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Untersuchungen zur Oekologie und Systematik der Myomorpha des tropischen Afrika

Im tropischen Afrika kommen ca. 180 Arten Myomorpha (mausartige Nagetiere i.w.S.) vor, deren Oekologie bis vor ca. 30 Jahren nahezu unerforscht war. Im Rahmen mehrerer Forschungsvorhaben seit 1963 wurden und werden schwerpunktmaessig die Gebiete Zaire und Rwanda bearbeitet; ferner Uganda, Kenia, Tanzania, Nord- und Suedsudan, Aethiopien. Dabei werden die Biome Feuchtsavanne, montane Gebiete und tropischer Regenwald und die darin enthaltenen Biotope auf die charakteristischen Myomorpha-Arten und deren habitatmaessige Zusammensetzung untersucht. Spezielle Fragen gelten der Ernaehrung, der Fortpflanzung und der Populationsdynamik. Ausserdem werden die Beziehungen zum Menschen, besonders in landwirtschaftlicher und medizinisch-hygienischer Hinsicht untersucht.

Oekologisch angepasste Landnutzung in den Feuchttropen Ostafrikas: Projet Agricole et Social Interuniversitaire Mainz/Butare (Rwanda)

Ziel der Forschungsarbeit im Projekt ist die oekologisch angepasste Intensivierung der kleinbaeuerlichen Landwirtschaft Rwandas mit Hilfe der Methoden des Standortgerechten Landbaus ('Oekologischer Landbau', 'Agroforstwirtschaft'). Hierzu werden seit 1985 gemeinsam mit Kollegen von der Faculte d'Agronomie der Universite Nationale du Rwanda Langzeitversuche auf Modellfeldern in Butare/Rwanda durchgefuehrt. Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind: - Vergleichende Untersuchungen zur Integration unterschiedlicher Agroforstbaumarten in die landwirtschaftlich genutzte Flaeche; - Optimierung der Umsetzung der von Baeumen und Hecken produzierten Biomasse; - Verbesserung des Erosionsschutzes mit biologischen Methoden (z.B. alley cropping mit Leguminosenhecken); - Feinanpassung des Systems an die Erfordernisse der Kleinbauern.

Emmy Noether-Nachwuchsgruppen, Tropische Bodenkohlenstoffdynamik im Bezug zur Variabilität von Bodengeochemie und Landnutzung entlang erosiver Störungsgradienten (TropSOC)

Die Reaktion von Böden auf erosionsbedingte Störungen ist eine der großen Unsicherheiten bei der Vorhersage von zukünftigen Treibhausgasflüssen von Böden zur Atmosphäre in Erdsystemmodellen. Das tropische Afrika ist dabei ein wichtiger globaler Hotspot von Klima- und Landnutzungswandel. Schnell wachsende Bevölkerung, Abholzung der Primärwälder zur Schaffung von Ackerflächen sowie die damit einhergehende Bodendegradation stellen die Region vor große Herausforderungen. Es wird erwartet, dass dort noch in diesem Jahrhundert bedeutende Änderungen sowohl in Bezug auf biogeochemische Kreisläufe in Böden, als auch den Fluss von Kohlenstoff (C) zwischen Boden, Vegetation und der Atmosphäre auftreten werden. Da sich der Großteil unseres Prozessverständnisses des Kohlenstoffzyklus aus den Klimazonen der mittleren Breiten ableitet, ist unklar wie sich die Kohlenstoffdynamik in den Tropen entwickeln wird. Es ist wichtig, diese Wissenslücke zu füllen, da tropische Ökosysteme Dienstleistungen von globaler Bedeutung übernehmen, wie zum Beispiel der Kohlenstoffspeicherung in Pflanzen und Böden, Biomasseproduktion und letztlich Lebensmittelversorgung der Region. Ziel des vorgeschlagenen Projektes TROPSOC ist es daher ein mechanistisches Verständnis der Kohlenstoffsequestrierung und -mineralisierung in Böden des tropischen Afrikas zu entwickeln. Die Studienflächen im östlichen Bereich des Kongo-Einzugsgebietes bieten eine einzigartige Kombination aus geologisch unterschiedlichem Ausgangsmaterial für die Bodenbildung und verschiedenen Ebenen der Störung durch den Menschen, welche unter tropisch-feuchtem Klima stattfindet. TROPSOC wird wesentlich dazu beitragen, die folgenden Fragen zu beantworten: 1. Wie werden sich Kohlenstoffflüsse und -speicherung in tropischen Systemen zwischen Böden, Pflanzen und der Atmosphäre entwickeln und unterscheiden mit Bezug auf die Steuerungsfaktoren: Geologie, Boden, Störungen durch den Menschen und Topographie? 2. Wie beeinflusst die Biogeochemie von tropischen Böden die Schwere der erosiven Störung des tropischen Kohlenstoffzyklus? 3. Wie kann man die Kontrollmechanismen der Bodenkohlenstoffdynamik in einer räumlich expliziten Weise modellieren? TROPSOC wird maßgeblich zum besseren Verständnis der Faktoren beitragen, welche die räumliche Verteilung und zeitliche Dynamik von organischen Kohlenstoff in tropischen Böden steuern. TROPSOC wird Daten und Modelle erzeugen welche die Lücke zwischen lokalem Prozessverständnis und großräumlicher Modellierung des Kohlenstoffzyklus in tropischen Böden schließt. Dies wird letztlich dazu beitragen, die Unsicherheit im Zusammenhang mit terrestrischen Kohlenstoffflüssen und der Reaktion von Böden auf Störungen zu reduzieren, was eines der größten Probleme in aktuellen Erdsystemmodellen und bei der Beurteilung von Ökosystemdienstleistungen darstellt.

Oekologische Probleme ausgewaehlter Entwicklungslaender Ostafrikas und agraroekologische Entwicklungsplanung in Tansania, Ruanda und anderen Laendern

Praktische agraroekologische Entwicklungsberatung in ostafrikanischen Laendern, theoretische Erforschung der agraroekologischen und -oekonomischen Grundprobleme in Entwicklungslaendern.

Forschergruppe (FOR) 5501: Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas, Teilprojekt Landschaftskontext - Dynamiken der Wiederherstellung von Ökosystemen in Landschaften im westlichen Ruanda

Im Rahmen der Bonn Challenge werden in Ruanda landesweit degradierte Ökosysteme wiederhergestellt. Das so entstehende Mosaik aus wiederhergestellten Standorten wird die räumliche Zusammensetzung der Gehölzvegetation in Ruanda verändern und dadurch Landschaftskontext und Konnektivität beeinflussen, sowie zukünftige ökologische Entwicklungen prägen. Veränderungen an einzelnen wiederhergestellten Standorten beeinflussen wiederum die ökologischen Funktionen ihrer Umgebung. Bisher ist das Wissen über die relative Bedeutung verschiedener Mechanismen, die diesen Veränderungen zugrunde liegen, begrenzt. Deshalb wird dieses Teilprojekt im gesamten Studiengebiet räumliche und zeitliche Dynamiken von Landschaftsveränderungen, die durch die Wiederherstellung von Ökosystemen geprägt werden, untersuchen. Um zu verstehen, wie sich die Baumbedeckung im westlichen Ruanda im Laufe der Zeit verändert hat und wie dies heutige Ökosystemprozesse und Biodiversitätsmuster bedingt, werden wir mithilfe von Satellitendaten Landschaftsveränderungen während der letzten 35 Jahre quantifizieren. Das Sub-Projekt beinhaltet vier wesentliche Schritte: zunächst werden wir Veränderungen im Baumbestand während der letzten 35 Jahre kartieren, und dabei insbesondere auch Eukalyptusbäume von anderen Baumarten unterscheiden. Basierend auf diesen Daten werden wir dann die Konnektivität einzelner Flächen, sowie der Studienregion als Ganzes errechnen. Dies wird Rückschlüsse über den Landschaftskontext einzelner Standorte ermöglichen: wir erwarten, dass Standorte mit hoher Konnektivität eine relativ höhere Artenzahl haben als isolierte Standorte, die möglicherweise ein Defizit in ihrer momentanen Artenvielfalt aufweisen. Im dritten Schritt werden wir diese Hypothese anhand der empirischen Daten testen, die für das Sub-Projekt 1 unserer Forschungsgruppe gesammelt wurden. Dazu werden wir auf die Baumbestandskartierungen zurückkommen, um für die ganze Studienregion fernerkundungsbasierte Indizes für grundlegende Ökosystemfunktionen zu generieren. Hierbei werden wir insbesondere Ökosystemfunktionen in wiederhergestellten und nicht wiederhergestellten Teilen des Studiengebiets vergleichen. Angesichts vieler weltweiter Initiativen zur Wiederherstellung von Ökosystemen ist es wichtig, besser zu verstehen, wie Baumpflanzungen Landschaftskontext, Konnektivität, Biodiversität und ökologische Funktionen auf Landschaftsebene beeinflussen. Aufgrund der großflächigen Wiederherstellungsbemühungen in Ruanda bietet das Land einen idealen Rahmen, um das Wissen darüber zu erweitern, wie Ökosysteme von sich verändernder Landbedeckung und Konnektivität geprägt werden. Dieses Teilprojekt leistet somit wichtige Beiträge zur Landschaftsökologie und Renaturierungsökologie. Darüber hinaus wird es der Forschungsgruppe als Ganzes zugutekommen, indem ein raumzeitliches Verständnis des Studiengebietes generiert wird, das für alle anderen Teilprojekte nützlich ist.

Forschergruppe (FOR) 5501: Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas, Teilprojekt: Auswirkungen der Wiederherstellung von Ökosystemen auf Ernährungssicherheit und Lebensunterhaltsstrategien im westlichen Rwanda

In vielen Teilen Subsahara-Afrikas bedrohen Entwaldung und Verschlechterung der natürlichen Umwelt die Lebensgrundlage und die Einkommensoptionen der ländlichen Bevölkerung. Ländliche Existenzen sind oft eng mit der natürlichen Umwelt verflochten, z.B. durch landwirtschaftliche Produktion oder die Extraktion von Materialien und Lebensmitteln. Arme Haushalte, denen die Mittel fehlen, um in ihre Böden und andere natürliche Ressourcen zu investieren, können in eine Abwärtsspirale von Ressourcendegradation und Armut geraten. Vor diesem Hintergrund kann die Wiederherstellung des Ökosystems zu einer Verbesserung der Lebensgrundlagen und des Wohlergehens beitragen, doch die Verbindungen sind komplex und die Auswirkungen können je nach Art und Intensität der Restaurierung variieren. Positive Auswirkungen von Wäldern auf die Ernährung wurden auf der Grundlage von Satellitendaten und Haushaltskonsumdaten festgestellt, aber die genauen Mechanismen und Wirkungspfade bleiben weitgehend eine Blackbox. Dieses Teilprojekt zielt darauf ab, die Auswirkungen der Wiederherstellung von Ökosystemen auf das Wohlergehen der Haushalte, die Ernährungssicherheit und die Ernährung zu untersuchen. Dabei sollen folgende Aspekte im Detail analysiert werden: (1) die Auswirkungen der Wiederherstellung von Ökosystemen auf der Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe und der Landschaft auf die landwirtschaftlichen Erträge, das Haushaltseinkommen und die Ernährungssicherheit, (2) der Zusammenhang zwischen verschiedenen Arten und Intensitäten der Wiederherstellung von Ökosystemen, den Lebensunterhaltsstrategien und dem Wohlbefinden der Haushalte sowie (3) die Auswirkungen der Landschaftsrestaurierung auf die Ernährung und deren zugrunde liegenden Mechanismen. Die Analysen basieren auf primären Erhebungsdaten einer stratifizierten Zufallsstichprobe von 600 Haushalten in vier Distrikten rund um den Gishwati-Mukura-Nationalpark. Die Erhebung wird in enger Zusammenarbeit mit SP6 durchgeführt und wird detaillierte Informationen über Restaurierungsaktivitäten (einschließlich Baumpflanzungen, Agroforstwirtschaft und Aktivitäten in Hausgärten), landwirtschaftliche Produktion sowie Haushaltsausgaben und Lebensmittelkonsum sammeln. Das Teilprojekt wird quantitative Analysen und ökonometrische Techniken einsetzen, um die Forschungsziele zu erreichen. Wir erwarten, dass die Wiederherstellung von Landschaften, und insbesondere die älteren und diverseren Restaurierungsflächen, mit vielfältigeren Lebensunterhaltsstrategien und verbesserten Wohlfahrtsergebnissen verbunden sind. Wir erwarten auch, dass die Landschaftsrestaurierung über verschiedene Wirkungspfade zu positiven Ernährungsergebnissen führt. In unserer Analyse berücksichtigen wir explizit den Landschaftskontext, teilweise unter Verwendung von Daten aus SP2, und erwarten starke Synergieeffekte zwischen Wiederherstellungsaktivitäten auf der Mikro- und Landschaftsebene und dem Wohlergehen der Haushalte.

Forschergruppe (FOR) 5501: Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas, Teilprojekt: Auswirkungen der Wiederherstellung von Ökosystemen auf Biodiversität auf lokaler Ebene im westlichen Ruanda

In den vergangenen Jahrzehnten hat Ruanda ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ökosystemen umgesetzt. In den kommenden Jahrzehnten ist zu erwarten, dass sich der Fokus von der primären Wiederherstellung ökosystembasierter Lebensgrundlagen hin zu stärker auf Biodiversität ausgerichteten Wiederherstellungsbemühungen verlagern wird. Dieses Teilprojekt wird untersuchen, 1) wie sich Struktur, Diversität und Funktion von wiederhergestellten Standorten über die Jahre nachdem Wiederherstellungsmaßnahmen ausgeführt wurden verändern, und 2) welche Rolle die funktionelle und taxonomische Vielfalt der gepflanzten Arten spielt. Dieses Wissen kann Ruanda und andere Teile der Welt dabei unterstützen, eine evidenzbasierte, zielgerichtete Wiederherstellung von Ökosystemen zu verfolgen, die wachsenden Ambitionen und sich verändernden Bedürfnissen gerecht werden kann. Auf diese Weise können Wiederherstellungsmaßnahmen zunehmend über die Verringerung gesellschaftlicher Auswirkungen hinausgehen und zur teilweisen oder vollständigen Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen. Ansätze zur Wiederherstellung von Ökosystemen können sich hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Vielfalt, Struktur und Funktion von Ökosystemen erheblich unterscheiden. In Ruanda werden üblicherweise vier Arten von Wiederherstellung verfolgt: Agroforstwirtschaft, Baumpflanzungen, Bepflanzungen von Wassereinzugsgebieten und natürliche Regeneration. Inwieweit diese Maßnahmen bei der Wiederherstellung der Vielfalt, Struktur und Funktion von Ökosystemen erfolgreich sind, ist noch weitgehend unbekannt. Darüber hinaus werden verschiedene Standorte je nach Art der Wiederherstellung und geprägt von sogenannten priority effects (Auswirkungen der Reihenfolge der Ankunft von Arten an einem wiederhergestellten Standort) vermutlich unterschiedliche ökologische Pfade verfolgen. Hier betrachten wir vier mögliche Pfade: historische, hybride, neuartige und designte Ökosysteme. Um den gegenwärtigen Zustand eines wiederhergestellten Standorts zu bewerten und seinen möglichen Verlauf zu bestimmen, werden wir die Artenvielfalt, die Ökosystemstruktur sowie die Ökosystemfunktion mit historischen, positiven und degradierten Referenzstandorten vergleichen. Zu diesem Zweck werden wir untersuchen, wie sich Struktur, Diversität und Zusammensetzung von Gehölz- und Vogelarten an verschiedenen restaurierten Standorten im Laufe der Zeit verändert haben. In Ruanda dominieren Gehölze die Struktur, Zusammensetzung und Funktion historischer und gegenwärtiger Referenzökosysteme im Untersuchungsgebiet und stehen außerdem im Mittelpunkt von Wiederherstellungsaktivitäten. Vögel wiederum sind an wichtigen Ökosystemfunktionen beteiligt und stehen auch mechanistisch mit der Zusammensetzung und Struktur der Gehölzvegetation in Verbindung. In einem letzten Schritt werden wir Ökosystemfunktionen quantifizieren, die im lokalen Kontext besonders relevant sind (Bodeneigenschaften, natürliche Regeneration von Bäumen).

Forschergruppe (FOR) 5501: Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas

Als Reaktion auf fortschreitenden Biodiversitätsverlust, Degradation und Klimawandel ist die Wiederherstellung von Ökosystemen zu einer globalen Priorität geworden. Doch trotz zunehmender internationaler Aufmerksamkeit besteht wenig Wissen zu den ökologischen, sozialen und sozial-ökologischen Folgen von Wiederherstellungsmaßnahmen. Die geplante Forschungsgruppe wird eine sozial-ökologische Systemperspektive anwenden, um Mechanismen die zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der Wiederherstellung von Ökosystemen führen, besser zu verstehen. Wir werden einen interdisziplinären, ortsbezogenen Ansatz der sozial-ökologischen Systemforschung verfolgen, der ein tiefes Verständnis einer ausgewählten Landschaft generiert und gleichzeitig wertvolles übertragbares Wissen für die Wiederherstellung degradierter Ökosysteme auf der ganzen Welt erzeugt. Unsere Arbeit wird sich dabei auf Ruanda konzentrieren, das eine weltweit führende Rolle bei der Wiederherstellung von Ökosystemen einnimmt. Das übergeordnete Ziel der Forschungsgruppe ist die Entwicklung eines sozial-ökologischen Systemansatzes zur Wiederherstellung von Ökosystemen. Dazu gliedert sich die Forschungsgruppe in acht miteinander verbundene Teilprojekte, die in vier Cluster organisiert sind. Das ökologische Cluster wird die ökologischen Folgen der Wiederherstellung von Ökosystemen in Bezug auf Biodiversität und Ökosystemfunktion auf Standort- sowie auf Landschaftsebene quantifizieren. Das soziale Cluster zielt darauf ab, Kontext, Mechanismen und Ergebnisse der Wiederherstellung von Ökosystemen für einzelne Menschen und Gemeinschaften zu verstehen, mit besonderem Fokus auf Governance, Umweltgerechtigkeit und sozialem Zusammenhalt. Im sozial-ökologischen Cluster werden wir analysieren, wie die Wiederherstellung von Ökosystemen Mensch-Natur Interaktionen verändert, indem wir Lebensgrundlagen, Ernährungssicherheit und nature’s contributions to people untersuchen. Schließlich werden wir im Integrationscluster erstens ein living lab einrichten, in dem wir ökologische und sozioökonomische Experimente zusammen mit lokalen Interessensgruppen durchführen und zweitens mithilfe von Szenarioplanung alle Erkenntnisse der Forschungsgruppe zusammenführen. Die interdisziplinäre Post-hoc-Analyse der Wiederherstellung von Ökosystemen in Kombination mit partizipativen Experimenten und zukunftsorientierter Szenarioplanung liefert ein umfassendes Verständnis der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wiederherstellung von Ökosystemen im Studiengebiet. Darüber hinaus werden wir allgemeine Einblicke in ökologische, soziale und sozial-ökologische Wiederherstellungsmechanismen gewinnen, die auch auf andere Ökosysteme angewendet werden können. Auf diese Weise trägt die Forschungsgruppe zur Restaurierungswissenschaft und sozial-ökologischen Systemforschung bei, kommt den Wiederherstellungsaktivitäten in Ruanda direkt zugute und schafft Wissen, um die Wiederherstellungspraxis weltweit voranzubringen.

Forschergruppe (FOR) 5501: Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas, Teilprojekt: Ein Living Lab für die sozial-ökologische Wiederherstellung von Ökosystemen im westlichen Ruanda

Unterstützt durch das IUCN Bonn Challenge-Programm fördert Ruanda die Wiederherstellung von Ökosystemen zur Stärkung von Biodversität und Klimaschutz und zur Sicherung einer lokalen Existenzgrundlage. In der Vergangenheit waren Ruandas Wiederherstellungsbemühungen stark darauf ausgerichtet, mit Hilfe von Eukalyptus-Monokulturen Land zu schützen und Erosion zu mindern. Zu den neueren Initiativen gehören die Integration von Baumschulen verschiedener einheimischer Gehölzarten, welche durch ihre Nutzung positive Biodiversitätseffekte für Ökosystemfunktionen und -leistungen haben. Vor diesem Hintergrund etabliert Sub-Projekt 7 (SP7) ein „Living Lab“ das darauf abzielt, gemeinsam mit Stakeholdern durch Integration von Wissenschaft und Praxis Forschungsexperimente durchzuführen. Dieser transdisziplinäre Ansatz hat zum Ziel, potenzielle soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile der Wiederherstellung von Ökosystemen zu identifizieren. Hierfür entwickeln, implementieren und evaluieren die involvierten Stakeholder gemeinsam mit den beteiligten Wissenschaftlern Lösungsansätze. SP7 ist eng mit anderen SPs verknüpft: SP4 weist eine besonders hohe analytische und operative Überschneidung auf; zudem findet eine kontinuierliche Spiegelung der Ergebnisse mit SP1 zu Auswirkungen auf die Biodiversität, SP2 zu kontextualisierten Landschaftsanalysen sowie mit SP5 zu Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit statt. Das Living Lab wird wissenschaftliche Experimente in zwei verschiedenen Zellen (vergleichbar mit Landkreisen) einrichten, welche zwei unterschiedliche Governance-Modelle repräsentieren. Aktivitäten in diesen Zellen werden sein (1) der Aufbau einer Stakeholder-Plattform, die Schlüsselakteure für das Living Lab zusammenbringt und als Koordinierungseinheit zur Steuerung des Co-Design-Ansatzes verstanden wird; (2) kollaboratives Co-Design von Feldversuchen und Ausweisung von Demonstrationsparzellen, um gemeinsam Wissen über integrative Modelle zur Wiederherstellung von Ökosystemen zu generieren; (3) Durchführung von Feldversuchen in Form von Demonstrationsparzellen, die das Potenzial für die Nutzung des restaurativen Kontinuums untersuchen, um integrative multifunktionale Ergebnisse für Gemeinschaften zu schaffen; und (4) Durchführung einer integrierten Folgenabschätzung zu Biodiversität, Resilienz und Lebensgrundlagen, um die Auswirkungen verschiedener Governance-Systeme auf den Erfolg implementierter Wiederherstellungsmaßnahmen zu ermitteln. Während der gesamten Laufzeit des Projekts werden zwei Governance-Modelle zwischen den beiden Standorten verglichen werden. Die Ergebnisse dieses Teilprojekts werden für das Thema der Nachhaltigkeitstransformation von großer Bedeutung sein, um eine höhere Reproduzierbarkeit als verallgemeinerbares Modell für die Skalierung (up-scaling) von Praktiken der Wiederherstellung von Ökosystemen zu erreichen und das akademische Verständnis dafür zu stärken, welche Faktoren Nachhaltigkeitstransformation am besten umsetzen.

Forschergruppe (FOR) 5501: Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas, Teilprojekt: Auswirkungen der Wiederherstellung von Ökosystemen auf sozialen Zusammenhalt im westlichen Ruanda

Dieses Teilprojekt wird Zusammenhänge zwischen sozialen und ökologischen Folgen der Wiederherstellung von Ökosystemen mit besonderem Fokus auf sozialen Zusammenhalt untersuchen. Wir werden aufzeigen, welche zugrunde liegenden Aspekte der Governance und des Managements von der Wiederherstellung von Ökosystemen den sozialen Zusammenhalt fördern, hindern oder anderweitig beeinflussen. Wir unterscheiden zwei Dimensionen des Zusammenhalts: den horizontalen Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft und den vertikalen Zusammenhalt zwischen Mitgliedern einer Gemeinschaft und dem Staat. Darüber hinaus stellen wir die Hypothese auf, dass unterschiedliche Wiederherstellungsansätze (in Bezug auf Governance, gepflanzte Arten oder Beteiligung von Interessengruppen) sozialen Zusammenhalt unterschiedlich beeinflussen. Das Teilprojekt wird (1) Stakeholder und ihren Grad an Zusammenarbeit, Vertrauen und sozioökonomischer Inklusion identifizieren und kartieren; (2) Indikatoren entwickeln, um die Auswirkungen der Wiederherstellung von Ökosystemen auf sozialen Zusammenhalt zu messen; (3) kausale Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ansätzen zur Wiederherstellung von Ökosystemen und sozialem Zusammenhalt untersuchen; und (4) verschiedene bestehende Wiederherstellungsansätze hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt bewerten. Die Analyse wird in sechs verschiedenen Dörfern in zwei Distrikten durchgeführt werden. Dabei werden wir uns auf drei in Ruanda verbreitete Ansätze zur Wiederherstellung von Ökosystemen konzentrieren: Agroforstwirtschaft, Baumpflanzungen und Bepflanzung von Wassereinzugsgebieten. Darüber hinaus werden wir Hausgärten einbeziehen, die oft eine hohe Biodiversität aufweisen. Dies wird es uns ermöglichen, die Auswirkungen von eher selbstorganisierten Formen der Wiederherstellung von Ökosystemen (Hausgärten) mit institutionalisierten Wiederherstellungsansätzen (Agroforstwirtschaft, Baumpflanzungen, Bepflanzung von Wassereinzugsgebieten) auf sozialen Zusammenhalt zu vergleichen. Dabei zielen wir darauf ab, kontextspezifische sowie verallgemeinerbare Faktoren zu identifizieren, die sich auf die Wiederherstellung von Ökosystemen und den sozialen Zusammenhalt auswirken. Dafür werden wir ein Mixed-Methods-Ansatz verwenden, der qualitative Interviews und die partizipativen Methoden Net-Map-Tool und World Café mit einer quantitativen Haushaltsbefragung kombiniert. Die Befragung wird mit insgesamt 300 Teilnehmenden durchgeführt werden. Die komplexen, vielschichtigen Zusammenhänge zwischen Ressourcenmanagement und sozialem Zusammenhalt sowie die diesen Zusammenhängen zugrunde liegenden Mechanismen sind im Allgemeinen und insbesondere im Kontext der Wiederherstellung von Ökosystemen bislang kaum verstanden. Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge wird die bestehende Theorie des sozialen Zusammenhalts voranbringen und zur Identifizierung von Best-Practice-Ansätze zur sozial-ökologischen Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen.

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