Das hier beantragte Projekt widmet sich der gesellschaftlichen Dimension von Stickstoff. Reaktiver Stickstoff, der in der Lage ist, Verbindung mit anderen Elementen einzugehen, ist eine unverzichtbare Grundlage für pflanzlichen und tierischen Stoffwechsel - und damit auch der Landwirtschaft und der Welternährung. Gemessen an der Gesamtmenge des Stickstoffs auf der Erde, des häufigsten Elements in der Atmosphäre, ist die Menge an reaktivem Stickstoff extrem limitiert. Zugleich stellt reaktiver Stickstoff aber auch ein erhebliches ökologisches Problem dar. Auf Äckern und in Ställen reagiert er zu Stickoxiden wie Lachgas, einem bedeutenden Treiber der Klimaerwärmung. Er gelangt über Oberflächengewässer und Kanalisationen ins Trinkwasser, wo er in Form von Nitrit eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellt. Stromabwärts sammelt er sich schließlich in Senken wie Seen und Meeren. Dort führt seine übermäßige Verfügbarkeit zur Eutrophierung, massenhaftem Algenwachstum und damit zur Zerstörung von aquatischen, vor allem küstennahen Ökosystemen. Die fortschreitende Zunahme von reaktivem Stickstoff in Gewässern und auf ökologisch sensiblen Magerflächen gilt als eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit: Die ökologisch verkraftbare Menge an reaktivem Stickstoff weltweit gilt als längst überschritten. Seit einiger Zeit haben es sich Industrienationen daher nicht mehr allein zur Aufgabe gemacht, die Verfügbarkeit von reaktivem Stickstoff zu erhöhen, um für Ernährungssicherheit zu sorgen. Sie versuchen heute zugleich auch, sie umgekehrt wieder einzudämmen, um Schäden für Mensch und Umwelt zu minimieren. Dabei werden verschiedene Akteurinnen, Akteure und Instanzen mit in die Pflicht genommen: kommunale Wasserwerke, landwirtschaftliche Betriebe, staatliche Messstellen und Umweltbehörden. Ihnen wird aufgetragen, sinnvoll mit Stickstoff zu wirtschaften, um seine negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur zu minimieren. Dabei agieren die in der Stickstoffwirtschaft Involvierten auf Basis unterschiedlicher Interessen, Anreize, Wissensbestände und Handlungsspielräume, was die Stickstofffrage zu einem klassischen Untersuchungsfall für sozialwissenschaftliche Analyse macht. Trotz der gesellschaftlichen Bedeutung von Stickstoff und der Tragweite der mit ihm verbundenen Probleme hat es in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren nur wenig Forschung aus Soziologie oder anderen Sozialwissenschaften zu seiner sozialen Zirkulation gegeben. Das hier vorgestellte Projekt möchte dies beheben. Auf Basis einer empirischen Untersuchung der zeitgenössischen Stickstoffwirtschaft und -regulierung soll es eine Übersicht über den Stand der Debatten und Probleme liefern, einen soziologischen Zugriff auf Stickstoff und seine Rolle in modernen Gesellschaften erarbeiten sowie einen Beitrag zur Umweltsoziologie im Allgemeinen leisten.
Zusätzlich zu ökonomischen Faktoren hat sich in der aktuelleren Literatur gezeigt, dass auch psychologische Faktoren eine wichtige Rolle bei der Erklärung des Rebound-Effekts spielen. Einer dieser Faktoren ist das sog. Moral Licencing: Ressourceneinsparung in einem Bereich kann dazu führen, in einem anderen Bereich oder zu einem anderen Zeitpunkt verschwenderischer zu sein. Bisher ist insbesondere das Auftreten bereichsübergreifender Effekte zu wenig empirisch valide erforscht. In engem Austausch mit einem interdisziplinären wissenschaftlichen Beratungsgremium zielt das geplante Vorhaben darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem sowohl direkte, indirekte als auch makro-ökonomische Rebound-Effekte auch aus psychologischer Perspektive empirisch untersucht werden. Der Fokus liegt auf den wichtigsten Bereichen des Resourcenverbrauchs deutscher Haushalte: Strom, Kraftstoffe und Wasser sowie Wärmenachfrage.
Das Vorhaben verfolgt zwei parallele Ziele. Ziel ist zum einen die zuverlässige und valide Erhebung von umweltbezogenen Einstellungs- und Verhaltensmustern in der Bevölkerung. Die Studie soll den aktuellen Stand des Umweltbewusstseins ermitteln und auf bedeutsame Entwicklungen hinweisen. Zudem sollen Verhaltens- und Engagementbereitschaften in verschiedenen Bedürfnisfeldern und gesellschaftlichen Bereichen aufgezeigt und die Akzeptanz von Umweltpolitik untersucht werden. Zum anderen besteht das Ziel darin, die Anschlussfähigkeit von UBA und BMUB an jugendkulturelle Debatten deutlich zu erhöhen und eine jugendpolitische Agenda zu entwickeln. Dafür sollen mittels qualitativer Methoden und in Dialogprozessen stadt- und umweltpolitische Maßnahmen und Angebote in Zusammenarbeit mit Jugendlichen konzipiert, durchgeführt und bewertet werden. Die Umweltbewusstseinsstudie 2018 soll systematisch auf den vorherigen Studien und der Pilotstudie 'Jugend im Wandel' aufbauen und, wo möglich, bestehende Zeitreihen fortführen. Sie soll dem wachsenden Bedarf zur Erfassung von Wissen, Einstellungen und Verhaltensabsichten in der Bevölkerung sowie gesellschaftsbezogener Indikatoren im UBA und BMUB Rechnung tragen, indem sie ausgeweitet und stärker modularisiert wird, mit folgenden Modulen: - Basiserhebung (zentrale Zeitreihen/Indikatoren plus Vertiefungsthemen sowie soziodemografische und -kulturelle Merkmale) - Zusatzerhebungen für aktuelle Fragestellungen und Entwicklungen - Zusatzerhebungen für spezielle Fragestellungen und Berichtspflichten einzelner Fachabteilungen - Begleitende qualitative Studien - vertiefende Jugendstudie mit Zusatzerhebungen - Einbindung von Methodenexpert/-innen für methodische Weiterentwicklungen - Einbindung eines wissenschaftlichen Beirats - Workshops und Fachtagung zur Vorstellung und Diskussion von Ergebnissen.
Das Projekt zielt darauf ab, soziokulturelle Faktoren der Gestaltung von Technologien zur Gewinnung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe aus primären und sekundären Lagerstätten zu identifizieren, gesellschaftliche Bedingungen soziotechnischer Kontroversen und Konflikte zu analysieren und darauf aufbauend Vorschläge für akzeptable Gestaltungsoptionen (Governancestrukturen) des soziotechnischen Systems zu entwickeln. Das Projekt ist in 6 Arbeitspakete gegliedert. AP1-3 dienen der Analyse der soziokulturellen Komponenten bergbaulicher Rohstoffgewinnung in Deutschland. Es werden Faktoren herausgearbeitet, die im Zusammenhang mit der Erschließung von Lagerstätten konfliktrelevant sind. (AP1 Akteure und Entscheidungsstrukturen, AP2 Normen und Werte, AP3 Technologien und Standorte). In AP4 geht es um die Identifizierung von Konfliktpotenzialen und förderlichen Faktoren für die Gewinnung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe. Darauf aufbauend werden im AP5 Gestaltungsoptionen für ein nachhaltiges soziotechnisches System anhand von drei bis vier konkreten Fallstudien entwickelt. AP6 dient der beispielhaften Umsetzung von bis zu zwei Gestaltungsoptionen.
Das Ziel des Projekts ist es, ein umweltpädagogisches Modell zu reflektierten Naturerfahrungen für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche zu entwickeln, um damit einen wirkungsvollen Beitrag zur Herstellung von Umweltgerechtigkeit zu leisten. Ein wesentliches Anliegen ist dabei die überregionale Übertragbarkeit des Modells und die Möglichkeit der Ansiedlung im schulischen und außerschulischen Bereich. Die gegenseitigen Einflussnahmen und Wirkzusammenhänge der einzelnen Bestandteile der pädagogischen Intervention sind bereits bei der Entwicklung herausgearbeitet worden, damit alle praxisrelevanten Elemente schlüssig auf theoretische Grundlagen zurückgeführt und wissenschaftlich überprüft werden können. Es handelt sich dabei um die folgenden zentralen Elemente: - Naturerfahrung als Lebensbereicherung und Genuss. Damit verbunden ist ein Verzicht auf Moralisierung in diesem Kontext. - Reflexion der Naturerlebnisse - Partizipation - Willkommenheißen intuitiver Anteile der Naturerfahrungen. Im Vordergrund steht die auf Nachhaltigkeit bezogene Reflexivität von Selbst- und Weltverhältnissen, der genussvolle Umgang mit Natur als Lebensbereicherung und die Teilhabe an partizipativen Gruppen- und Gesellschaftsprozessen. Auch eine positive Wirkung auf das Umweltbewusstsein und das Umweltverhalten der Kinder und Jugendlichen ist möglich und auch erwünscht, soll aber nicht auf moralisierende Weise im Vordergrund stehen oder gar verordnet werden. Das übergeordnete Ziel ist die Herstellung von Bildungs- und Umweltgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche, gesellschaftliche Partizipation, gesellschaftlicher Anschluss und eine Verbesserung des individuellen Naturerlebens.
Mit dem Promotionsvorhaben wird grundlegend nach Prinzipien der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit gesucht. Der erste Schritt bestand in theoretischen Überlegungen und Analysen anhand des Standes der interdisziplinären Umweltforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Umweltsoziologie, Sozialer und Politischer Ökologie und damit zusammenhängend einer problemlösungsorientierten und möglichkeitseröffnenden Wissenschaftsmethodik. Um sozialökologische Prinzipien zu finden, führte die theoretische Analyse und Suche über die Beurteilung vorhandener sozialer Regelungsstrukturen und Institutionen hinaus und widmet sich der Erforschung von Entstehungsprinzipien sozialer Ordnungsstrukturen. Wie und unter welchen Voraussetzungen können Strukturen entstehen; die zu nachhaltigem Handeln motivieren? Demnach wird nach Wegen der Umsetzung für zukunftsfähige Lebensweisen geforscht. Unter Zuhilfenahme von soziologischer Gemeinschaftsforschung werden die nötigen Begrifflichkeiten für diejenigen sozialen Prozesse, die sich im mesosoziologischen Bereich bei der Entwicklung sozialer Ordnungsstrukturen abspielen, systematisiert, beschrieben und theoretisch fundiert. Das Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung sozial-ökologischer, zukunftsfähiger Prinzipien. Diese sollen im zweiten Schritt durch die empirische Erforschung ausgesuchter sozialökologischer Projekte konkretisiert und empirisch fundiert werden. Intentionale Gemeinschaften mit sozialökologischen Zielen, die sich aus den Wünschen nach einem freien und 'guten' Leben in Frieden mit sich und der Umwelt gründen und dabei bewusst und reflektiert nach konkreten Umsetzungsmöglichkeiten suchen, stellen dafür ein Untersuchungsfeld dar. Sie sind sozialökologische Transformationsexperimente, die viele Bereiche der Lebensführung mit einbeziehen und neue Wege der sozialen und politischen Organisation erproben. Damit können potentielle Wege zu einer nachhaltigen Lebensweise vor dem Hintergrund der aktuellen kulturellen und gesellschaftlichen Umstände erforscht und beobachtet werden. Nach Vorstudien in den Ökodorf- Projekten Auroville und Findhom wird in entsprechend ausgewählten intentionalen Gemeinschaften in der Bundesrepublik Deutschland mit qualitativen Forschungsmethoden von Interviews und teilnehmender Beobachtung den Fragen zukunftsfähiger Gestaltung sozialer Gebilde im Sinne von nachhaltiger Entwicklung nachgegangen.
Das Virtuelle Institut (VI) 'Transformation - Energiewende NRW' unterstützt den nachhaltigen Umbau des Energiesystems in NRW durch eine Verbundforschung der sozialwissenschaftlichen Institute in NRW. Das Projekt setzt sich aus den drei Forschungsclustern 'Governance & Partizipation', 'Mentalitäten & Verhaltensmuster' und 'Industrielle Infrastruktur' zusammen. Die Sozialforschungsstelle der TU Dortmund arbeitete von 2015-2017 vornehmlich in dem ersten Forschungscluster. Dort koordinierte sie das Verbundprojekt 'Energiewende.NRW - Bürger gestalten den Umbau des Energiesystems'. Von 2018-2019 koordiniert die sfs das Projekt 'Enerchange: Spaltung in NRW überwinden - Energiewende für alle kommunizieren' im Cluster Mentalitäten & Verhaltensmuster Das Projekt setzt an Annahmen und Ergebnissen der ersten Phase im Projekt Mentalitäten & Verhaltensmuster (2015-2017) an. Die Ergebnisse konnten aufzeigen, dass eine gesellschaftliche Spaltung in der Betrachtung der Energiewende vorliegt. Dies zeigen unter anderem die Ängste vor Energiearmut und unterschiedliche Wahrnehmungen von Gewinnern und Verlierern der Energiewende. Hier möchte das Projekt M&V ansetzen und den Fokus der Untersuchungen auf die Zielgruppe der sozial benachteiligten Gruppen legen, die sich häufig als 'Verlierer' der Energiewende sehen. Das Herausarbeiten der Verhaltensmuster dieser Zielgruppe wird mit Hilfe qualitativer Methoden im Rahmen von partizipativen Veranstaltungen umgesetzt. Die TeilnehmerInnen der Veranstaltungen werden in enger Zusammenarbeit mit bestehenden Kontakten zu Intermediären (Caritas, AWO, Volkshochschulen u. ä.) gewonnen.
The iSCAPE project aims to integrate and advance the control of air quality and carbon emissions in European cities in the context of climate change through the development of sustainable and passive air pollution remediation strategies, policy interventions and behavioural change initiatives. It will tackle the problem of reducing air pollution at target receptors with an innovative SME-led approach, focusing on the use of 'Passive Control Systems' in urban spaces. Improvements in air quality, microclimate and behavioural aspects of urban dwellers will be achieved by applying real-world physical interventions on the urban tissue to alter ventilation rates and dispersion patterns in the selected cities assessed for future climate change scenarios and representative of different cultural&life styles in Europe. Through the approach of Living Labs the team will deploy a network of air quality and meteorological sensors (both stationary and mobile) and evaluate through analysis and a suite of up-to-date numerical modelling the benefits expected from the interventions on a neighbourhood and city-wide scale for several aspects ranging from quantification of pollutant concentration to exposure. iSCAPE encapsulates the concept of 'smart cities' by promoting the use of low-cost sensors, engaging citizens in the use of alternative solution processes to environmental problems. iSCAPE will support sustainable urban development by promoting the sharing of results with policy-makers and planners using local test-cases, and providing scientific evidence ready-to-use solutions potentially leading to real-time operational interventions. This integrated approach will include the development and assessment of a framework aimed at changing the mobility behaviour of people by studying processes and dynamics that lead to more resilient, healthy, and sustainable cities, by bringing together theory from urban planning, public policy, urban and environmental sociology and urban geography.
| Origin | Count |
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| Bund | 54 |
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| Förderprogramm | 54 |
| License | Count |
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| offen | 54 |
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|---|---|
| Boden | 39 |
| Lebewesen und Lebensräume | 36 |
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