respond in terms of their metabolic performance to changes in temperature and pH, and (ii) whether there are synergistic effects of temperature and pH on metabolic rates of benthic organisms. Even more important within the 'Future Ocean' context, there are no data available yet about possible synergistic metabolic effects of increased temperature and decreased pH. As just this combination of changes is very likely to happen within the coming decades, studies to produce such data are being highly recommended.

Machbarkeitsstudie für die Entwicklung, Konstruktion und den Bau des neuen Musikinstruments Windradorgel

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