Bisherige Forschungsarbeiten untersuchen die Leistungsgrenzen von Schneckengetrieben in rein stationären Betriebszuständen. Typische Betriebszustände von Schneckengetrieben in der Praxis sind instationär. Die Schneckengetriebe werden bei Last- und Drehzahlkollektiven betrieben. In Stellantrieben führen Schneckengetriebe nur kurze Anfahrbewegungen bei teilweise hohen Anfahrdrehmomenten aus. Das Streben nach Wirtschaftlichkeit und einer hohen Materialausnutzung, führt auch im Bereich der Schneckengetriebe zu dem Bedürfnis, die Dimensionierung nach Beanspruchungskollektiven durchzuführen. Das Forschungsvorhaben leistet einen wesentlichen Beitrag zur Auslegung und Optimierung von Schneckengetrieben im instationären Betriebszustand. Die auf Basis von experimentellen Untersuchungen entwickelten Berechnungsvorschläge ermöglichen dem Konstrukteur, unter Beibehaltung der grundlegenden Vorgehensweise der DIN 3996, eine direkte Berücksichtigung von Last- und Drehzahlkollektiven sowie von Anfahrvorgängen. Zur Berechnung der Ölsumpftemperatur im instationären Betriebszustand wird ein Verfahren vorgestellt, was auf der kalorischen Zustandsgleichung basiert und Getriebegehäuse-Daten berücksichtigt. Mit den vorgestellten Berechnungsverfahren ist man in der Lage, Schneckengetriebe hinsichtlich des Betriebsverschleißes und des Wärmehaushaltes an ihren Leistungsgrenzen sicherer zu betreiben. Damit lassen sich bei Schneckengetrieben höhere Leistungen durchsetzen als bisher.
Planetengetriebe findet man in fast allen automatischen Getrieben und in Radnaben von Lkw, Traktoren, Bau-, Land- und Forstmaschinen, in Bergbau- und Flurförderfahrzeugen sowie als Antriebe in Seilwinden, Flaschenzügen und Förderanlagen. Schneckengetriebe finden Verwendung in Leistungsgetrieben für Rühr-, Dreh-, Fahr- und Hubwerken, Textilmaschinen, Pressen, Förderbändern, Scheren, Drehtrommeln und Zentrifugen. Aufgrund ihres geräusch- und schwingungsarmen Laufs werden sie für Aufzüge, Schiffspropellerantriebe sowie Dreh- und Hobelmaschinen eingesetzt. Bei beiden Getriebearten gibt es bislang keine Untersuchungen mit Aggregaten über die Eignung von biologisch schnell abbaubaren Schmierstoffen. Im Rahmen des Verbundvorhabens sollen Schmierstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe für den Einsatz in diesen Getrieben entwickelt und in Maschinenelementen wie auch in Aggregatetests ausführlich erprobt werden. Schmierstoffe auf Basis NR speziell für den Einsatz in Planeten- und Schneckengetrieben sollen entwickelt werden. Die entwickelten Schmierstoffe werden anschließend in entsprechenden Prüfständen getestet. Insgesamt sollen für jedes Getriebe fünf Ölvarianten entwickelt werden, die sich bezüglich ihres Grundöls bzw. ihrer Additivierung unterscheiden. Das Verbundvorhaben wird von insgesamt vier Projektpartnern durchgeführt. Dies sind neben der RWTH Aachen/IME und der Fa. Fuchs die Fa. Lohmann + Stolterfoht GmbH (Planetengetriebe) und die Eberhard Bauer GmbH (Schneckengetriebe).Aufgrund der während der ersten Arbeitsetappe eingetretenen Abweichungen vom ursprünglichen Arbeitsplan durch Verzögerungen bei der Fertigung der Bauteile zu den Prüfständen und der dadurch bedingten Verspätung bei der Inbetriebnahme der Prüfstände wurde der Bewilligungszeitraum für das Forschungsprojekt mit Änderungsbescheid kostenneutral verlängert, um dadurch die Anzahl der ursprünglich geplanten und notwendigen Versuchsläufe abzusichern. Der Abschlussbericht liegt gegenwärtig noch nicht vor.
Herstellabweichungen und lastbedingte Bauteilverformungen regen ein Schneckengetriebe zu Schwingungen an. Die aus den inneren dynamischen Wechselkraeften resultierenden Lagerkraefte fuehren zu Koerperschallschwingungen des Getriebegehaeuses. Die schwingenden Gehaeuseoberflaechen rufen Druckschwankungen im angrenzenden Medium Luft hervor, die sich in der Umgebung als Luftschall fortpflanzen. Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, ein Berechnungsverfahren zu entwickeln, mit dem die Spektren fuer die Kraftanregung und die Koerperschalluebertragung berechnet und die resultierenden Schalleistungspegelspektren bestimmt werden koennen. Durch Schallintensitaetsmessungen an realen Getrieben soll das Berechnungsverfahren verifiziert und die Einfluesse konstruktiver Parameter auf das Geraeuschverhalten von Schneckengetrieben ermittelt werden.