Pflanzensoziologische Analyse der Vegetation von Lesesteinwaellen; Saumgesellschaften; Moos- und Flechtengesellschaften; Verbreitung von Gehoelzarten und pflanzengeographischer Weiserarten; Populationsoekologie von Lilium bulbiferum im Osterzgebirge.
Die xerobionte Art T. nodulosus präferiert offene Biotope, die durch Trockenheit und Wärme gekennzeichnet sind. Dort lebt diese seltene Art an sonnigen Orten unter Steinen und niedrigen Pflanzen. Fundorte sind Trocken- und Halbtrockenrasen, Brachen, Weinberge, südexponierte Streuobstwiesen und xerophytische Saumgesellschaften. Im lang- und im kurzfristigen Bestandstrend werden ein mäßiger Rückgang bzw. eine mäßige Abnahme verzeichnet. Diese Entwicklungen werden durch Habitatverluste verursacht. In den xerothermen Agrargebieten verschwindet die Art nach und nach durch die Schaffung großer einheitlicher Feldschläge. Insgesamt wird die Art daher in die Rote-Liste-Kategorie „Gefährdet“ eingestuft.
Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB AG) hat für das o.g. Vorhaben die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach §§ 28 ff. Personenbeförderungsgesetz (PBefG) in Verbindung mit §§ 72 ff. Landesverwaltungsverfahrensgesetz (LVwVfG), dem Gesetz zur Sicherstellung ordnungsgemäßer Planungs- und Genehmigungsverfahren während der COVID-19-Pandemie (Planungssicherstellungsgesetz - PlanSiG), dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) und dem Umweltverwaltungsgesetz (UVwG) - jeweils in der derzeit geltenden Fassung - beantragt. Gegenstand der Planfeststellung ist der Neubau einer Stadtbahnstrecke von Stuttgart-Weilimdorf nach Stuttgart-Hausen und zum Gewerbegebiet „Ditzingen-Süd“ sowie der Neubau eines Stadtbahnbetriebshofs in Stuttgart-Weilimdorf. Die geplante Neubaustrecke beginnt mit einer zweigleisigen Streckenverzweigung nach der bestehenden Haltestelle „Rastatter Straße“ und soll die Stadtbahnlinie U13 über Stuttgart-Hausen ins Gewerbegebiet „Ditzingen-Süd“ verlängern. Dabei überquert sie zunächst die Bundesstraße B 295 und verläuft anschließend parallel zu dieser bis kurz vor das Gewerbegebiet „Ditzingen-Ost“. Danach führt sie in Richtung Stuttgart-Hausen, vorbei am ebenfalls neu zu bauenden Stadtbahnbetriebshof Weilimdorf (BF4), der so an das Stadtbahnnetz angebunden werden soll und direkt an das Gewerbegebiet „Ditzingen-Ost“ angrenzen wird. Von Stuttgart-Hausen aus verläuft die geplante Neubaustrecke weiter durch das Scheffzental und in Richtung Autobahn A 81, die sie unterquert. Schließlich wird sie parallel zur A 81 bis zur Endhaltestelle „Ditzingen Hülben“ am Ende des dortigen Gewerbegebiets „Ditzingen-Süd“ geführt. Entlang der neuen Stadtbahnstrecke sollen insgesamt sechs neue Haltestellen errichtet werden. Der neue Stadtbahnbetriebshof soll unter einem gemeinsamen Dach eine Abstellhalle, eine Wasch-/Wartungshalle sowie ein Dienst- und Sozialgebäude umfassen. Er ist so ausgelegt, dass ein reibungsloses Ein- und Ausrücken der Stadtbahnen möglich sein wird. Damit die Stadtbahnen vom Stadtbahnbetriebshof auch direkt von und nach Gerlingen fahren können, soll südlich der B 295 am Beginn der geplanten Neubaustrecke eine eingleisige Betriebsstreckenverbindung gebaut werden, die unmittelbar vor der Haltestelle „Wolfbusch“ auf die bestehende Strecke in Richtung Gerlingen trifft. Um Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft durch das geplante Vorhaben soweit wie möglich zu vermeiden bzw. zu kompensieren, sind landschaftspflegerische Begleit-maßnahmen vorgesehen. Hierzu gehören beispielsweise das Anlegen von Streuobstwiesen, die Pflanzung von Einzelbäumen und Feldhecken mit Saumvegetation, die Umsiedlung von Zauneidechsen, die Errichtung von Kollisionsschutzwänden für Fledermäuse, das Anbringen von Nistkästen für Vögel und die Entwicklung einer Buntbrache für die Feldlerche. Für die Durchführung des Anhörungsverfahrens sind die Landeshauptstadt Stuttgart und das Landratsamt Ludwigsburg zuständig. Planfeststellungsbehörde ist das Regierungspräsidium Stuttgart, Referat 24.
Die Vegetationsuntersuchungen erfolgten im Jahre 1996 mit der Zielstellung - der Dokumentationd der Fundorte vorkommender Orchideen, - der Erfassung möglicher Veränderungen in der floristischen Zusammensetzung der Saum- und Waldgesellschaften seit der Erstaufnahme 1981 - der Erarbeitung von Behandlungsrichtlinien für die untersuchten Gesellschaften.
Naturschutzprojekt aus Ersatzzahlungen bei Duchroth gestartet Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) startet das Eigenprojekt „Strukturreiches Offenland am Gangelsberg“. Das rund 2,03 Millionen Euro umfassende Naturschutzvorhaben wird vollständig aus Ersatzzahlungen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung finanziert und gemeinsam mit der Kreisverwaltung Bad Kreuznach sowie der Biotopbetreuung entwickelt und umgesetzt. Die Projektlaufzeit beträgt 15 Jahre (2025 – 2040). Bei einer Auftaktveranstaltung am Dienstag, den 18.11.2025, auf dem Gangelsberg wurde das Projekt offiziell durch Ortsbürgermeister Jörg Schneiß, den Ersten Kreisbeigeordneten Oliver Kohl sowie den Geschäftsführer der SNU, Jochen Krebühl, eröffnet. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Wiederherstellung, Entwicklung und langfristige Sicherung artenreicher, trocken-warmer Offenlandlebensräume auf ehemaligen Weinbergsstandorten und deren Umgebung am Gangelsberg bei Duchroth. Vor Ort wurde die zentrale Bedeutung der Ersatzzahlungen als wichtiges Instrument des Naturschutzrechts herausgestellt, das die Umsetzung langfristiger und wirksamer Schutzmaßnahmen ermöglicht. Ersatzzahlungen werden erhoben, wenn Eingriffe in Natur und Landschaft – etwa durch Bauvorhaben oder Infrastrukturmaßnahmen – nicht vollständig ausgeglichen oder ersetzt werden können. Anstatt die Natur den Schaden allein tragen zu lassen, verpflichtet der Gesetzgeber die Verursacher dazu, neben tatsächlichen Maßnahmen eine ergänzende Zahlung zu leisten. Diese fließen zweckgebunden in konkrete Naturschutzprojekte und ermöglichen so wirksame Maßnahmen direkt vor Ort. Die geplanten Maßnahmen am Gangelsberg zielen darauf ab, funktionale Offenlandlebensräume wiederherzustellen und langfristig zu erhalten. Hierzu zählen das Öffnen verbuschter Grünland- und Halbtrockenrasenflächen durch die gezielte Zurücknahme der Gehölzsukzession. Anschließend werden die Flächen durch einschürige Mahd sowie durch extensive Beweidung naturschutzfachlich gepflegt. Auch Trockenmauern, Steinriegel und Felsstrukturen werden partiell freigestellt, um die Strukturvielfalt zu bewahren. Wo erforderlich, erfolgt eine Nachpflege – etwa durch selektives Entfernen junger Gehölze. Auf diese Weise kann sich rasch eine artenreiche Vegetation entwickeln, die durch fachgerechte Pflege langfristig stabilisiert wird. Der Gangelsberg stellt das größte zusammenhängende Gebiet trockenwarmer Lebensräume an der Nahe dar. Das Gebiet umfasst ein vielfältiges Mosaik aus Trockenrasen, wärmeliebenden Saumgesellschaften, Weinbergsbrachen, Felsbereichen und weiteren Biotopen von herausragender Bedeutung auf. Die klimatisch begünstigten Hänge und die exponierte Kuppe waren historisch stets durch eine niedrigwüchsige Vegetation geprägt. Zahlreichen Trockenmauern zeugen bis heute von der früheren Nutzung. Über Jahrhunderte konnten sich dort spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ansiedeln, von denen viele inzwischen aufgrund ihrer Seltenheit und Gefährdung auf der Roten Liste stehen. Damit besteht für deren Erhalt besondere Verantwortung und dringender Handlungsbedarf. Heute sind viele Flächen durch die Nutzungsaufgabe zunehmend von Verbuschung bedroht. Es besteht die Gefahr, dass die charakteristischen Offenlandbereiche und ihre regionaltypischen Artengemeinschaften verloren gehen könnten. Die großflächige Nutzungsaufgabe am Gangelsberg eröffnet jedoch gleichzeitig die Möglichkeit für den Naturschutz, dieses Gebiet von überregionaler Bedeutung für die Artenvielfalt langfristig zu sichern. Charakteristische Arten wie etwa Westliche Smaragdeidechse, Schmetterlinge wie der Segelfalter sowie Pflanzenarten wie Küchenschelle, verschiedene Orchideenarten oder Ährige Graslilie finden in Folge wieder mehr geeignete Strukturen und Lebensbedingungen vor. Die Meldung kann hier als PDF heruntergeladen werden.
Rodung von ca. 2,76 ha Waldfläche (2 Teilflächen) auf dem Grundstück Flurnummer 1469/5 in der Gemarkung Degerndorf am Inn, Gemeinde Brannenburg. Die Fläche befindet sich innerhalb der Alpenbiotopkartierung "Quellmoore, Saumgesellschaften und Magerrasen um Altenburg". Die zur Rodung beantragten Flächen sollen in der Folgenutzung beweidet oder gemäht werden, um die herausragenden Arten zu fördern.
Im Rahmen dieses Projektes sollen die Auswirkungen unterschiedlicher strukturfördernder Maßnahmen zur Lichtstellung auf lichtliebende Artengruppen untersucht werden. Hierfür sollen Auflichtungsmaßnahmen unterschiedlicher Intensität in ausgewählten Schonwäldern mit entsprechendem Schutzziel durchgeführt werden und im Hinblick auf Biodiversität und Managementaufwand bewertet werden. Ziel ist die Ableitung arten(gruppen)spezifischer Zielwerte und kosteneffizienter waldbaulicher Verfahren zur Schaffung von lichten Strukturen. Die Ergebnisse stellen einen wichtigen Baustein der Ziele 3 & 6 der GK WNS (Gesamtkonzeption Waldnaturschutz) dar.
Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 387–391 18 Bearbeitet von Jörg Haferkorn (3. Fassung, Stand: September 2019) Einleitung Asseln (Isopoda) gehören zur Klasse der Krebstiere. Sie haben einen langovalen, beiderseits abgeplatteten und segmentierten Körper. Dieser gliedert sich in drei Ab- schnitte, dem Cephalothorax (mit dem ersten Brustab- schnitt verschmolzer Kopf), der Brust und dem Hinter- leib. Am Brustabschnitt befinden sich sieben Paar gleich ausgebildete Laufbeine, die jeweils an einem Körperseg- ment sitzen. Der Hinterleib trägt fünf Paar blättchenar- tige, sich dachziegelartig überdeckende Spaltbeine. Asseln treten in marinen, limnischen und terrest- rischen Ökosystemen auf. Einige Arten leben sogar im Grundwasser. Die Landasseln (Unterordnung Onisci- dea) sind die einzigen Krebse, die zu echten Land- bewohnern wurden. Sie sind in allen Lebensräumen Sachsen-Anhalts vertreten. Die Eier werden von den Weibchen in einem Brustbeutel (Marsupium) herum- getragen. Die Jungtiere verbleiben noch einige Zeit nach ihrem Schlupf im Brustbeutel der Weibchen und sehen den Alttieren sehr ähnlich. Einige Oniscidea haben sich gut an das Landleben angepasst. Dadurch können sie auch trockene, grundwasserferne und warme Standorte besiedeln. Ungünstige Witterungs- verhältnisse verbringen sie meist unter Steinen, unter Rinde oder in der oberen Bodenschicht. Landasseln ernähren sich zum großen Teil von abgestorbenen Pflanzenteilen. Dadurch spielen sie im Ökosystem eine bedeutende Rolle beim Streuabbau. Die Amei- senassel, Platyarthrus hoffmannseggii, hat eine be- sondere Lebensweise. Sie lebt in Ameisenbauen und ernährt sich vor allem von Ameisenkot. Datengrundlagen Die verwendete Taxonomie und Nomenklatur basiert auf Gruner (1966), der aktuellen Gesamtartenliste Deutschlands (Grünwald 2016) und dem Weltkatalog der terrestrischen Isopoden (Schmalfuss 2003). Keine Isopodenart wird durch die Bundesartenschutzver- ordnung bzw. die Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richt- linie) geschützt. Im deutschen Binnenland kommen 57 etablier- te terrestrische und limnische Isopodenarten vor, 49 Landasselarten (Unterordnung Oniscidea) und 8 Was- serasselarten (Unterordnung Asellota). Davon sind fünf Oniscidea und drei Asellota etablierte Neozoen (Grünwald 2016). Zudem sind in Deutschland weitere zehn nichtetablierte Landasselarten als Neozoen be- kannt, die extrem synanthrop sind und ausschließlich in Gewächshäusern leben (Grünwald 2016). Asseln (Crustacea: Isopoda) Im Bundesland Sachsen-Anhalt wurden bisher insgesamt 32 Isopodenarten nachgewiesen. Mit 27 Landasselarten und 4 Wasserasselarten sind 31 Arten etabliert. Davon sind drei Oniscidea und zwei Asel- lota etabliertes Neozoen. Eine weitere Art lebt als nichtetabliertes Neozoen ausschließlich in Gewächs- häusern (Haferkorn 2016). Nagurus cristatus wurde im Jahr 1998 im Botanischen Garten der Martin-Luther- Universität Halle (Saale) gefangen. Die Rote Liste der Asseln des Landes Sachsen-An- halt liegt nun in der 3. Fassung vor. Die 1. Fassung wur- de 1998 publiziert, die Veröffentlichung der 2. Fassung erfolgte im Jahr 2004 (Haferkorn 1998a, 2004). Rote Listen der Asseln liegen für Gesamtdeutschland (Grün- wald 2016) sowie neben Sachsen-Anhalt für die beiden Bundesländer Thüringen (Knorre 2011) und Bayern (Grünwald 2003, Burmeister 2003) vor. Knorre (2011) stufte sieben der 32 etablierten Arten (21,9 %) als ge- fährdet in seine Rote Liste der Asseln Thüringens ein. Grünwald (2003) nahm acht der 40 Freilandarten (20 %) in die Rote Liste gefährdeter Landasseln Bayerns auf. Burmeister (2003) stufte eine der vier limnischen Isopo- da in die Rote Liste gefährdeter wasserbewohnender Krebse Bayerns als ausgestorben ein. Zwar sind die Asseln auch in Sachsen-Anhalt im Ver- gleich zu anderen Tiergruppen traditionell wenig bearbeitet, dennoch wurden sie innerhalb der letzten zwanzig Jahre verstärkt in faunistische und natur- schutzfachliche Studien einbezogen. Das Landesamt für Umweltschutz führt zur Charakterisierung gefährdeter Biotoptypen seit vielen Jahren tierökologische Unter- suchungen durch. Innerhalb dieser Studien werden die Asseln stets mit bearbeitet. Der erste Ergebnis- band umfasst die Zwergstrauchheiden, Trocken- und Halbtrockenrasen (Schnitter et al. 2003). Die Isopoden wurden zur Charakterisierung der Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie durch kennzeichnende Tier- und Pilzarten herangezogen (LAU 2002). Beispiele für die Einbeziehung der Isopoden in die naturschutzfachliche Planung sind die Arten- und Biotopschutzprogramme der Stadt Halle (Saale), sowie der Landschaftsräume „Elbe“ und „Saale-Unstrut-Triasland“ (Haferkorn 1998b, 2001, 2008). In landesweiten Projekten im Rahmen der Berichtspflichten der FFH-Richtlinie zu Streuobstwiesen und Dünen wurden die Isopoden in den Jahren 2013 und 2014 untersucht. Dadurch hat sich der Kenntnis- stand vor allem zur Verbreitung und Vergesellschaftung der Asseln Sachsen-Anhalts im Vergleich zur letzten Fassung der Roten Liste der Asseln Sachsen-Anhalts deutlich erhöht. Insgesamt wurden sieben Arten in die Rote Liste der Asseln des Landes Sachsen-Anhalt auf- genommen. 387 Asseln 12 34 Abb. 1: Die Gemeine Kugelassel (Armadillidium vulgare) ist in Sachsen-Anhalt weit verbreitet und tritt auch in trockenen Lebensräumen häufig auf (Foto: J. Haferkorn, Athenstedt, 11.09.2013). Abb. 2: Die Kellerassel (Porcellio scaber) ist weit verbreitet und lebt bevorzugt unter Steinen und der Rinde von liegendem Totholz (Foto: J. Haferkorn, Bad Kösen, 03.05.2009). Abb. 3: Trachelipus rathkii ist eine eurytope Art, die in den Flussauen Sachsen-Anhalts auch Überflutungen gut verträgt (Foto: J. Haferkorn, Athenstedt, 11.09.2013). Abb. 4: Die Gefleckte Kör- nerassel (Porcellio spinicornis) kommt vornehmlich im Süden Sachsen-Anhalts vor und ist hier auf Halbtrocken- und Trockenrasen zu finden (Foto: A. Stark, Umgebung Zeitz [leg. M. Unruh], 20.05.2019). 388 Asseln Anmerkungen zu ausgewählten Arten lige Panzerüberfahrt über den Elbdeich südlich von Sandau handelt. Von vier weiteren Rote-Liste-Arten existiert je- weils nur ein Nachweis aus Sachsen-Anhalt. Drei Rote-Liste-Arten haben nur kleine Verbreitungs- gebiete in Sachsen-Anhalt und sind an xerophile, durch Nutzungsänderungen zurückgehende Lebens- räume gebunden. Androniscus dentiger Verhoeff, 1908 wurde bisher nur in den Schächten der städtischen Kanalisation von Zeitz nachgewiesen (Unruh 1996). Für diese Art, aber auch für T. pygmaeus (s. u.) sind weitere Vorkommen wahrscheinlich, sie werden in die Vorwarnliste aufgenommen. Porcellio montanus Budde-Lund, 1885 Die Art besiedelt trockene Biotope und Kalkgebiete. Sie bevorzugt Halbtrockenrasen und lichte Wälder auf warmen Südhängen. Verbreitungsschwerpunk- te sind das Saale-Unstrut-Triasland sowie der Harz mit seinen Vorländern. Fundpunkte innerhalb von Deutschland befinden sich überwiegend im süddeut- schen Raum. In Sachsen-Anhalt erreicht P. montanus ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Ihre nördlichsten Vorkommen liegen östlich von Wernigerode, die öst- lichsten Fundpunkte in Sachsen-Anhalt befinden sich im Saale-Unstrut-Tiasland südwestlich von Freyburg (Unstrut). Armadillidium zenckeri Brandt, 1833 Knorre (schrift. Mitt.) sammelte 1991 ein Exemplar von in einem Erlen-Eschenwald im Bodetal unterhalb von Treseburg. Das Belegstück liegt in der Sammlung des Phyletischen Museums Jena (Inv.-Nr. PMJ Crust 1122). Höhlenassel – Proasellus cavaticus (Schiödte in Leydig, 1871) wurde 2009 mit drei Individuen im Rahmen von Untersuchungen zur Grundwasserfauna Sachsen-An- halts in einer Grundwassermessstelle bei Reinstedt westlich von Aschersleben im Nordöstlichen Harzvor- land erstmals nachgewiesen (IGÖ 2009). Im nieder- sächsischen Harz wurde diese Wasserasselart in meh- reren Stollen des Westharzes gefunden (Lengersdorf 1932). Vermutlich existiert sie auch im Grundwasser des sachsen-anhaltischen Harzes. Auch aus Thürin- gen liegt neben alten Nachweisen ein neuer Fund vor (Bellstedt 2001). Trachelipus nodulosus (C.L. Koch, 1838) Diese xerophile Art präferiert offene Biotope, die durch Trockenheit und Wärme gekennzeichnet sind. Dort lebt sie an sonnigen Orten unter Steinen und niedrigen Pflanzen. Fundorte sind Trocken- und Halb- trockenrasen, Brachen, Weinberge, südexponierte Streuobstwiesen und xerophile Saumgesellschaften. Verbreitungsschwerpunkte in Sachsen-Anhalt sind die Harzvorländer, das Saale-Unstrut-Tiasland und die Porphyrlandschaft bei Gimritz nordwestlich von Halle. Trichoniscus pygmaeus G.O. Sars, 1898 Eine west- und mitteleuropäische Spezies (Flasarová 1995) ist T. pygmaeus. Sie kommt in ganz Mittel- europa vor, jedoch nur an wenigen Stellen (Grünwald 1988). Die Art bewohnt steinige Ufer, Parkanlagen, Ruinen, Friedhöfe und Gewächshäuser (Flasarová 1995). In Sachsen-Anhalt existiert nur ein Nachweis aus Halle. Gefleckte Körnerassel – Porcellio spinicornis Say, 1818 Diese Assel wurde an neun Fundorten im südlichen Sachsen-Anhalt nachgewiesen und besiedelt dort Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Weinberge (Haferkorn 2003). Ein Nachweis stammt aus der Her- mannshöhle bei Rübeland im Harz. Aus dem nörd- lichen Sachsen-Anhalt liegt ein isolierter Nachweis dieser Art von einem Sonderstandort vor, bei dem es sich um eine mit Betonelementen befestigte, ehema- Tab. 1: Übersicht zum Gefährdungsgrad der Asseln Sachsen-Anhalts. Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) 0Gefährdungskategorie R 1 23 - -- -2 6,3 2 6,3 1 3,1 Rote ListeGesamt 5 15,632 Tab. 2: Übersicht zur Einstufung in die sonstigen Kategorien der Roten Liste. Kategorien Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) Kat. GDVGesamt - -- -2 6,32 6,3 Gesamt 32 389
The fire regimes of Australia, the most fire prone continent on earth, have been changing during the late Quaternary and up to the present under the influence of a changing climate and vegetation, Aboriginal impact and then by European settlers. Because fire history is an important parameter in understanding palaeoenvironmental conditions in many parts of the world, it has been reconstructed primarily by palynologists using lake cores and traditional tools (visible charcoal), combined with dating (14C, 210Pb, 137Cs) and the reconstruction of the past vegetation (pollen). Quantifying only (microscopically) visible charcoal may reflect charcoal from forest fires which are relatively large in size and structurally sound. However these techniques are less likely to quantify smaller charcoal fractions derived from grasses - probably the main contributor of charcoal in Australias vast savannas and open grassy woodlands. Therefore, we are developing a new methodology to infer past wildfires by using geochemical tools that potentially assess the whole range of fire residues in sedimentary records and that can yield additional information about the vegetation burned. In particular, we propose that a geochemical marker method (benzene polycarboxylic acids (BPCA)) would be capable to detect sedimentary fire residues that are too small to detect with standard microscopic methods. So far, however, these geochemical markers have not been used to quantify fire residues in lake sediment cores, neither have they been cross-compared to the presence of visible charcoal, which is indicative of palaeofires. The proof-of-concept study is conducted at two Australian sites where we would use molecular markers (BPCA) together with other geochemical methods to quantify past occurrences of fire and burned vegetation types. First we screen samples from about 200 depth intervals with a relatively rapid technique (MIR-PLS, mid-infrared spectroscopy with partial least square analysis) to observe major organic and inorcanic properties. Then, an in-depth, and more time-consuming characterization follows on some 20 samples from those sections of the cores, which have been identified by MIR-PLS to show significant changes in charcoal and organic carbon abundance. These sections will be analyzed using more sophisticated molecular scale techniques including the BPCA molecular marker method. (abridged text)
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 28 |
| Europa | 3 |
| Kommune | 1 |
| Land | 23 |
| Weitere | 2 |
| Wissenschaft | 5 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 25 |
| Taxon | 3 |
| Text | 9 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 12 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 25 |
| Offen | 25 |
| Unbekannt | 1 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 39 |
| Englisch | 16 |
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|---|---|
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