Die Hochwasserereignisse im Dezember 1993 und Januar 1995 am Rhein, Juli/August 1997 an der Oder sowie im August 2002 an der Elbe und die hervorgerufenen Schäden haben in Deutschland zu der Erkenntnis geführt, dass baulich-technische Hochwasserschutzmaßnahmen nicht ausreichen, sondern dass ein vorsorgeorientiertes, die Ziele einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung verfolgendes Hochwassermanagement erforderlich ist. Dazu zählen der technische Hochwasserschutz, die weitergehende Hochwasservorsorge und die Flächenvorsorge zum natürlichen Rückhalt als vorbeugender Hochwasserschutz. Allerdings treten Defizite bei der Operationalisierung dieser politischen Ziele und Strategien auf der Umsetzungsebene auf. Es bleibt bisher die Frage unbeantwortet, ob es sich dabei um Regelungs- oder Vollzugsdefizite handelt. Das Forschungsvorhaben am Institut für Forst- und Umweltpolitik verfolgt das Ziel, die Bedingungen für die Implementation von existierenden politischen Initiativen zum vorbeugenden Hochwasserschutz zu untersuchen. Bedeutsam für die Untersuchung ist dabei die Betrachtung von Akteuren der verschiedenen politischen Ebenen und Sektoren im Durchführungsprozess, deren Kommunikations- und Machtstrukturen sowie der eingesetzten Instrumente, um hieraus Erkenntnisse über die politische Steuerung und deren Wirkung gewinnen zu können. Die Politikfeldanalyse sieht den Vergleich der Hochwasserschutzpolitik der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor und wird unter Verwendung von Methoden der qualitativen Sozialforschung durchgeführt. Im Ergebnis sollen Effizienzfaktoren ermittelt und schließlich Handlungsempfehlungen für die Implementation von ressort- und grenzübergreifenden Planungsprozessen in komplexen politischen Systemen abgeleitet werden.
Das Areal reicht vom Osten her nur bis zu den östlichen und südlichen Bundesländern, bisher nicht im atlantisch beeinflussten Nordwesten von Deutschland. Fest etabliert in Brandenburg und Sachsen ( Rößner 2012), scheint hier häufiger zu werden ( Hillert 1998, Esser 2011). Aktuelle Nachweise aus Nord-Bayern: Stockstadt am Main 2009 (Hofmann mdl. 2019), ebd. 2014 (Berger mdl. 2019), Erlangen 1997, 2006 (det. Schaffrath) und Süd-Bayern: Heroldingen 2007 (Fuchs mdl. 2020), Brandenburg und Berlin: z.B. Biesdorf 2001-2004 ( Esser & Kielhorn 2005), Berlin-Marzahn 2003, Berlin-Tegel 2006 ( Esser 2011), Potsdam 2007 ( Rößner 2012), Garsedow 2018 (Esser mdl. 2020), Sachsen-Anhalt: z.B. Havelberg 2003, Iserbegka 2009 ( Rößner 2012), Woltersdorf 2011 ( Bäse 2013a, Bäse mdl. 2019), und Sachsen: Boxberg 2011 (Lorenz mdl. 2019), Neu Krauscha 2019 (Liebscher mdl. 2020). Aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern Nachweise aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, aber keine aktuellen Meldungen mehr, daher weder Zunahme noch Arealerweiterung erkennbar. Trockenheit liebendes Steppentier der offenen bis halboffenen Landschaften auf Sandböden, Ruderalfluren, oft in und an Kaninchenbauen, auch im Kot von anderen Tieren, meist kleinen Säugern.
Einzelne Angaben zu Fundorten bei Horion (1941). Nach Köhler & Klausnitzer (1998b) mit Bezug auf Koch (1978) für die Region Nordrhein angeführt. Die Bodenständigkeit der Art wurde schon von Horion (1941) als zweifelhaft angesehen und ist bis heute nicht gesichert.
Die einst häufige, weit verbreitete und in früheren Roten Listen ( Geiser 1984, 1998) nicht als gefährdet aufgenommene Art ist heute vom Aussterben bedroht. Nach Bellmann (mdl. 2008) auch kurzfristig stark abnehmend. Ehemals in fast allen Regionen vorhanden, aber sehr lokal. Aktuell aus Bayern: Karsbach, Hohhafter Berg 2012 und Nordrhein: Drover Heide bei Kreuzau 2010-2011 gemeldet ( Meyer & Meye r 2011), letzter Fund: Rheinland-Pfalz, Bad Kreuznach 2019, leg. Berger, det. Schaffrath, vid. Rößner. In Ostdeutschland letztmals 1976 aufgefunden ( Rößner 2012). Offenlandart ohne besondere ökologische Ansprüche
Südliche Art der Magerrasen, mittlerweile Kosmopolit. Aus Deutschland nur alte bis sehr alte Nachweise bzw. Angaben, nach Literaturlage im 19. Jahrhundert sehr lückig, aber weiter verbreitet. In Nordrhein noch mehrfach bei Düsseldorf 1925 und 1927, wobei Koch (1968) eine temporäre Ansiedlung vermutet. Letzte Meldung aus Brandenburg: Lebus 1944, kein Beleg ( Rößner 2012), die Angabe in Bleich et al. (2020) für Brandenburg nach 1950 bezieht sich wahrscheinlich auf das Erscheinungsjahr der lokalen Roten Liste ( Schulze 1992).
In den Ebenen im Osten und Nordosten in Sandgebieten verbreitet und oft zahlreich, fehlt in den Mittelgebirgen ( Rößner 2012). Im Westen nur auf Sandtrockenrasen, mit Schwerpunkt in der Rhein-Mainebene und recht selten (Köhler brfl. 2008, Bleich et al. 2020). Aktuell in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein, Hannover, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Art der offenen und halboffenen Landschaften.
In vielen Regionen aktuell vorhanden, lokal jedoch fehlend (z.B. Südbayern, Rheinland). Nur ältere Funde in Baden-Württemberg, Saarland, Nordrhein, Weser-Ems und Brandenburg. Meist häufige Winterart, bevorzugt halboffene Landschaften, geht aber auch ins Offenland und in Wälder.
Rückgangsursachen unbekannt. Art mit weiter Verbreitung von Südeuropa bis Mittelasien, im nördlichen Mitteleuropa vielleicht nur temporär. Früher jedoch lokal in verschiedenen Landesteilen vertreten, neuere Funde nach 1950 in Bayern, Württemberg, Nordrhein, Brandenburg und Sachsen, aktuell nur noch in Nordrhein: Meckenheim 2003 ( Junker & Köhler 2005) und Bayern: Rosenheim, Bad Endorf 2016 (Fuchs mdl. 2019).
| Organisation | Count |
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| Bund | 38 |
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